16. Pflichtspiel-Sieg in Serie

Kroos führt Real-"Maschine" zum Sieg-Rekord

Trotz der Erfolgsserie warnte Toni Kroos vor Nachlässigkeiten. Foto: Jorge Zapata
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Trotz der Erfolgsserie warnte Toni Kroos vor Nachlässigkeiten.

Madrid - Von Müdigkeit war bei Toni Kroos nach dem 2:1 beim FC Málaga keine Rede mehr. Nur wenige Tage, nachdem er Erschöpfung beklagt hatte, führte der Weltmeister mit einer neuen Topleistung den spanischen Tabellenführer Real Madrid zum 16. Pflichtspiel-Sieg in Serie.

Zu einem Triumph-Lauf, den der Champions-League-Gewinner und erfolgreichste Club der Welt in 112 Jahren nie geschafft hatte. "Gratulation an die ganze Mannschaft, aber wir müssen weiter hart arbeiten", postete Kroos nach Abpfiff auf Facebook. Nach Rekord nun Ruhepause? Nein, danke.

Nach der Heldentat von Cristiano Ronaldo & Co. überschlugen sich die spanischen Medien am Sonntag mit Lob. "Eine gut geölte Maschine", titelte "Marca". Die Madrider Sportzeitung verstieg sich sogar zur Behauptung, dieses Real-Team sei "unschlagbar". So weit wollte Trainer Carlo Ancelotti nicht gehen. Aber auch der sonst so coole Italiener zeigte diesmal Gefühle. "Das ist wie ein Traum", sagte der 55-Jährige mit feuchten Augen. Der Rekord, mit dem er die Bestmarken von Miguel Muñóz (1960/61) und José Mourinho (2011/12) übertraf, sei aber Verdienst seiner Schützlinge.

Der historische Clubrekord ist noch beeindruckender, wenn man sich die Torbilanz anschaut: 59:9. Im La-Rosaleda-Stadion hatten die Königlichen gegen den Tabellensechsten allerdings mehr Mühe als erwartet. Vor 30 000 Zuschauern erzielten Karim Benzema (18.) und Gareth Bale (83.) die Tore der Madrilenen. Weltfußballer Ronaldo ging bei seinem 200. Sieg im Real-Trikot (266 Einsätze) erstmals nach elf Ligaspielen und 206 Tagen leer aus - doch der 29-jährige Portugiese präsentierte sich diesmal als zweifacher Torevorbereiter.

Real hätte zwar vor allem bei Kontern mehr Tore erzielen können, denn der glänzend aufgelegte Málaga-Torwart Carlos Kameni machte viele Chancen zunichte. Aber die Hausherren spielten über weite Strecken auf Augenhöhe. Drei Mal standen Real-Keeper Iker Casillas Latte und Pfosten zur Seite. Als Madrid nach Gelb-Rot für Isco in Unterzahl spielte, gelang den Andalusiern durch den Ex-Münchner Roque Santa Cruz (90.+2) das späte Anschlusstor.

Mit 33 Punkten aus 13 Runden festigte Real in der Primera División seine Spitzenposition. Nun nimmt man den spanischen Sieg-Rekord von Erzrivale FC Barcelona ins Visier. Unter Trainer Frank Rijkaard hatten die Katalanen zwischen Oktober 2005 und Januar 2006 nicht weniger als 18 Erfolge in Serie einfahren können. Im Prinzip dürfte diese Marke kein Problem sein, stehen doch für den Rekordmeister nun drei Heimspiele gegen die Amateure von Cornellá (Pokal), Celta de Vigo (Liga) sowie gegen die Bulgaren von Ludogorets Razgrad (Champions League) auf dem Programm.

Abwehrmann Sergio Ramos ist optimistisch: "Wir träumen von mehr Erfolgen und Rekorden." Doch die Worte von Kroos, der von der Zeitung "El País" mit den Worten "Ich kann den Sommer kaum abwarten, ich habe nie so viel gespielt" zitiert worden war, klingen einigen nach dem schweren Match in Málaga noch in den Ohren. Kroos spielte diese Saison bereits 1730 Minuten, aber auch Ronaldo (1705), James Rodríguez (1680) und andere Stützen werden kaum geschont. Alfredo Relaño, Direktor der Zeitung "As", ließ sich von der Euphorie nicht anstecken und warnte: "Madrid gewinnt, muss sich aber auch Sorgen machen. Ancelotti verschleißt die Stammspieler."

dpa

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