Schweizer Ermittler und FBI prüfen Sommermärchen-Skandal

Die Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 wird untersucht. Foto: Wolfgang Weihs
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Die Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 wird untersucht. Foto: Wolfgang Weihs

Berlin (dpa) - In die Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 schalten sich anscheinend immer mehr Ermittlungsbehörden ein.

Nach der Frankfurter Staatsanwaltschaft befassen sich nun einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge auch die Schweizer Bundesanwaltschaft und sogar die US-Bundespolizei FBI konkret mit dem Sommermärchen-Skandal. Der Deutsche Fußball-Bund wollte sich zu der Darstellung nicht äußern, mögliche Ermittlungen staatlicher Stellen hatte der Verband bislang nicht kommentiert.

Die Behörden interessieren sich für die deutsche Zahlung von zehn Millionen Schweizer Franken, umgerechnet 6,7 Millionen Euro, im Vorfeld der WM 2006. Nach Darstellung des DFB überwies der ehemalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus diese Summe im Jahr 2002 für das WM-OK an den Weltverband FIFA. Wer genau das Geld erhielt, ist jedoch ungeklärt. 2005 soll das Geld an Louis-Dreyfus zurückgezahlt worden sein. Der Betrag wurde vom WM-OK zur Tarnung als Beitrag für eine FIFA-Gala deklariert, die später nie stattfand.

Die Frankfurter Staatsanwälte gehen deshalb gegen den DFB vor, weil sie wegen der falsch deklarierten Ausgaben ein Steuervergehen vermuten. Einem Rechtshilfeersuchen aus Frankfurt gab die Schweizer Bundesanwaltschaft nun laut "SZ" statt.

Das FBI seinerseits wurde demnach vor allem auf die Affäre aufmerksam, weil sie Parallelen zu einer dubiosen Zahlung von zehn Millionen Dollar von den Organisatoren der WM 2010 in Südafrika aufweist. Das Geld soll über FIFA-Konten an den korrupten Topfunktionär Jack Warner geflossen sein. Mit dem inzwischen lebenslang gesperrten Warner hatte auch der deutsche OK-Chef Franz Beckenbauer kurz vor der Vergabe der WM 2006 einen zweifelhaften Vertrag unterzeichnet, der aber angeblich nie wirksam wurde.

Der DFB stützt sich bei seinen Ermittlungen auf die private Kanzlei Freshfields. Diese soll ihre Ergebnisse bis Ende Februar vorlegen.

Bericht der "Süddeutschen Zeitung"

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