Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale

Schalke? Real denkt lieber an den Clasico

Zu müde? Real-Coach Carlo Ancelotti hat seinen Mittelfeld-Motor Toni Kroos vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Schalke in Schutz genommen.
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Zu müde? Real-Coach Carlo Ancelotti hat seinen Mittelfeld-Motor Toni Kroos vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Schalke in Schutz genommen.

Madrid - Real Madrid fürchtet gegen Schalke zwar nicht um das Weiterkommen in der Königsklasse, aber der Sturz von der Tabellenspitze in der Primera Division lässt in der spanischen Hauptstadt die Alarmglocken schrillen.

Schalke 04 ist der nächste Gegner von Real Madrid, und doch reden alle über den FC Barcelona. Die Pflichtaufgabe am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen den Bundesliga-Fünften interessiert kaum jemanden, der Clasico in zwei Wochen beschäftigt schon jetzt Fans und Journalisten. Das Duell beim Erzrivalen am 22. März soll die Krise von Cristiano Ronaldo und Co. beenden, der erwartete Einzug ins Viertelfinale der Champions League gegen die Gelsenkirchener ist nicht mehr als eine Randnotiz.

„Wir reparieren das im Camp Nou“, zitierte die Sporttageszeitung Marca einen nicht genannten Real-Spieler. Nach dem unerwarteten 0:1 bei Athletic Bilbao und dem Verlust der Tabellenführung an Barca blicken alle auf das richtungweisende Spitzenspiel in Barcelona. Gewinnt Real beim Erzrivalen, liegen die Königlichen wieder vorne - so die Rechnung. Dass die Madrilenen vorher nicht nur gegen Schalke, sondern auch noch gegen UD Levante antreten müssen, fällt unter den Tisch - zwei Siege sind Pflicht.

Erstmals spürt in diesen Tagen auch Weltmeister Toni Kroos Gegenwind. Nach dem „Kollaps im San Mames“ bekam der Ex-Münchner seine Fehlpässe in den spanischen Zeitungen vorgerechnet. Kommentatoren mutmaßten, Kroos schwächele, weil er den Spielrhythmus ohne Winterpause nicht gewohnt und wegen des Ausfalls von Luka Modric mehr laufen müsse. „Ich glaube nicht, dass Toni müde ist“, sagte Trainer Carlo Ancelotti am Montag, „eine Pause ist nicht notwendig.“

Noch mehr Kritik prasselt indes auf die Superstars und den Trainer ein. „Die BBC sendet nicht mehr“, schrieb AS mit Blick auf das Angriffstrio Gareth Bale, Karim Benzema und Cristiano Ronaldo. In den vergangenen 14 Spielen erzielten die Drei nur 15 Tore. Vor allem Weltfußballer Ronaldo gibt Rätsel auf. „Real leidet unter Ronaldos Formkrise“, schrieb Sport.

Ancelotti in der Kritik

Schon wird hitzig diskutiert, ob Ancelotti nicht sein System umstellen müsste. Statt 4-3-3 ein 4-4-2 wünschen sich viele Fans und Kommentatoren. AS fragte gar schon, wer aus dem Sturm-Dreier raus müsse. Die Antwort der Real-Anhänger: Bale. Ancelotti betonte jedoch immer: „Wenn sie fit sind, spielen BBC.“

Der Italiener ist selbst ins Kreuzfeuer der Kritiker geraten. Eine „weiche Hand“ wird ihm vorgeworfen, weil er nach Ronaldos Geburtstagsparty nach der 0:4-Derbyblamage gegen Atletico nicht hart durchgriff. „Die weiche Hand hat immerhin drei Champions-League-Titel gewonnen“, konterte Ancelotti mit Blick auf seine Triumphe mit dem AC Mailand 2003 und 2007 sowie mit Real im vergangenen Jahr.

Allerdings kann er die aktuelle Kritik verstehen. „Ich akzeptiere meine Verantwortung“, sagte er, „wir spielen derzeit schlecht, und das Titelrennen ist für uns schwieriger geworden. Aber es ist noch nicht vorbei.“ Gegen Schalke indes interessiert nach dem 2:0 im Hinspiel noch am meisten, wie lange Rückkehrer Modric bei seinem Comeback nach viermonatiger Verletzungspause spielen darf. Dass Real weiterkommt, steht außer Frage.

SID

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