Hungrige Bayern: Können alles gewinnen

Bayern-Coach Pep Guardiola im Gespräch mit Franck Ribéry. Foto: Sven Hoppe
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Bayern-Coach Pep Guardiola im Gespräch mit Franck Ribéry. Foto: Sven Hoppe

Doha (dpa) - Die Bayern geben wieder Vollgas - und Pep Guardiola ist voll in seinem Element. Zum Start der Münchner Titel-Mission für 2015 duldet der spanische Erfolgscoach trotz des gigantischen Liga-Vorsprungs im Trainingslager in Katar kein Nachlassen.

Lautstark erteilt Guardiola in Doha dem Team um Weltfußballer-Kandidat Manuel Neuer die Anweisungen, detailversessen achtet er im Wüstenstaat auf die Übungsqualität, immer tiefer verankert er seine Fußball-Philosophie im Meisterteam.

"Mein Ziel ist es, jeden Tag besser zu spielen, weil man dann für die wichtigen Spiele ein besseres Vertrauen hat", betonte Guardiola an der Ostküste der arabischen Halbinsel am Persischen Golf. Die Meisterschaft sei "der wichtigste Titel", erklärte der 43-Jährige. Aber nur die Schale ist eben nicht genug. "Ich weiß, wie wichtig die Champions League für diesen Verein ist." Und für ihn selbst.

Angetrieben vom Hunger auf mehr und mehr Titel sind auch seine Stars nach knapp drei Wochen Weihnachtsferien schnell wieder auf Betriebstemperatur gekommen. "Nach dem Urlaub ist ein Trainingslager immer gut für die Konzentration", erklärte ein titelhungriger Franck Ribéry. "Wir haben eine Mannschaft, die alles gewinnen kann. Aber es wird schwierig."

Drei Wochen hat Guardiola Zeit, sein Team für den Liga-Gipfel gegen den schon um elf Punkte distanzierten Tabellenzweiten VfL Wolfsburg einzustimmen. "Wenn wir in der Lage sind, die ersten fünf, sechs Spiele gut zu spielen, haben wir einen überragenden Schritt für die Verteidigung unseres Bundesliga-Titels gemacht", sagte Guardiola - und schwärmt wie alle im Bayern-Tross von den "überragenden Bedingungen" in der Aspire Academy.

An die erste Saisonhälfte dürfe man nunmehr keine Gedanken verschwenden, mahnte Matthias Sammer am Sonntag im WM-Ort von 2022. Der Sportvorstand versuchte dies mit einem weißen Blatt Papier zu symbolisieren, das er zusammenfaltete und sich unter die Trainingsjacke schob. "Für die Hinrunde kriegst du nichts, außer dass du ein bisschen Vorsprung hast", erklärte Sammer. Und der gelte nicht einmal für DFB-Pokal und Champions League.

Drei Teamtitel sind für die Münchner in diesem Jahr drin, zuerst aber geht es für Neuer an diesem Montag um die Krone des Weltfußballers. "Manu muss sehr stolz auf sich sein, weil es sehr schwer ist, einer von den drei besten Spielern in der Welt zu sein", pries Guardiola seine Nummer 1. Sein Rat an Neuer: "Gehe dahin und habe Spaß".

Beim Training im Emirat, egal ob im Sonnenschein am Samstag oder bei der windigen Einheit am Sonntag, war Neuer mit blendender Laune bei der Sache. Neuer, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller imitierten nach dem Training mit Blick auf die WM in ein paar Tagen auch noch schnell ein paar Handball-Aktionen.

"Man lacht, man hat viel Spaß auf dem Trainingsplatz", schilderte Holger Badstuber, der nach mehreren Verletzungspausen "Schritt für Schritt" den Anschluss an die Kollegen finden möchte. "Sie sind auf einem sehr hohen Niveau. Da will ich auch wieder hin", betonte der 25-Jährige. Sein Kumpel Bastian Schweinsteiger geht nach einer schwierigen Hinrunde im Training längst wieder voran, David Alaba soll noch in Katar wieder Einheiten mit der Mannschaft absolvieren. Kleinere Blessuren oder kürzere Pausen wie in Doha von Juan Bernat, Medhi Benatia, Mario Götze oder Claudio Pizarro seien "kein Problem", beteuerte Guardiola.

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