Ex-FIFA-Boss wehrt sich

Blatter: Keine Rückkehr in "organisierten Fußball"

Frankfurt/Main - Sepp Blatter fühlt sich zu Unrecht für alle Ämter im Fußball gesperrt. Der Ex-FIFA-Präsident wehrt sich gegen Vorwürfe, er habe gelogen oder Geld verschoben.

Der frühere FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (79) plant auch im Falle der Aufhebung seiner Sechs-Jahres-Sperre keine Rückkehr zum Fußball-Weltverband. "In den organisierten Fußball komme ich nicht zurück", sagte der Schweizer im SID-Interview: "Aber wenn man 41 Jahre seines Lebens im Fußball und in der FIFA verbringt, kann man ja nicht auf einmal mit dem Fußball aufhören."

Dafür sei ihm der Sport "viel zu wichtig geworden", sagte Blatter, der Ende 2015 von der FIFA-Ethikkommission gesperrt worden war. Am 26. Februar endete die Ära Blatter beim Weltverband mit der Wahl von dessen Nachfolger Gianni Infantino (45/Schweiz). "Wenn man den Fußball richtig lebt, dann ist Fußball eine Schule des Lebens, er bringt Emotionen und Hoffnung in diese zerrüttete Welt."

Blatter: Mir wurde Unrecht angetan

Durch die Infantino-Wahl sei eine "große Last" von ihm gefallen, sagte Blatter: "Ich bin sehr locker geworden. Die letzten Monate waren nicht sehr schön, aber es gab immer ein Licht. Ich habe eine Zielsetzung. Ich werde das noch beweisen können, dass man mir Unrecht getan hat." 

Eine Entscheidung in der Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof CAS, der auch die Sperre gegen UEFA-Präsident Michel Platini verhandelt, wird in den kommenden Wochen erwartet.

Blatter wehrt sich Lügen-Vorwürfe

Blatter rechnet weiterhin mit der Aufhebung seiner Sperre. "Ich habe nichts anderes in der Hinterhand, als dass weder Michel Platini noch ich Lügner sind", sagte der Schweizer: "Man hat uns als Lügner dargestellt. Und das sind wir ganz sicher nicht."

Die Strafe gegen die beiden Ex-Funktionäre beruht auf einer Zahlung in Höhe von 1,8 Millionen Euro von der FIFA an Platini aus dem Jahr 2011. Blatter und Platini argumentieren mit einem gültigen mündlichen Vertrag, die FIFA-Richter sehen das anders.

Blatter: Nichts Falsches mit Geld gemacht

"Wir sind Menschen, die viel geleistet haben - und wenn man viel leistet, macht man Fehler und es geschehen Irrtümer. Aber auf alle Fälle: Was Finanzen anbelangt, kann man mir nichts und konnte man mir nie etwas vorwerfen", sagte Blatter: "Dass ich etwas Falsches mit Geld gemacht habe, kann man mir nicht vorwerfen."

Sowohl die Ethikkommission als auch die FIFA-Berufungskommission fanden nicht ausreichend Beweise, um die Zahlung als Bestechungsgeld einzuordnen, beiden werden aber andere Verstöße gegen den Ethikcode vorgeworfen. "Beide Kommissionen der FIFA haben gesagt, es war keine Korruption. Und die Sperren wurden reduziert (von acht auf sechs Jahre, d. Red.) - was heißt denn das?", fragte Blatter: "Das heißt, dass die Berufungskommission nicht sicher war, ob die Anklage überhaupt stimmt. Ich bin überzeugt, dass sich das in zwei Monaten alles erledigen wird."

sid

Rubriklistenbild: © dpa

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