Remis gegen Fürth

HSV vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit

HSV Fürth
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Hamburgs Johan Djourou (r) hebt neben dem Fürther Niclas Füllkrug die Arme.

Hamburg - Nach einem saft- und kraftlosen Auftritt steht Bundesliga-Gründungsmitglied Hamburger SV nach 51 Jahren vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit.

Die Hanseaten kamen am Donnerstag im ersten Relegationsspiel gegen den Zweitliga-Dritten SpVgg Greuther Fürth nicht über ein 0:0 hinaus und verpassten die Gelegenheit, sich mit Blick auf ihre notorische Auswärtsschwäche ein Polster für das Rückspiel am Sonntag (17.00 Uhr) in Franken zu verschaffen. Fehlen wird den Fürthern dann Außenverteidiger Niko Gießelmann, der sich die fünfte Gelbe Karte der Saison einhandelte.

Die Gäste verdienten sich das Unentschieden vor 57.000 Zuschauern durch eine engagierte Vorstellung und waren dem Sieg deutlich näher als der harmlose HSV. „Fürth ist die bessere Mannschaft. Ich bin froh, dass es noch 0:0 steht“, sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende Carl Jarchow schon zur Pause im TV-Sender Sky ernüchtert.

Nach der jüngsten Negativserie von fünf Niederlagen am Stück agierten die Hamburger im ersten Alles-oder-Nichts-Spiel um den Liga-Verbleib ohne Sicherheit und Selbstvertrauen. Im Gegensatz zum verkrampften HSV spielten die Fürther gestützt auf eine stabile Abwehr erfrischenden Offensiv-Fußball und können nun auf ein zweites Gastspiel in der Eliteklasse hoffen. Bereits in der Spielzeit 2012/13 waren die Franken Erstligist.

HSV ohne Adler

Kurz vor dem Anstoß hatte der HSV eine Hiobsbotschaft verkraften müssen. Stammtorhüter Rene Adler klagte nach dem Aufwärmen über Rückenprobleme und signalisierte, dass er nicht spielen könne. Für den etatmäßigen Schlussmann kam Jaroslav Drobny zu seinem fünften Pflichtspieleinsatz in dieser Saison. Mit einer soliden Leistung erwies sich der Tscheche als Rückhalt für die mit 75 Gegentoren schwächste Hintermannschaft der Liga. Auf Abwehrchef Heiko Westermann verzichtete Trainer Mirko Slomka nach dem Aussetzer des Innenverteidigers in Mainz freiwillig. Für ihn kam Johan Djourou zum Zuge.

Die Franken, die von den letzten 14 Zweitliga-Spielen nur eines verloren hatten, zeigten keinerlei Respekt. Die Mannschaft von Frank Kramer attackierte früh und suchte mit überfallartigen Kontern den Weg zum HSV-Tor. Dem frei stehenden Zoltan Stieber bot sich in der 17. Minute die erste Chance des Spiels, doch der Fürther Angreifer traf den Ball nicht richtig und verzog. Neun Minuten später lenkte Drobny einen Schuss von Ilir Azemi mit dem Fuß zur Ecke und bewahrte die in der Defensive wankenden Hanseaten vor dem drohenden Rückstand.

Während der Zweitligist das Mittelfeld mit flotten Kombinationen überbückte, agierte der verunsicherte HSV ideenlos und kam nur durch Standards vor das Gehäuse des früheren Hamburgers Wolfgang Hesl. Auch die Leistungsträger blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Sturm-Hoffnung Pierre-Michel Lasogga lief sich immer wieder in der Abwehr fest, Rafael van der Vaart konnte das Tempo der Gegenspieler nur selten mitgehen. Die Versuche von Hakan Calhanoglu aus der Distanz glichen Verzweiflungsschüssen.

Auch nach dem Seitenwechsel stellte Greuther Fürth das zielstrebigere Team. Gießelmann (51.) per Kopf und Nikola Djurdjic (53.), der knapp an einer scharfen Hereingabe vorbeirutschte, boten sich die nächsten Möglichkeiten zur eigentlich verdienten Führung der Gäste. Erst in der 65. Minute kamen die bisweilen hilflos wirkenden Hausherren zu ihrer ersten richtigen Torchance durch Lasogga, dessen Kopfball Hesl aber sicher parierte. Fünf Minuten vor dem Ende scheiterte Lasogga erneut am glänzend reagierenden Gäste-Keeper.

dpa

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