Stimmen zum DFB-Präsidenten

Nach Niersbach-Rücktritt: Hamann ist bereit

Dietmar Hamann bringt sich - nicht ganz ernst gemeint - ins Gespräch als DFB-Präsident.
+
Dietmar Hamann bringt sich - nicht ganz ernst gemeint - ins Gespräch als DFB-Präsident.

Frankfurt/Main - Am Montagabend ist DFB-Präsident Wolfgang Niersbach überraschend zurück getreten. Die Stimmen zur Entscheidung von Niersbach:

Bundestrainer Joachim Löw hat „sehr betroffen“ auf den Rücktritt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach reagiert. Der 55 Jahre alte Löw erfuhr von der Nachricht am Montagabend im Kreise der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in München. Er sei „überrascht und sehr traurig“, sagte Löw in einer ersten Reaktion vor dem Teamhotel. „Unabhängig von allen juristischen Fakten, die es gibt, denke ich einfach, dass der Wolfgang ein fantastischer Mensch war und ein fantastischer Präsident für uns“, erklärte der Bundestrainer.

„Er hat den Fußball geliebt. Er hat für den Fußball alles getan. Er war für uns jederzeit ein hervorragender Ansprechpartner. Deswegen tut es mir persönlich sehr, sehr leid, dass er zurückgetreten ist“, sagte Löw. Der Bundestrainer hatte mit Niersbach während dessen dreieinhalbjähriger Amtszeit als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Der größte Erfolg der gemeinsamen Arbeit war der Gewinn des WM-Titels im vergangenen Jahr in Brasilien.

Alle Stimmen zum Rücktritt

Theo Zwanziger (Niersbachs Vorgänger als DFB-Präsident): „Das ist Sache des DFB und von Wolfgang Niersbach. Das müssen sie selbst entscheiden.“

Joachim Löw (Bundestrainer): „Diese Nachricht ist jetzt erst zehn Minuten alt, ich habe es auch gerade erst erfahren und bin natürlich sehr betroffen, überrascht und sehr traurig darüber. Unabhängig von allen juristischen Fakten, die es gibt, denke ich, dass der Wolfgang ein fantastischer Mensch war, auch ein fantastischer Präsident für uns. Er hat den Fußball immer geliebt, er hat für den Fußball alles getan. Er war für uns jederzeit ein hervorragender Ansprechpartner und deswegen tut es mir persönlich sehr, sehr leid, dass er zurückgetreten ist.“

Reinhard Rauball (kommissarischer DFB-Präsident und Liga-Präsident): „Ich bin der Auffassung, dass es wichtig ist, dass ein Mann, der mehr als zweieinhalb Jahrzehnte für dieses Haus gearbeitet hat, es verdient hat, dass man ihm Respekt zollt. Er hat diese Entscheidung nicht im Sinne eines Schuldeingeständnisses getroffen, sondern er hat eine sportpolitische Verantwortung wahrgenommen, zu Gunsten des deutschen Fußballs, zu Gunsten des DFB. Dafür gebührt ihm eine Menge und großartiger Respekt. Ich möchte mich im Namen der Liga und der 2. Bundesliga herzlich für die Zusammenarbeit bei Wolfgang Niersbach bedanken. Er ist ein großartiger Mensch, er ist jemand, mit dem wir sehr loyal und freundschaftlich Dinge geregelt und entschieden haben, die nicht immer einfach waren. Wir wünschen Wolfgang alles Gute.“

Rainer Koch (kommissarischer DFB-Präsident und Liga-Präsident): „Wir haben hohen Respekt vor der Entscheidung von Wolfgang Niersbach. Wir haben ihm in großer Geschlossenheit gedankt für sein engagiertes Wirken. Wir wollen deutlich machen, dass es bisher keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass er irgendeinen persönlichen Beitrag geleistet hat im Zusammenhang mit den Vorgängen, die wir im Moment versuchen aufzuklären. Deswegen haben wir auch Wolfgang Niersbach einstimmig im Präsidium darum gebeten, seine sonstigen Funktionen im internationalen Fußball fortzusetzen.“

Harald Strutz (DFB-Vizepräsident, im ZDF und bei Sky Sport News HD): „Das macht mich schon sehr betroffen. Dass er die Verantwortung übernimmt, kann ich nachvollziehen. Ich hätte mir aber gewünscht, er hätte noch gewartet.“

Matthias Sammer (Vorstand Sport bei Bayern München bei Sport1): „Ich bin überrascht und betroffen. Ich kenne ihn und seine Familie sehr gut.“

Özcan Mutlu (Sprecher für Sportpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen): „Die Vorwürfe hinsichtlich der WM 2006 und das Kommunikationsdesaster des DFB haben mit dem Rücktritt von Niersbach ihr erstes Opfer gefunden. Das ersetzt allerdings keine Aufklärung und wird nicht ausreichen. Anstatt eine Agentur und eine Kanzlei nach der anderen mit der Schadensbegrenzung zu beauftragen, sollten der DFB und die Beteiligten, allen voran die Herren Beckenbauer, Netzer, Zwanziger und Niersbach endlich reinen Tisch machen und die Wahrheit erzählen. Wir fordern weiterhin eine lückenlose Aufklärung und höchstmögliche Transparenz, um Schaden vom deutschen Sport abzuwenden.“

Dietmar Hamann (ehemaliger Fußball-Nationalspieler, via Twitter): „Ich bin bereit.“

Uwe Seeler (Vize-Weltmeister von 1966, bei Sky Sport News HD): „Ich hätte Niersbach gerne länger als Präsident gesehen. Wer der Hauptschuldige ist, will ich nicht beurteilen, aber ich finde es sehr schade und werde ihn in den nächsten Tagen mal anrufen.“

Paul Breitner (Weltmeister von 1974, bei Sport1): „Ich bin nicht überrascht. Wir haben im Moment zwei Skandale laufen. Wie tief die gehen, weiß ich nicht. Wir haben das Thema DFB als Skandal, und wir haben das Thema Volkswagen als Skandal. Wenigstens haben die beiden, die das Ganze zu vertraten haben - hier der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn und da der DFB-Präsident Wolfgang Niersbach - den Anstand, dass sie nicht auf irgendwelche Bauernopfer aus sind. Sondern sie sagen, “das alles, was da schief gelaufen ist, ist in meinem Verantwortungsbereich. Also muss ich als erster die Konsequenzen ziehen.' Ich kann nur sagen, Respekt. Das war notwendig und richtig so."

Katrin Göring-Eckardt (Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, bei Twitter): „Der Rücktritt von #Niersbach ist ein Anfang, ersetzt aber keine Aufklärung. Wir wollen lückenlos wissen, was im Vorfeld der WM gelaufen ist.“

dpa/sid

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Transferticker: Rekord! Gladbach erhöht im Christensen-Poker
Transferticker: Rekord! Gladbach erhöht im Christensen-Poker
Bastian Schweinsteiger bei ManU vor dem Aus
Bastian Schweinsteiger bei ManU vor dem Aus
Wegen Amoklauf: Gomez musste Hochzeitsfeier verschieben
Wegen Amoklauf: Gomez musste Hochzeitsfeier verschieben
Krasse Veränderung: So sieht Lionel Messi nicht mehr aus
Krasse Veränderung: So sieht Lionel Messi nicht mehr aus

Kommentare