Medienberichte sprechen von Vertragsauflösung

Kuntz will den 1. FC Kaiserslautern verlassen

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Stefan Kuntz, noch Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern.

Kaiserslautern - Der frühere Nationalspieler Stefan Kuntz will laut übereinstimmenden Medienberichten seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern auflösen.

Am Montagvormittag war Stefan Kuntz laut seines Handys immer noch „für den FCK unterwegs“, ein paar Stunden später war klar: Der Weg des Ex-Europameisters beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern ist spätestens am Saisonende endgültig zu Ende. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Der frühere Nationalspieler hat sich demnach mit dem viermaligen Deutschen Meister auf eine Auflösung seines eigentlich noch bis Ende 2017 laufenden Vertrages als Vorstandschef geeinigt - in der Pfalz geht eine Ikone.

Noch vor der offiziellen Bestätigung, die am Nachmittag erwartet wurde, wurde vom Abgang des Klub-Chefs berichtet. Laut Rheinpfalz seien die Gründe für die Vertragsauflösung die „Kritik und Stimmungsmache“ im Umfeld des FCK, der derzeit in der 2. Liga nur auf Platz acht und damit weit weg von den Aufstiegsplätzen steht. Der Zweitligist lud zu einer Pressekonferenz, um über „personelle Veränderungen“ zu sprechen.

Für die immer noch sehr anspruchsvollen Fans lief sportlich quasi alles falsch. Dreimal in Folge verpassten die Roten Teufel knapp den Aufstieg, finanziell sieht es in der Pfalz dürftig aus - und viele machen Kuntz dafür verantwortlich. Dabei war der 53-Jährige, der bei der Handy-App WhatsApp ein Profilbild mit Legende Fritz Walter gepostet hat, als Retter zu „seinem“ FCK zurückgekehrt.

Als Kuntz, 1991 mit Kaiserslautern deutscher Meister und 1990 DFB-Pokalsieger, im April 2008 den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernahm, stand der Traditionsverein mit eineinhalb Beinen in der 3. Liga, die finanzielle Pleite drohte. Zusammen mit Trainer Milan Sasic schaffte das Team am letzten Spieltag aber doch noch den Klassenerhalt. 2010 feierte Kaiserslautern schließlich die Rückkehr in die Bundesliga - die aber auch nur zwei Jahre andauerte.

Mitte Dezember hatten die FCK-Mitglieder im Rahmen einer Mammut-Mitgliederversammlung zunächst nur Aufsichtsratsboss Dieter Rombach die Entlastung verweigert. Für Kuntz und das ebenfalls scheidende Vorstandsmitglied Fritz Grünewalt hatten sich aber auch nur 60 Prozent der 1000 anwesenden Mitglieder ausgesprochen.

Durch die andauernden Querelen wirkte Kuntz in den vergangenen Wochen zermürbt, dünnhäutig. Der Schritt wird dem Ex-Profi, dessen Denkmal in der Pfalz etliche Kratzer bekommen hatte, sehr schwer gefallen sein. Für den FCK sind jetzt andere unterwegs.

sid

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