Trainer muss gehen

Leverkusen wirft Hyypiä raus

Sami Hyypiä
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Sami Hyypiä.

Hamburg - Bayer Leverkusen hat rund 13 Stunden nach der 1:2-Niederlage beim Hamburger SV die Trennung von Trainer Sami Hyypiä bekanntgegeben.

Um 9.00 Uhr rollte Sami Hyypiä in seinem schwarzen Mercedes auf das Vereinsgelände von Bayer Leverkusen, zwei Stunden später war der Finne beim Werksklub nur noch Geschichte. Der Fußball-Bundesligist hat nach nur einem Sieg in zwölf Pflichtspielen die Reißleine gezogen und den 40-Jährigen nach der 1:2 (0:1)-Niederlage beim Hamburger SV fünf Spieltage vor Saisonende trotz seines bis Juni 2015 laufenden Vertrags entlassen. Sascha Lewandowski, zuletzt Leiter der Nachwuchsabteilung, soll Bayer im Saisonendspurt nun erneut in die Champions League führen.

„Die dramatische Entwicklung der jüngsten Wochen ließ uns keine andere Wahl. Wir wollen und müssen alles versuchen, die Saison noch zu retten“, sagte Sportdirektor Rudi Völler. Die Vereinsführung sah die sportlichen Ziele nach dem Einbruch in der Rückrunde gefährdet. Man sei zu dem Schluss gekommen, die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb unter Leitung des Finnen nicht mehr gewährleisten zu können, hieß es in der offiziellen Mitteilung.

Völler bedauerte die Entlassung: „Diese Entscheidung ist uns mehr als schwer gefallen, denn Sami hat in den vergangenen zwei Jahren einen tollen Job gemacht. Was er gemeinsam mit seinem Trainerteam noch in der Hinrunde aus unserer Mannschaft herausgeholt hat, war weit über den Erwartungen und hat ihm Lob von allen Seiten eingebracht. Umso schmerzhafter ist für uns der jetzige Einbruch.“

Bayer-Geschäftsführer Michael Schade dankte Hyypiä für die geleistete Arbeit: „Er hat sowohl als Spieler als auch als Trainer Herausragendes für uns geleistet und damit großen Anteil an den Erfolgen der vergangenen Jahre.“

Nun soll Lewandowski das Ruder herumreißen. Er leitet am Sonntag erstmals das Training. In der vergangenen Saison waren er und Hyypiä noch gemeinsam für die Mannschaft verantwortlich, am Ende stand die direkte Qualifikation für die Champions League. „Sascha hat bewiesen, dass er ein Toptrainer ist und uns schon einmal - nach dem Scheitern von Robin Dutt gemeinsam mit Sami Hyypiä - in einer kritischen Situation geholfen. Wir glauben fest daran, dass es ihm abermals gelingen wird“, sagte Völler.

Lewandowski betonte, dass es für ihn keine leichte Situation sei: „Wir haben mehr als ein Jahr lang gemeinschaftlich die Verantwortung für diese Mannschaft getragen. Da übernimmt man nicht ohne zu bedauern, dass der einstige Partner seine Vorstellungen nicht mehr verwirklichen konnte. Aber als Angestellter des Vereins stehe ich auch in der Verantwortung, meinem jetzigen Auftrag gerecht zu werden. Wir werden alles tun, diese Spielzeit doch noch zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.“

Noch bis zur Winterpause lief bei Bayer alles nach Plan. Platz zwei in der Liga, Achtelfinale in der Champions League, Viertelfinale im DFB-Pokal - unterm Bayer-Kreuz wurden Erfolge bejubelt. Doch der Einbruch folgte ab Januar. Im Pokal scheiterten die Leverkusener am Zweitligisten Kaiserslautern, in der Königsklasse war der französische Meister Paris St. Germain eine Nummer zu groß. In der Liga ist plötzlich selbst die Europacup-Qualifikation in Gefahr.

Schade glaubt fest an die rechtzeitige Wende in der verkorksten Rückrunde. „Sascha Lewandowski kennt die Mannschaft aus dem Effeff, er kennt die Strukturen des Vereins und braucht deshalb keine große Eingewöhnungszeit. Wir denken, dass dies ein großer Vorteil in unserer jetzigen Situation ist und dass so schneller geeignete Maßnahmen eingeleitet werden können, um das Schiff wieder auf Kurs zu bringen“, meinte der Bayer-Boss.

Neben Hyypiä, der in dieser Saison als siebter Bundesligatrainer vorzeitig gehen musste, wurde auch Co-Trainer Jan-Moritz Lichte entlassen. Als Nachfolger des Finnen, der zuletzt immer ratloser wirkte und kein Mittel gegen die Krise fand, werden ab dem Sommer Armin Veh, Thomas Schaaf und Markus Weinzierl gehandelt. Veh wird seinen Vertrag in Frankfurt nicht verlängern und wäre ebenso frei wie der langjährige Bremer Trainer Schaaf. Weinzierl steht beim FC Augsburg noch bis Juni 2017 unter Vertrag.

dpa/sid

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