Bayern-Stars ab Freitag dabei?

Sorge um Neuer - ter Stegen für Notfall alarmiert

Manuel Neuer
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Manuel Neuer verletzte sich beim DFB-Pokal-Finale.

St. Martin - Die Verletzungen von Neuer, Schweinsteiger und Lahm beeinflussen weiter die Pläne im WM-Trainingscamp. Für den Notfall wurde bereits Gladbachs ter Stegen alarmiert.

Zitterpartie um die Sorgenkinder Philipp Lahm und Manuel Neuer, Spezialprogramm für Bastian Schweinsteiger und Urlaubsverbot für Marc-Andre ter Stegen: Bei der ersten Übungseinheit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Trainingslager in Südtirol wirkte Joachim Löw angesichts der vielen offenen Personalfragen Richtung WM-Endrunde in Brasilien angespannt wie selten.

Trotz traumhafter Bedingungen überschatteten die Sorgen um den Gesundheitszustand von Lahm und Neuer, die aber am Freitag in Südtirol eintreffen sollen, ganz offensichtlich den ersten Trainingstag bei Sonnenschein und 25 Grad. Die Schocknachrichten aus München, wo sich sein Kapitän Lahm und Stammtorwart Neuer wegen ihrer im Pokalfinale erlittenen Verletzungen noch behandeln lassen mussten, haben Löws Konzept für die erste Trainingswoche im idyllischen Passeiertal kräftig durcheinandergewirbelt.

Schließlich galt es vor allem mit Lahm schnell zu besprechen, in welcher Position er beim Turnier am Zuckerhut (12. Juni bis 13. Juli) am wertvollsten für die DFB-Auswahl ist. Auch wenn sich Lahms Position auch nach dem Fitnesszustand von Sami Khedira von Real Madrid richten wird, wollte Löw mit seinem Spielführer im Vorfeld wichtige Dinge abklären. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich das ein oder andere Mal noch mehr auf Spieler hätte einlassen müssen“, sagte Löw auch diesbezüglich in einem Interview mit der Zeit.

Teammanager Oliver Bierhoff und Löw-Assistent Hansi Flick trugen am Donnerstag aber demonstrativ Optimismus zur Schau. „Bei Neuer, der ein großer Rückhalt von uns ist, müssen wir abwarten, wann er dann wieder ins Training einsteigt. Wir sind zuversichtlich, dass er bei der WM dabei ist“, sagte Flick und Bierhoff ergänzte: „Wir machen uns keine Sorgen, dass wir Manu bei der WM nicht bei uns haben.“

Vorsichtshalber wurde allerdings schon der künftige Barca-Keeper Marc-Andre ter Stegen von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke telefonisch darüber informiert, dass er sich für den Fall der Fälle zur Verfügung halten muss. Der Noch-Gladbacher hat bereits seinen Urlaub abgesagt und hält sich fit.

Bierhoff stellte aber grundsätzlich noch einmal fest, dass man wegen irgendwelcher Wehwehchen nicht lamentieren werde oder nach Ausreden suchen wolle. „Die Situation bereitet mir kein Kopfzerbrechen, auch wenn wir gerne alles hundertprozentig hätten. Wir sind von jedem Spieler voll überzeugt. Die Gruppe, die zur WM fährt, kann auch den Titel holen“, sagte der frühere DFB-Kapitän, der lieber die hervorragenden Bedingungen in Südtirol hervorhob: „Hier können die Spieler den Kopf frei bekommen und entspannen, bevor sie brasilianischen Boden betreten.“

Er selbst werde als „Kontrolleur“ darauf achten, dass in den kommenden Tagen „keine Brände“ entstehen und die Stimmung gut bleibt. Dazu soll auch ein Besuch am kommenden Dienstag von Golfstar Martin Kaymer und Formel-1-Pilot Nico Rosberg beitragen, die den Fußballern für die Mission WM-Titel 2014 zusätzliche Siegermentalität vermitteln sollen.

In einer kurzen Ansprache zu Trainingsbeginn hatten Löw und Team-Internist Tim Meyer die WM-Kandidaten bereits auf die kommenden Tage und auch schon die WM in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) eingestimmt und schon einmal auf die außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen und die daraus entstehenden Belastungen hingewiesen. Anschließend verschwand die Mannschaft für eine halbe Stunde im Fitnesszelt, ehe einige weniger anstrengende Spielformen auf dem Programm standen.

An diesen nahm allerdings Schweinsteiger noch nicht teil. Für den Vizekapitän wird es auch in den kommenden Tagen in St. Leonhard ein individuelles Aufbauprogramm geben. Die medizinische Abteilung werde „sehr sensibel“ die Entwicklung bei Schweinsteiger verfolgen, der an Patellasehnenproblemen leidet, erklärte Flick. „Er hat sein Programm. Wir müssen natürlich aufpassen, wie er alles verkraftet.“

Flick verriet, dass man in den ersten Tagen ohnehin höchst individuell arbeiten werde. Die zuletzt stärker belasteten Spiele wie zum Beispiel Per Mertesacker, der als frischgebackener Vater am Donnerstagmittag im Quartier eintraf, würden zunächst mal überwiegend regenerieren. Khedira oder auch Oldie Miroslav Klose (35), der verletzungsbedingt in der abgelaufenen Saison wenig gespielt hat, müsse man behutsam wieder in Topform bringen.

WM 2014: In diesen Stadien wird gespielt

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Dazu dienen sollen auch drei Testspiele gegen die deutsche U20, die am Freitag im Passeiertal eintrifft. Gegen den Nachwuchs will man den WM-Ernstfall simulieren, wie Flick erklärte. Die Spieler von Coach Frank Wormuth müssen dann nacheinander in die Rolle der deutschen Vorrundengegner Portugal, Ghana und USA schlüpfen.

sid

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