Russland unterstützt Infantino bei FIFA-Präsidentenwahl

Gianni Infantino will FIFA-Präsident werden. Foto: Andy Rain
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Gianni Infantino will FIFA-Präsident werden. Foto: Andy Rain

Die Rückendeckung für den UEFA-Generalsekretär Infantino wächst. Auf Russlands Stimme kann er bei der FIFA-Wahl bauen. Die Sportnation bringt sich 500 Tage vor Beginn des Confederations Cups schon mal in Feierstimmung auch für die WM 2018.

Moskau (dpa) - Russland setzt bei der Wahl des FIFA-Präsidenten auf den Schweizer Gianni Infantino und schließt sich damit vielen europäischen Verbänden an.

"Infantino ist unser Kandidat", sagte der Sportminister und russische Verbandschef Witali Mutko in Moskau. "Er ist in der Lage, die vielseitigen Probleme (der FIFA) zu lösen und die Fußball-Familie zu vereinen", meinte Mutko nach einem Treffen mit UEFA-Generalsekretär Infantino.

Anschließend präsentierte Mutko bei einer Gala im Moskauer Edelkaufhaus Gum das Logo für den Confederations Cup, der 2017 in Russland steigt. Die schemenhafte Darstellung des Pokals - von einem mythologischen Feuervogel in flammendes Rot gehüllt - spiegele Kraft, Schnelligkeit und Weisheit Russlands, sagte Mutko.

Der Fußball-Weltverband FIFA wählt bei einem außerordentlichen Kongress in Zürich am 26. Februar einen neuen Präsidenten als Nachfolger des wegen Korruptionsvorwürfen gesperrten Joseph Blatter. Als Favorit gilt Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa (Bahrain).

Die meisten europäischen Verbände stützen Infantinos Kandidatur. Nach eigener Darstellung rechnet er bereits mit mehr als 100 von 209 Stimmen. Der Deutsche Fußball-Bund und der französische Verband hatten sich für eine Wahl des aktuellen UEFA-Generalsekretärs stark gemacht. Auch Dänemark erklärte am Dienstagabend seine Unterstützung, tags darauf folgte Lettland.

Der Schweizer Infantino dankte Mutko für die Hilfe. Russland habe bei der Vorbereitung der Weltmeisterschaft 2018 mehrfach gezeigt, welch mächtiges Land es sei. "Russland muss ein Vorbild im weltweiten Fußball sein", sagte Infantino Agenturen zufolge.

Eine Vorbildfunktion der russischen Sportnation mahnte auch der französische Ex-Nationalspieler Christian Karembeu an - im Kampf gegen Rassismus im Fußball. "Russland muss mit gutem Beispiel voran gehen", sagte der Weltmeister von 1998 der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Gala 500 Tage vor dem Confederations Cup. Dafür gebe es die Voraussetzungen, denn im größten Land der Erde lebten viele ethnische und religiöse Gruppen, sagte Karembeu.

Ausländische Fußballer in Russland hatten in den vergangenen Monaten mehrfach über rassistische Anfeindungen durch Fans geklagt. Der Sport habe die Macht, die Menschen zu vereinen, betonte Karembeu.

Der 45 Jahre alte frühere Defensivmann von Real Madrid durfte bei der Gala den Pokal des Confederations Cups vorführen. Das Turnier findet 2017 in vier russischen Städten statt. Deutschland ist als amtierender Weltmeister qualifiziert.

Mitteilung Dänemark

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