Guardiola ist ein großer Fan

An Bayer-Trainer Schmidt scheiden sich die Geister

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Roger Schmidt.

Leverkusen - Mit unbedachten Äußerungen hat Roger Schmidt zuletzt für reichlich Wirbel gesorgt. An dem Trainer von Bayer Leverkusen scheiden sich die Geister.

Bayern Münchens Erfolgstrainer Pep Guardiola ist ein „big, big Fan“ von Roger Schmidt, für den Kölner Coach Peter Stöger ist der Trainer von Bayer Leverkusen dagegen ein Kollege mit mangelndem Respekt: Am Nachfolger von Sami Hyypiä respektive Sascha Lewandowski auf der Bank des Werksklubs scheiden sich die Geister.

Schmidt, der sich mit Bayer bereits vor dem letzten Gruppenspiel bei Benfica Lissabon für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert hatte, polarisiert. Kritik lächelt der 47-Jährige zumeist mit einer ihm eigenen Nonchalance weg, die Spötter als Arroganz und Überheblichkeit werten. Aber in seinem knappen halben Jahr als Bundesliga-Trainer hat sich der gelernte Werkzeugmechaniker auch einige Freunde gemacht.

Dazu zählt offenbar Guardiola. „Er denkt immer nach vorne. Ich bin ein big, big Fan seiner Spielweise“, hatte der Spanier den Bayer-Trainer vor dem 1:0 der Münchner am vergangenen Samstag in den höchsten Tönen gelobt. Schmidt gingen diese Worte runter wie Öl: „Natürlich freut es einen, wenn ein renommierter Kollege so anerkennend über einen spricht.“

Weniger gefreut haben dürfte den Bayer-Coach die Einschätzung des früheren Nationaltorwarts Toni Schumacher, der Schmidt mangelnde Kinderstube vorgeworfen hatte. „Man trampelt nicht auf anderen Klubs und Trainern herum. Das verdient die Note 6 in Benehmen“, sagte der frühere Vize-Präsident des 1. FC Köln, nachdem sich Schmidt im Anschluss an den 5:1-Kantersieg der Werksfußballer gegen den Aufsteiger despektierlich über Stöger geäußert hatte. Schumacher legte Schmidt nahe, „die Bodenhaftung nicht zu verlieren“.

Schmidt hatte den FC-Trainer, der ihm 2013 den österreichischen Meistertitel vor der Nase weggeschnappt hat (Schmidt betreute RB Salzburg, Stöger Austria Wien), nach dem Derby in Rage gebracht. Schmidts Äußerung, er wäre lieber gar kein Trainer, als einer, der so defensiv spielen lässt wie Stöger, hatte der FC-Coach in Anspielung auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten von Bayer entsprechend gekontert: „Respekt gibt es auf dem Transfermarkt eben nicht zu kaufen.“

Schmidt ruderte anschließend zurück, überzeugend wirkte seine halbherzige Entschuldigung aber nicht. Dabei hatte er sich bereits Ende November nach der 0:1-Niederlage in der Champions League gegen den AS Monaco einen Fauxpas erlaubt. Auf die Feststellung von ZDF-Moderator Oliver Welke, dass der Druck für die Werkself am letzten Spieltag bei Benfica nach der Pleite gegen Monaco größer sei, erwiderte der Bayer-Coach: „Ja, aber das ist Champions League. Es ist kein Wettbewerb, wo nur Frauenmannschaften rumlaufen.“

Gerüffelt von den Bayer-Verantwortlich wurde Schmidt weder für diese respektlose Aussage noch für die gegenüber Stöger. Im Gegenteil: Sportdirektor Rudi Völler rühmt vielmehr die Qualitäten seines Trainers: „Wir waren auch unter anderen Trainern zuletzt erfolgreich und haben uns für das internationale Geschäft qualifiziert. Aber unsere Spielweise ist besser. Es ist toll, dass Roger Schmidt bei uns ist.“

Auch Schmidt fühlt sich am Rhein wohl und hat dort noch Großes vor. Vergangene Woche betonte er noch einmal, dass er mit Bayer etwas Einzigartiges schaffen will: „Wir wollen unseren neuen Stil auf die Spitze treiben und möglichst etwas Außergewöhnliches schaffen. Wir wollen anders als in de Vergangenheit spielen, deshalb bin ja hier“, sagte er und konnte sich damit einen Seitenhieb auf Hyypiä nicht verkneifen.

Der Finne war zum selben Zeitpunkt der Vorsaison aber deutlich erfolgreicher, hatte nach 14 Spielen mit Bayer als Tabellenzweiter satte 34 Punkte auf dem Konto und lag nur vier Zähler hinter den Bayern. Aktuell sind es nur 23 Punkte, dafür aber 13 Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter.

sid

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