War's das für Stevens?

VfB mit Nullnummer gegen Hertha

Stuttgarts Timo Werner ärgert sich über eine vergebene Chance. Foto: Daniel Naupold
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Stuttgarts Timo Werner ärgert sich über eine vergebene Chance.

Stuttgart - Trotz eines engagierten Auftritts des VfB Stuttgart im Krisenduell gegen Hertha BSC dürften die Tage von Huub Stevens als Trainer des Bundesliga-Schlusslichts gezählt sein.

Im Duell gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf aus Berlin kamen die Schwaben am Freitagabend nur zu einem 0:0 und verharren auch nach dem 24. Spieltag und acht sieglosen Spielen in Serie mit nun 20 Punkten am Tabellenende. Eine Trennung von Stevens noch an diesem Wochenende gilt in Stuttgart als wahrscheinlich. Im Ex-Leipziger Alexander Zorniger steht der Nachfolger angeblich schon bereit.

Die Mannschaft machte Sportdirektor Robin Dutt eine Entscheidung in der Trainerfrage zumindest nicht leicht. Gegen erneut extrem defensiv eingestellte Berliner wollte der VfB den Sieg erzwingen - blieb aber mit bescheidenen Mitteln glücklos. Die Hertha schien von Anfang an mit einem Punkt zufrieden. Mit 25 Zählern bleibt man auf Platz 14 der Fußball-Bundesliga. Nico Schulz sah Sekunden vor dem Ende wegen Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Zum ersten Mal in dieser Saison blieb Hertha in zwei Spielen nacheinander ohne Gegentor. Trainer Pal Dardai resümierte: „Das war wichtig für uns. Das ist Abstiegskampf.“

„Wir führen keine Trainerdiskussion. Zu Spekulationen kann ich nur die gleiche Antwort geben wie vor drei Wochen, zwei Wochen und einer Woche“, antwortete Dutt ausweichend auf die Frage nach der Zukunft von Stevens. „Unsere Jungs haben das richtig gut gemacht. Es ist sehr schade, nach so einem Auftritt nur mit einem Punkt dazustehen“, sagte Dutt zum sportlichen Auftritt. Auf einer Skala von 1 bis zehn gäbe er dem Team für die Leistung „eine 9,9.“

VfB-Kapitän Christian Gentner denkt nicht an aufgeben. „Wir brauchen, um große Schritte zu machen drei Punkte. Aber die Moral ist intakt“. Gleichzeitig brach er eine Lanze für Stevens. „Er stellt uns jede Woche gut ein. Wir wollen mit dem Trainer weitergehen.“

Stevens und Dardai versuchten, mit zuletzt lange verschmähten Profis Schwung in ihre Teams zu bringen. Bei Stuttgart kam der Serbe Filip Kostic zu seinem ersten Starteinsatz seit Ende November. Bei den Berlinern durfte John Heitinga erstmals seit Anfang November in der defensiven Schaltzentrale wieder mitwirken. Der Niederländer zeigte sich gleich von seiner bekannt aggressiven Seite. Nach 15 Sekunden landete bei einem Zweikampf sein Ellenbogen im Gesicht von Timo Werner. Schiedsrichter Felix Brych zeigte eine Blitz-Gelbe-Karte.

Die Anfangsphase gehört dem VfB, willig zeigte sich das so lange sieglose Team. „Das Heimspiel ist eines der besseren“, analysierte Schwaben-Legende Guido Buchwald zur Halbzeit bei „Sky“. Hertha geriet immer mehr unter Druck, doch mit dem ersten gut ausgespielten Konter wäre fast die Führung geglückt. Den Schuss von Valentin Stocker (26.) parierte Torwart Sven Ulreich. Einem Tor am nächsten war Stuttgart bei einem äußerst gewagten Rettungsversuch von Herthas Marvin Plattenhardt (38.), der den Ball knapp neben das eigene Tor setzte.

Hitzig wurde es nach einem Oberarmrempler von Georg Niedermeier gegen Hertha-Schlussmann Thomas Kraft (51.), der daraufhin Christian Gentner umschubste und dann zu Boden ging. Brych zeigte Kraft Gelb, ließ aber Niedermeier ungeschoren davon kommen.

Der VfB drängte, kam aber zu wenig gefährlichen Aktionen. Daniel Ginczek (63.) hatte nach einem Fehler von Anthony Brooks die beste Chance. Kurz darauf kam für ihn Vedad Ibisevic ins Spiel. Der seit gut 13 Monaten torlose Angreifer konnte aber weder seine noch die VfB-Negativserie beenden. Fast hätte Schulz (81.) nach einem Konter sogar noch für einen Hertha-Sieg gesorgt. Kurz darauf musst Kraft - eventuell wegen der Spätfolgen des Niedermeier-Remplers - ausgewechselt werden.

dpa

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