Bundesliga-Ergebnisse

Sieg für Freiburg, Horror-Woche für Hertha 

1. FC Köln - SC Freiburg
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Kölns Torwart Timo Horn (unten) kommt vor Freiburgs Vladimir Darida an den Ball, links Kölns Kevin Wimmer.

Köln - Der SC Freiburg hat mit dem ersten Saisonsieg den Befreiungsschlag geschafft. Fünf Tage nach dem bitteren Pokal-Aus beim Drittligisten Arminia Bielefeld unterlag Hertha BSC auch beim FC Paderborn.

Der SC Freiburg hat den ersten Bundesliga-Sieg seit über einem halben Jahr gefeiert und darf im Abstiegskampf auf die Wende hoffen. Die Breisgauer setzten sich beim Aufsteiger 1. FC Köln mit 1:0 (0:0) durch und verbuchten den ersten Erfolg nach zwölf Ligaspielen. Vladimir Darida beendete per Handelfmeter (50.) die längste Negativserie unter Trainer Christian Streich.

Mit acht Punkten liegt Freiburg auf dem Relegationsrang 16. Die Kölner, neun Tage vor Beginn der jecken Zeit im eigens entworfenen Karnevalstrikot aufgelaufen, verpassten dagegen den dritten Bundesligasieg in Folge und sind mit zwölf Punkten Elfte.

„Wir haben das Gegentor aus dem Nichts bekommen“, sagte FC-Sportdirektor Jörg Schmadtke bei Sky: „Dann haben wir versucht anzurennen, aber keine vernünftige Lösung gefunden.“

Vor 49.500 Zuschauern waren die Gastgeber erstmals in dieser Saison als Favorit ins Spiel gegangen und mussten damit auch in die ungeliebte Rolle der spielgestaltenden Mannschaft schlüpfen. Die Freiburger standen tiefer in der eigenen Hälfte, und der FC hatte zunächst Probleme, Torchancen zu erspielen. Da Freiburg bei den eigenen Versuchen jedoch auch keine Mittel gegen die bis dahin drittbeste Defensive der Liga fand, entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein fades Spiel ohne echte Höhepunkte.

Vier Tage vor dem Auftritt in Köln hatte Freiburg im DFB-Pokalspiel beim Zweitligisten 1860 München durch einen 5:2-Sieg neuen Mut geschöpft. „Da haben wir wieder miteinander Fußball gespielt“, sagte Streich, „das war Freiburg.“ In Köln blieb zunächst zwar vieles Stückwerk, die gefährlicheren Szenen bis zur Pause gehörten dennoch dem SC. Zweimal verfehlten Distanzschüsse von Darida jedoch ihr Ziel (16./34.).

Die Kölner Fans mussten bis zur 42. Minute auf eine echte Möglichkeit ihrer Mannschaft warten: Yuya Osako spitzelte den Ball knapp am Tor vorbei. Der japanische Nationalspieler spielte erstmals seit einem Monat von Beginn an, nachdem der bislang gesetzte Marcel Risse sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hatte.

Nach der Pause drohte ein ähnliches Bild, doch ein unvorsichtiger Einsatz von Mergim Mavraj machte das erste Tor des Spiels möglich: Kölns Verteidiger grätschte mit ausgefahrenen Armen in eine Flanke von Admir Mehmedi, Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) entschied zu Recht auf Handelfmeter. Darida verwandelte sicher gegen Timo Horn, der noch am Dienstag im Pokal beim MSV Duisburg (4:1 i.E.) zwei Elfmeter gehalten hatte.

In der Folge stand der SC weiter sicher. Die Kölner agierten in Strafraumnähe dagegen unentschlossen, die nächsten Chancen gehörten erneut den Gästen: Darida (67.) prüfte Horn mit einem weiteren gefährlichen Schuss aus der Distanz, wenig später parierte der Keeper einen Versuch des Ex-Kölners Sebastian Freis (72.).

