Transfer-Horror-Kabinett

RB Leipzig: Diese Top-Spieler ließen Rangnick abblitzen

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Gefordert: Sportdirektor Ralf Rangnick soll für personelle Verstärkung sorgen.

Leipzig - Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig braucht dringend personelle Verstärkung. Bei einigen namhaften Spielern blitzten die "Bullen" aber bereits ab. Jetzt wird die Zeit knapp.

Mit dem Aufstieg in Liga eins erfüllte sich bei RasenBallsport Leipzig ein lang gehegter Traum. Spätestens aber das Pokal-Aus gegen Zweitligist Dresden hat gezeigt, dass dringend personelle Verstärkung her muss, will man das erste Jahr in der Eliteklasse schadlos überstehen. Vor allem Sportdirektor Ralf Rangnick steht jetzt im Fokus. Bis sich das Transferfenster am 31. August schließt, muss er auch nach Meinung von Trainer Ralph Hasenhüttl für neue Spieler sorgen. Viele der bisherigen Annäherungsversuche scheiterten allerdings. Ein großes Problem für Ralf Rangnick sind wohl auch die vereinsinternen Vorgaben für Spielertransfers. Danach sollen neue Spieler nicht älter als 23 Jahre alt sein und maximal drei Millionen Euro pro Jahr verdienen. Hier eine Aufzählung an Spielern, mit denen sich RB laut Kicker beschäftigte, deren Verpflichtungen aber aus unterschiedlichen Gründen scheiterten:

Große Hoffnung hatte man in eine mögliche Verpflichtung von Stürmer Breel Embolo (19) gesetzt. Leipzig platzierte sein Angebot auf Basis des Gehalts-Maximums von drei Millionen Euro pro Jahr. Als Manchester United knapp fünf Millionen bot, stieg RB wohl aus den Gesprächen aus. Der junge Schweizer, der zuvor für den FC Basel und die Schweizer National-Elf auch schon international Erfahrung sammeln konnte, entschied sich dann für Schalke 04.

Auch mit dem österreichischen Innenverteidiger Martin Hinteregger hatte es offenbar Gespräche gegeben. Der 23-Jährige blieb aber lieber beim anderen Red-Bull-Klub in Salzburg. Hier hat er die Möglichkeit, Champions League zu spielen.

Mit Aleksandar Dragovic (25) stand daneben ein zweiter österreichischer Innenverteidiger auf der Wunschliste. Obwohl dieser gerne wechseln würde, reichten die drei Millionen Gehalt nicht aus, um Dragovic aus dem gut bezahlten Engagement bei Dynamo Kiew nach Leipzig zu locken. Zusätzlich sollen auch Bayer Leverkusen und der BVB Interesse gezeigt haben.

Ein anderer Kandidat für die Innenverteidigung war Matthias Ginter (22) von Borussia Dortmund. Der BVB will Ginter aber ungern ziehen lassen. Außerdem werben auch der HSV und der VfL Wolfsburg um das Abwehr-Talent. Starke Konkurrenz also für Leipzig.

Ein ähnliches Ergebnis hatten die Gespräche mit Nationalstürmer Kevin Volland (24), bei dem man in Sachen Alter wohl noch einmal ein Auge zugedrückt hätte. Trotz großen Interesses von beiden Seiten scheiterten die Verhandlungen wohl am Gehalt, da Volland nach Informationen der Bild knapp fünf Millionen Euro im Jahr gekostet hätte. Zu viel für RB Leipzig. In Leverkusen erwartet Volland nun darüber hinaus die Champions League.

Ebenfalls lieber bei Bayer 04 spielt Torhüter Bernd Leno. Auch er hätte mit 24 Jahren knapp über der Altersmarke der internen Transfervorschriften gelegen, was für Rangnick wohl verkraftbar gewesen wäre. Doch Leno blieb bei der Werks-Elf und kann dort Königsklasse spielen.

"RB Leipzig lässt sich nicht verbiegen"

Zehn Tage bleiben Ralf Rangnick jetzt noch in der Sommer-Transfer-Periode. Das Geld für hochkarätige Neuverpflichtungen wäre wohl durchaus vorhanden. Nach Bild-Informationen soll das Budget für neue Spieler knapp 50 Millionen Euro betragen. Ausgegeben hat RB bisher aber nur 27,5 Millionen. 

Nachdem Dresdener Fans im Pokalspiel einen Bullen-Kopf aufs Spielfeld geworfen hatten, erklärte Vorstandschef Oliver Mintzlaff: "RB Leipzig lässt sich nicht verbiegen und geht den Weg unbeirrt weiter." Diese Aussage dürfte sich wohl auch auf die internen Vorgaben und die bisherige Transfer-Politik beziehen lassen. Dass RB nicht mit den Finanzmitteln von Geldgeber Red Bull um sich wirft, hilft laut einer aktuellen Umfrage zwar dabei, das Image vom Retortenklub abzubauen. Der sportlichen Lage hingegen hilft diese Management-Entscheidung nicht.

rs

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