Weltmeister hat große Ziele

Khedira in Turin vorgestellt: "Forza Juventus!"

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Sami Khedira will bei Juve wieder an alte sportliche erfolge anknüpfen.

Turin - Sami Khedira startet seine Karriere neu: Bei Juventus Turin geht es für den Weltmeister auch um seinen Platz im EM-Team 2016.in Turin.

Sami Khedira gab sich wie gewohnt freundlich und völlig entspannt. Dass diese Momente im Juventus Stadium mit die wichtigsten in der jüngeren Karriere des Weltmeisters waren, war bei der Präsentation des Turiner Neuzugangs am Mittwochnachmittag, die dieser überraschend in fließendem Italienisch einleitete, nicht zu erahnen.

Und doch: Beginnend mit dem ersten Tag bei der „alten Dame“ steht Khedira vor der schweren Herausforderung, seine Laufbahn wieder in Schwung zu bringen - und sich im Team von Bundestrainer Joachim Löw für die EM 2016 festzuspielen. „Ich verspreche, dass ich alles geben werde, um mit diesem Klub Geschichte zu schreiben“, sagte er, und beschloss seine kurze Eingangserklärung, die er von einem mitgebrachten Zettel ablas, mit den Worten: „Forza Juventus! Grazie.“

Löw traut dem 28-Jährigen nach fünf Jahren bei Spaniens Rekordmeister Real Madrid die Umstellung zu. „Sami ist ein Spieler, der sich sehr gut anpassen kann“, sagte er. Überhaupt ist der Bundestrainer überzeugt, dass der Wechsel „für ihn gut sein wird“, hat Khedira in der abgelaufenen Saison bei Real doch keine Rolle mehr gespielt. Entsprechend strahlte Khedira am Mittwoch große Vorfreude aus.

„Ich bin stolz, Teil dieses großen Klubs zu sein“, sagte er, und sprach von einer „großen Ehre“, wie Zinedine Zidane, Michel Platini oder Jürgen Kohler das schwarz-weiße Trikot tragen zu dürfen. „Die Philosophie des Vereins und meine ist immer das Maximum, alle Titel zu gewinnen, danach muss man streben“, fügte er an. Und: Er wolle „die Mannschaft verstärken und sie mit meinen Stärken besser machen“.

Die Ansprüche des größten Klubs auf dem Stiefel hat Khedira also schon verinnerlicht. In der vergangenen Saison durfte Juve lange vom ersten Triple der ruhmreichen Klubgeschichte träumen. Doch nach Scudetto und Pokalsieg ging das Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona verloren (1:3).

Mit Khedira, der bis 2019 unterschrieb, und einer groß angelegten Transferoffensive sollen zumindest die ebenfalls mutig investierenden Mailänder Klubs auf Distanz gehalten werden. Für den früheren Wolfsburger und Münchner Mario Mandzukic (Atletico Madrid, 19 Millionen Euro), Paulo Dybala (US Palermo, 32), Simone Zaza (US Sassuolo, 18) und Roberto Pereyra (Udinese Calcio, 14) sowie einige Nachwuchskräfte gab Juve bereits über 80 Millionen Euro aus. Dazu ist ein Transfer von Nationalspieler Antonio Rüdiger vom VfB Stuttgart ins Piemont im Gespräch. Dem stehen Abgänge von unter anderem Andrea Pirlo und Carlos Tevez gegenüber.

Am Donnerstag bittet Juve zum Trainingsstart, Khedira jedoch nahm bereits am Montag seinen Dienst auf. Bei seinem ersten Training betrat er den Trainingsplatz im Klubzentrum Vinovo mit erhobenem linken Daumen und einem angedeuteten Lächeln. Das wurde am Mittwoch breiter, als er sich gut gelaunt im rosa Trainingsshirt als Schwiegermamas Liebling präsentierte.

Über die Nationalmannschaft sprach er nicht, und über Madrid nur Gutes. Es habe „überhaupt keinen Stress“ mit Real gegeben, betonte er: „Ich bin im Guten gegangen. Ich habe einfach für mich schon vor langer Zeit entschieden, dass ich eine neue, große Herausforderung annehmen möchte.“

Den Neustart geht Khedira mit der passenden Trikotnummer an: Er wird die „28“ tragen - wie zu Beginn seiner Profizeit beim VfB Stuttgart, „weil sie mir sehr viel Glück gebracht hat“.

sid

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