Beste Spieler der Kölner waren Pawel Olkowski und mit Abstrichen Daniel Halfar, beim SC überzeugten Darida und der umsichtige Innenverteidiger Marc Torrejon.

Paderborn schlägt schwache Hertha 3:1

Applaus für den Aufsteiger: Mit bedingungsloser Offensive und tollem Kampfgeist hat der SC Paderborn den Auswärtsfluch von Hertha BSC verlängert und beim 3:1 (1:1) den vierten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga gefeiert. Matchwinner für die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter waren am Sonntagabend Marvin Bakalorz mit seinem ersten Bundesliga-Tor (28. Minute), SC-Rekordschütze Elias Kachunga (53.) und Alban Meha (76.). Salomon Kalou hatte vor knapp 14 630 Zuschauern in der Benteler-Arena zum schmeichelhaften 1:1 (41.) für die schwachen Berliner getroffen, die schon seit fast acht Monaten auswärts nicht mehr gewonnen haben. Die Quittung bekamen sie von ihren Fans per Plakat: „Versager!“

SC-Coach Breitenreiter konnte mit „voller Kapelle“ antreten, alle Stammspielern waren an Deck. Meha und Marvin Ducksch, Torschütze beim 3:1 gegen Frankfurt, durften zum ersten Mal in der Startelf ran. Der hochmotivierte Aufsteiger legte furios los, schon in der 3. Minute lag die Führung in der Luft: Moritz Stoppelkamps Fernschuss parierte BSC-Keeper Thomas Kraft, Sekunden später scheiterte Kachunga mit einer Riesen-Kopfballchance - der Pfosten stand im Weg.

Die Berliner, die auf den verletzten Stürmer Julian Schieber verzichten mussten, sahen sich im ersten Erstliga-Duell mit den zweikampfstarken Ostwestfalen über weite Strecken in die Defensive gedrängt. Das 1:1 durch Kalou kam wie aus dem Nichts: Eine perfekte Flanke des ehemaligen Paderborners Marcel Ndjeng köpfte der Ivorer aus fünf Metern ins Tor. Für Hertha-Coach Jos Luhukay war Paderborn 2005/06 die erste Profistation als Trainer.

Weil die Paderborner nur den Vorwärtsgang kannten, stand der frühere Bayern-Torwart Kraft in seinem 75. Bundesliga-Spiel viel öfter im Mittelpunkt, als ihm lieb war. Beim 0:1 war der Keeper aber chancenlos, nach einem Blackout der Hertha-Abwehr hämmerte Bakalorz den Ball aus 15 Metern ins Netz.

Mit einer starken Parade rettete Kraft Sekunden vor der Pause gegen Paderborns Kapitän Uwe Hünemeier. Beim 2:1 durch einen reaktionsschnellen Kopfball Kachungas nach Flanke von Jens Wemmer stand er wie erstarrt auf der Linie, auch bei Mehas 18-Meter-Kracher war er chancenlos. Schon in der letzten Saison in der 2. Liga war Meha mit neun Weitschusstoren der Distanzkönig der Liga, auch sein erstes Bundesliga-Tor erzielte er nun von außerhalb des Strafraums..

Fünf Tage nach der Pokalblamage beim Drittligisten Arminia Bielefeld hatten die mitgereisten Berliner Fans eine unmissverständliche Ansage gemacht: „Wir wollen euch kämpfen sehen!“, skandierten sie. Doch nach vorn ging für die Gäste, die seit fast acht Monaten (22. Februar/2:1 in Stuttgart) kein Auswärtsspiel mehr gewonnen haben, praktisch gar nichts. In der ersten halben Stunde gewann Hertha lediglich drei von zehn Zweikämpfen. Valentin Stockers technisch gekonnter Versuch aus 16 Metern war der erste Schuss der Herthaner auf das SC-Tor - in der 17. Minute.

SID/dpa

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