Wegen anhaltender Misserfolge

VfB bestätigt: Bobic fliegt nach Dortmund-Spiel

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VfB-Stuttgart-Manager Fredi Bobic (l) mit dem Dortmunder Trainer Jürgen Klopp.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart und Fredi Bobic gehen wohl getrennte Wege. Wie der Verein am Mittwoch vor dem Spiel bei Borussia Dortmund bestätigt, ist der Sportvorstand seinen Job sogar schon los.

Knapp eine Stunde vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund war die Zeit von Fredi Bobic als Sportvorstand beim VfB Stuttgart auch offiziell zu Ende. Den ganzen Tag über hatten Medien bereits über die Trennung vom ehemaligen Nationalspieler berichtet. Eine Bestätigung des Traditionsvereins gab es aber erst am Abend. Die war dann umso deutlicher.

„Ausschlaggebend für diesen Schritt sind die anhaltenden negativen sportlichen Platzierungen sowie die Tatsache, dass wir in der jetzigen personellen Konstellation keine Perspektiven mehr sehen, eine nachhaltig positive Entwicklung einzuleiten“, sagte Joachim Schmidt, der Aufsichtsratsvorsitzende des Traditionsclubs laut der Mitteilung. Präsident Bernd Wahler, der Bobic noch am Samstag öffentlich den Rücken gestärkt hatte, sagte: „Dabei geht es nicht nur um die Neubesetzung einer sehr wichtigen Position, sondern auch um die Gesamtausrichtung im sportlichen Bereich.“

Die Kritik an Bobic, der einen Vertrag bis 2016 besaß, hatte in der Schwaben-Metropole seit dem Beinahe-Abstieg der vergangenen Saison nicht nachgelassen. Wer wollte, konnte sogar jüngste Aussagen des von Bobic zurückgeholten Trainers Armin Veh entsprechend interpretieren. Hinweise auf die mangelnde Qualität im Kader waren wohl zumindest indirekt an den Ex-VfB-Profi gerichtet. „Die Platzierungen der vergangenen Jahre lagen ja nicht allein an den Trainern. Man muss sich die Frage stellen, wie die zustande kamen. Und dann kommt man auch auf die Qualität des Kaders zurück“, sagte Veh der „Sport Bild“.

Kurz vor dem Anpfiff in Dortmund bezeichnete der seit dem Vormittag von Bobic unterrichtete Veh die Situation im TV-Sender Sky als „ziemlich vergiftet“, lobte Bobic aber auch: „Ich kann sagen, dass ich ihn schätzen gelernt habe. Ich bin auch ganz sicher, dass er wieder in der Bundesliga arbeiten wird.“

Das Personal diente auch Schmidt als weitere Begründung für Bobics Abschied nach knapp 50 Monaten: „Unter dem Strich bleibt aber nach vier Jahren, dass es nicht gelungen ist, eine Mannschaft zusammenzustellen, die dauerhaft eine unserem Etat entsprechende Tabellenregion erreicht.“ Platz sechs in seiner zweiten Saison war das beste Bundesliga-Ergebnis des 42 Jahre alten Schwaben.

Wie belastend die anhaltend schlechte Stimmung rund um den Cannstatter Wasen für die Mannschaft ist, betonte Veh, der Stuttgarter Meistertrainer von 2007, erst am Dienstag vor der Fahrt nach Dortmund. „Ich bin ja ein Gefühlsmensch, ich bin ja kein eiskalter Engel. Ich spüre natürlich, dass es hier überall unruhig ist. Das tut uns überhaupt nicht gut“, sagte Veh. Die Verantwortung dafür suchte er aber bei sich und seinen Spielern.

Die Unruhe nahm Präsident Wahler noch vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim (0:2) zum Anlass, sich vor seinen Vorstandskollegen Bobic zu stellen. „Wenn es sportlich nicht läuft, dann ist Fredi Bobic als Verantwortlicher natürlich der Kritik ausgesetzt. Er ist aber absolut der Mann unseres Vertrauens“, sagte er Sky.

Vier Tage später berichteten zunächst die „Stuttgarter Zeitung“ und dann auch Sky Sport News HD, dass Bobic entmachtet sei. Angeblich erfuhr Bobic am Telefon von seiner Entlassung und fuhr daraufhin von Dortmund zurück nach Stuttgart. Schon am Dienstagabend hatten die „Stuttgarter Nachrichten“ vermeldet, dass Bobic spätestens bis zur Winterpause gehen müsse. „Ich kann nur sagen, dass ich davon keine Kenntnis habe“, hatte er der „Bild“ da noch gesagt.

Insbesondere die Fan-Kritik erreichte ein neues Level. Vor der Partie gegen die TSG veröffentlichte die Ultra-Gruppierung „Commando Cannstatt“ einen Brief unter der Überschrift „Der freie Fall - Wir haben die Schnauze voll“ und identifizierte Bobic und Wahler als Hauptschuldige für die Misere. Vor allem die Personalpolitik von Bobic, der 2010 als Sportdirektor gekommen war und 2013 zum Vorstand Sport befördert wurde, konnten viele im Umfeld des Traditionsvereins nicht nachvollziehen.

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dpa

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