Real kann Meistertitel nach Blamage abhaken

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José Mourinho

Madrid - Real Madrid rutscht vor der entscheidenden Phase der Saison in die Krise. Cristiano Ronaldo wirkt zunehmend müde und Trainer Jose Mourinho redet schon von einer Rückkehr nach England.

Die Meisterschaft ist fast verspielt, der Superstar überspielt, und der Trainer hat wohl bald ausgespielt: Der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid gibt ausgerechnet kurz vor der wichtigsten Phase der Saison ein jämmerliches Bild ab. Das 0:1 bei CA Osasuna in Pamplona war bereits die zweite Auswärts-Blamage in Folge und bei sieben Punkten Rückstand auf den Erzrivalen FC Barcelona können die Königlichen den Titel eigentlich fast schon abhaken.

„Das war's mit der Liga. Der Titel geht zu 85 Prozent an Barca“, titelte die spanische Sportzeitung Marca. Zumal Madrid eigentlich acht Punkte auf Barcelona aufholen muss, da in Spanien bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zählt - und Barca hatte die erste Begegnung mit Real 5:0 gewonnen.

Jose Mourinho lehnte sich auf seiner Trainerbank weit zurück, sodass die zahlreichen Kameras ihn nur schemenhaft einfingen. Das Gesicht vergrub er tief in seinem Schal, als wolle beim uninspirierten Spiel seines Team gar nicht hinsehen. Zwei Wochen nach dem 1:1 bei Schlusslicht Almeria zeigte Real erneut, dass die Kreativabteilung mit Superstar Cristiano Ronaldo und dem deutschen Nationalspieler Mesut Özil derzeit Sand im Getriebe hat.

„Ich wurde ständig getreten. Es ist nicht zu akzeptieren, dass ein Fußballspiel zu einer Seeschlacht verkommt. Man sollte das bestrafen“, echauffierte sich Cristiano Ronaldo. Dass der Portugiese hart attackiert wird, dürfte allerdings nicht neu für ihn sein - im Gegensatz zu seiner schwachen Leistung. „CR7“ wirkte müde, als müsse er für die letzten Wochen, in denen er in nahezu jedem Spiel zum Einsatz kam, Tribut zollen.

Özil vermochte allenfalls in der ersten Halbzeit, Akzente zu setzen. Nach dem Wechsel war in Reals Weltklasse-Offensive mit Emmanuel Adebayor, Karim Benzema, Kaka und Cristiano Ronaldo nur noch wenig von dem 22-Jährigen zu sehen.

Die vielen Gesichter des José Mourinho

Die vielen Gesichter des José Mourinho

Mourinho stellte sich dennoch vor seine Spieler. „Ich kann ihnen keinen Vorwurf machen. Wir haben es nicht verdient, aber wir haben gegen ein Team verloren, das alles gegeben hat“, sagte der Portugiese. Kämpferisch war seinem Team durchaus nichts vorzuwerfen, spielerisch erwischte Real allerdings einen miesen Tag.

Die kommenden Wochen dürften für Mourinho nicht gerade angenehm werden, zumal er die Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied am Wochenende weiter befeuerte. In einem Interview sinnierte „The Special One“ über eine Rückkehr nach England: „Es war immer wichtig für mich und meine Familie, glücklich zu sein, und ich liebe den englischen Fußball, und meine Familie liebt England. Ich habe immer gesagt, dass ich eines Tages zurückkehren werde, aber vielleicht passiert das früher als erwartet.“

Der 48-Jährige hat in Madrid zwar einen Vertrag bis 2014, doch zuletzt flogen zwischen ihm und Sportdirektor Jorge Valdano die Fetzen. Mourinho forderte vehement einen Ersatz für den verletzten Mittelstürmer Gonzalo Higuain, Valdano weigerte sich jedoch große Summen auszugeben. Das Ausleihen von Adebayor von Manchester City war letztlich nur ein Kompromiss.

Soll es mit der Meisterschaft doch noch klappen, muss Real auf fremden Platz besser punkten. Bereits zwölf Zähler ließen die Madrilenen auswärts liegen, während Barcelona alle zehn Spiele gewann. Gut für Real, dass die nächste Härteprüfung im heimischen Estadio Santiago Bernabeu ansteht. Am Mittwoch empfangen Özil und Co. den FC Sevilla zum Rückspiel im Pokal-Halbfinale (Hinspiel: 1: 0). Im Finale wartet mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der FC Barcelona.

sid

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