DJV fordert Konsequenzen

Petition: Claudia Neumann soll das EM-Finale kommentieren

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Claudia Neumann.

Mainz - Nach dem teils sexistischen Shitstorm gegen Kommentatorin Claudia Neumann hat der Deutsche Journalisten-Verband rechtliche Konsequenzen gefordert. Andere haben eine Petition gestartet: Claudia Neumann soll das EM-Finale kommentieren!

Claudia Neumann hat bei der Fußball-EM zwei Spiele im ZDF kommentiert und war damit als erste Frau überhaupt bei einem Männer-Turnier als Kommentatorin im Einsatz. In den sozialen Netzwerken hatte es daraufhin hasserfüllte und frauenfeindliche Kommentare gegeben. Das öffentlich-rechtliche ZDF verurteilte diese Angriffe; Neumann selbst gab sich gelassen. Jetzt wurde auf der Webseite www.change.org eine Petition erstellt, die fordert, dass Claudia Neumann als Konsequenz der Hetze das EM-Finale am 10. Juli kommentieren soll.

"Nach jedem EM-Vorrundenspiel das durch Claudia Neumann kommentiert wurde, ergießt sich ein Schwall von Chauvinismus & Hasskommentaren über die Social Media Kanäle, insbesondere des ZDF", steht auf der Startseite der Petition, die bis zum Dienstag Nachmittag bereits über 21.000 online unterzeichneten. "Bei der Frage wer ein Fußballspiel im Fernsehen kommentieren darf scheint vieles möglich zu sein, in vielen Köpfen gehören Frauen aber scheinbar nicht dazu. Im Jahr 2016 darf es auch bei einer Fußball-EM der Herren keinen Platz für Chauvinismus und Sexismus geben", heißt es weiter.

ARD und ZDF hätten daher die Möglichkeit, mit der Kommentierung des EM-Finales durch Claudia Neumann, ein deutliches Zeichen für die Gleichberechtigung zu setzen. "Die Unterzeichner dieser Petition sprechen sich dafür aus, dass Claudia Neumann das EM Finale kommentiert (auch wenn das Finale von der ARD übertragen wird, Claudia Neumann aber zum Team des ZDF gehört)."

Unterdessen appellierte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) an das ZDF, juristisch gegen die Verfasser der Hasskommentare vorzugehen. „Es ist gut, dass das ZDF sofort reagiert und Stellung bezogen hat gegen die Kommentare. Aber wir erwarten auch, dass die Verfasser im Rahmen juristischer Möglichkeiten zur Verantwortung gezogen werden“, forderte die Vorsitzende des DJV-Fachausschusses Chancengleichheit, Mechthild Mäsker, am Dienstag in einem offenen Brief.

dpa/wi


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