Wieder kein Sieg für die Hamburger 

Schlusslicht St. Pauli entlässt offenbar Sportchef Meggle

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Wohl keine Zukunft beim FC St. Pauli: Sportchef Thomas Meggle. 

Hamburg - Beim FC St. Pauli stehen nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg personelle Konsequenzen unmittelbar bevor. Offenbar muss Sportchef Thomas Meggle den Verein verlassen.

Unabhängig von diesem Resultat, das die Misserfolgsserie der Hanseaten auf acht Spiele verlängerte, zieht der Kiezklub damit scheinbar personelle Konsequenzen aus der sportlichen Talfahrt am Millerntor. Meggle wird angelastet, einen Kader mit zu wenig Qualität zusammengestellt zu haben.

Auch gegen die Franken konnten die Gastgeber lediglich kämpferisch überzeugen, wirkliche Spielkultur blitzte nur ganz sporadisch auf. "Die Mannschaft hat Leidenschaft geliefert, da sind wir auf dem richtigen Weg", sagte Lienen nach der Partie, deren Resultat den Platzherren aber tabellarisch aber nicht weiterhalf. Mittlerweile beträgt der Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz fünf Punkte.

Doch der Coach ist spätestens seit seiner Brandrede vor dem DFB-Pokalspiel in der vergangenen Woche gegen den Bundesligisten Hertha BSC bei den Fans und auch im Verein sakrosankt. Entsprechende Transparente waren in der mit 29.546 Zuschauern ausverkauften Arena zu lesen.

Trainer Linien darf wohl bleiben 

Ungeachtet seines verbalen Wutausbruchs ist auch das Verhältnis zwischen der Mannschaft und dem 62-Jährigen nach wie vor intakt. Nach dem 1:0-Führungstreffer durch Christopher Buchtmann in der sechsten Minute liefen die Profis demonstrativ auf Lienen und sein Betreuerteam zu.

"Wir wollen weiter mit diesem Team arbeiten", bestätigte der Torschütze nach der Partie. Mannschaftskapitän Lasse Sobiech glaubte erkannt zu haben, dass die Mannschaft den Ernst der Lage endlich erkannt habe: "Man hat gespürt, dass wir den Abstiegskampf angenommen haben."

Allerdings: Mehr als bemerkenswerten Einsatzwillen haben St. Paulis Profis derzeit nicht zu bieten. Selbst ein Zweitliga-Mittelklasseteam wie der 1. FC Nürnberg hatte spielerisch deutlich mehr zu bieten und hätte drei Auswärtspunkte durchaus verdient gehabt. "Wir fahren mit zwei Punkten zu wenig nach Hause", sagte Nürnbergs Trainer Alois Schwartz sichtlich enttäuscht.

Auch die Gäste waren katastrophal in die neue Saison gestartet, haben sich aber nach zuletzt 13 Punkten aus fünf Spielen längst deutlich von der Abstiegszone entfernt. Eine positive Entwicklung, die auch beim FC St. Pauli dringend eingeleitet werden muss. Mit welchem Sportchef auch immer...

sid

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