Desaströses Aus in der CL-Qualifikation

Red Bull Salzburg: "Wie eine Schülermannschaft!"

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Malmö jubelt, Red Bull ist geschockt.

Malmö - RB Salzburg ist schon wieder in der Qualifikation zur Champions League gescheitert. Beim Deja-vu in Malmö flogen (nur) die Fetzen.

Nach der Blamage sahen die Bullen rot. „Das war auf Schülerliga-Niveau“, schimpfte Verteidiger Martin Hinteregger, der das erneute Scheitern des österreichischen Serienmeisters RB Salzburg in der Qualifikation zur Champions League nicht fassen konnte. Für die Kronen-Zeitung war da schon klar, dass das 0:3 (0:3) beim schwedischen Titelträger Malmö FF nicht ohne Folgen bleiben wird. „Jetzt fliegen die Fetzen“, titelte das größte österreichische Boulevardblatt.

Außer Fetzen flog beim ambitionierten Klub des neuen deutschen Trainers Peter Zeidler in der Tat nicht viel - obwohl die Brause von Geldgeber Dietrich Mateschitz ja eigentlich Flügel verleihen soll. Zeidler sprach nach dem Absturz von „dilettantischen Fehlern“, die dazu führten, dass die Salzburger zum achten Mal in Folge den Sprung in die Gruppenphase der Königsklasse verpassten - trotz eines 2:0-Vorsprungs aus dem Hinspiel.

„Neues Spiel, altes Leid“, kommentierte die Wiener Zeitung das Deja-vu der Salzburger in Malmö, wo sie schon im vergangenen Jahr mit dem gleichen Ergebnis - damals nach einem 2:1 zu Hause - gescheitert waren. Die Salzburger Nachrichten nahmen die Wiederholung der Geschichte apathisch zur Kenntnis: „Schon wieder Malmö“.

Alles andere als teilnahmslos waren nach Spielende dagegen die frustrierten Profis und der wütende Trainer. „Was hier passiert ist, kann man noch gar nicht richtig begreifen. Die Enttäuschung ist nicht in Worte zu fassen“, sagte Zeidler, der seiner Abwehr „hanebüchene Fehler“ und dem Sturm eine schwache Chancenverwertung vorwarf.

Noch deutlicher wurde Hinteregger. „Wir haben eine Top-Ausgangsposition gehabt. Defensiv war es in der ersten Hälfte aber eine Katastrophe“, meinte der selbstkritische Abwehrspieler, der sich und seine Kollegen in die Pflicht nahm - dabei erinnerte er an Oliver Kahn und den früheren RB-Coach Roger Schmidt (heute Bayer Leverkusen).

„Wir müssen überlegen, wie wir vom Kinderfußball wieder zu dem Fußball zurückzukommen, den wir unter Roger Schmidt gelernt haben. “Eier, wir brauchen Eier', hat Oliver Kahn einmal gesagt„, sagte Hinteregger: `Das trifft auch auf unsere Situation zu.“

Damit bezog sich der Verteidiger nicht nur auf das Aus in Malmö. Auch in der heimischen Liga ging der Saisonstart mit zwei Niederlagen total daneben. Zeidler, dessen Team immerhin noch an den Play-offs zur Europa League teilnehmen darf, steht bereits gehörig unter Druck.

Vor 19.520 Zuschauer in Malmö war der Vorsprung aus dem Hinspiel schnell verspielt. Der frühere Augsburger Nikola Durdic (7.) und der ehemalige Bremer Markus Rosenberg (14.) hatten Malmö früh in Führung gebracht, Vladimir Rodic (42.) noch vor der Pause auf 3:0 erhöht. Im zweiten Durchgang konnten die Gäste trotz einer Gelb-Roten Karte für Malmös Enoch Adu (64.) keinen Treffer mehr erzielen.

In der Nacht vor dem Spiel war bereits die Heckscheibe des Teambuses, der vor dem Mannschaftshotel geparkt war, durch einen Böllerwurf zu Bruch gegangen. Immerhin wurde niemand verletzt.

sid

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