Vor dem Pokalkracher gegen Leverkusen

Haching gut gewappnet für Leverkusen

+
Hachings Pokalheld: Der Einsatz von Markus Einsiedler für das Leverkusen-Spiel ist fraglich.

Unterhaching - Zum Ersten, zum Zweiten - zum Dritten? Nach den Pokal-Erfolgen gegen Ingolstadt und Leipzig plant Regionalligist Unterhaching die nächste Überraschung.

Außenseiter SpVgg Unterhaching fiebert dem Pokal-Duell gegen Bundesligist Bayer Leverkusen entgegen. „Wir freuen uns auf das Highlight“, frohlockte Präsident Manfred Schwabl vor dem Achtelfinale am Dienstag (19.00 Uhr/im Live-Ticker) im Sportpark. Trainer Claus Schromm versprach: „Wir wollen alles geben, und versuchen, den Fans möglichst lange einen attraktiven Pokal-Fight zu liefern.“

Der ganze Ort steht unter Spannung. Denn für viele - auch über die Grenzen der Gemeinde hinaus - ist die Begegnung zugleich eine Reise in die Vergangenheit. An ein Duell denkt man in Unterhaching besonders gerne: Am 20. Mai 2000 vermieste der Underdog in seiner ersten Bundesligasaison Bayer mit einem 2:0 die fast schon sichere Meisterschaft. Der FC Bayern war der große Profiteur. Ein Eigentor von Michael Ballack und ein Treffer des Hachingers Markus Oberleitner entschieden damals die Partie mit 2:0 (1:0).

Mit dem Ergebnis könnten die Oberbayern am Dienstagabend natürlich gut leben - und warben vorab schon mal mit dem Motto „Déjà-vu 2000“. Doch die Leverkusener dürften auch so gewarnt sein. Denn dass den Unterhachingern der Pokal liegt, bewiesen sie in dieser Saison bereits zweimal: Gegen Bundesliga-Aufsteiger FC Ingolstadt setzte sich die SpVgg in Runde eins mit 2:1 durch, gegen Zweitligist RB Leipzig gewannen die Vorstädter mit 3:0.

Schromm hat für Leverkusen einen Plan

„Wir haben wieder einen Plan entwickelt“, kündigte Unterhachings Trainer Schromm am Montag an. „Ich glaube, wir sind ganz gut gewappnet.“ Gleichzeitig wies er auf die Klasse der Gäste hin, die nach der 5:0-Gala in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach mit reichlich Rückenwind im Sportpark auflaufen werden. „Jetzt steht ein Gegner vor der Brust, der von der individuellen Qualität und vom gesamten Mannschaftsgefüge her noch mal stärker ist als der erste und der zweite Gegner“, betonte Schromm.

Im Falle einer erneuten Sensation aber erhält der Viertligist eine Prämie im siebenstelligen Bereich; Geld, das den klammen Verein einmal mehr entlasten würde. „Es erleichtert das Ganze natürlich“, sagte Schwabl. Es bringe den Klub in die Situation, dass man in Ruhe arbeiten könne und nicht auf Spielerverkäufe angewiesen sei.

Hohe Einnahmen sind der SpVgg sicher

Doch selbst ohne ein Weiterkommen im Pokal bekommt die SpVgg hohe Zusatzeinnahmen. Denn bis zum Montagmittag hatte der Verein bereits 8500 Tickets für die Begegnung verkauft, erwartet werden zwischen 10 000 und 11 000 Zuschauern. Eine Kulisse, die es so nicht alle Tage gibt in Unterhaching. „Da müssen wir uns erst reinfinden. Da hat der Gegner deutliche Vorteile, weil das für ihn relativ normal ist, vor voller Hütte zu spielen“, so Schromm, der bei Regionalliga-Spielen durchschnittlich knapp 2000 Anhänger begrüßt.

Personell kann er fast aus dem Vollen schöpfen. Allerdings fehlt neben den Langzeitverletzten auch Tim Schels, der mit der U18-Nationalmannschaft unterwegs ist. Der Einsatz von Jonas Hummels und Markus Einsiedler ist ungewiss. Ein Ausfall von Einsiedler wäre bitter. Denn der 26-Jährige ist Unterhachings Pokalspezialist. Gegen Ingolstadt traf er doppelt, gegen Leipzig einmal.

dpa

auch interessant

Meistgelesen

Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Tuchel stinksauer: "Das war ein einziges Defizit"
Tuchel stinksauer: "Das war ein einziges Defizit"
Gegenwind für BVB-Coach Tuchel
Gegenwind für BVB-Coach Tuchel
Britischer Fußballskandal: 350 mutmaßliche Missbrauchsopfer
Britischer Fußballskandal: 350 mutmaßliche Missbrauchsopfer

Kommentare