Paukenschlag beim TSV 1860: Präsidium tritt zurück

Die Gespräche der Verantwortlichen von 1860 München mit Investor Hasan Ismaik haben keine Ergebnisse erbracht. Foto: Andreas Gebert
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Die Gespräche der Verantwortlichen von 1860 München mit Investor Hasan Ismaik haben keine Ergebnisse erbracht. Foto: Andreas Gebert

Die Führungsmannschaft des TSV 1860 München gibt auf. Sie tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Der Grund sind die gescheiterten Verhandlungen mit dem Investor.

München (dpa) - Mit dem geschlossenen Rücktritt des Präsidiums hat der Machtkampf beim TSV 1860 München eine neue Stufe der Eskalation erreicht.

Am Freitagabend teilte der Verein die Entscheidung des Gremiums um Präsident Gerhard Mayrhofer mit. Als Grund gab der Fußball-Zweitligist die gescheiterten Verhandlungen mit Investor Hasan Ismaik an. Am Nachmittag hatten die "Löwen"-Verantwortlichen wegen der intensiven Gespräche die für Sonntag geplante Mitgliederversammlung noch kurzfristig abgesagt.

"Wir bedauern sehr, dass es trotz zahlreicher Gespräche der letzten Tage nicht gelungen ist, Einigkeit darüber zu erzielen, wie der TSV 1860 München wieder zurück auf die Erfolgsspur kommen kann", erklärte Mayrhofer in der Pressemitteilung. Man habe bis zuletzt versucht, "unter hohem persönlichem Einsatz aller Beteiligten und enormem Erwartungsdruck der Öffentlichkeit zu einer überzeugenden Lösung im Sinne des Vereins und der Löwenfans zu kommen".

Gelungen ist das nicht. Der Münchner Traditionsverein, der erst in der Relegation gegen Holstein Kiel den Abstieg in die dritte Liga verhindert hatte, steht nun kurz vor dem Trainingsstart seiner Profis ohne Führung da. Neben dem Präsidium mit Mayrhofer und seinen beiden Vizepräsidenten Erik Altmann und Heinz Schmidt (Schatzmeister), legte auch Karl-Christian Bay als Aufsichtsratsmitglied seinen Posten als Vereinsvertreter im Beirat nieder. Dasselbe gilt für Mayrhofer.

"Mit diesem Schritt, der uns unendlich schwer fällt, möchten wir aus Respekt und Verantwortung vor dem Verein und seinen Fans die festgefahrene Situation lösen und den Weg für einen Neuanfang frei machen", sagte Bay in der Vereinsmitteilung.

Wie es aber nun weitergeht mit dem krisengeschüttelten TSV 1860 München scheint offener denn je. Im Machtgeschacher bei den "Löwen" schien auch ein Ausstieg des jordanischen Investors Ismaik zu einer ernsthaften Option gereift zu sein. Damit verbunden waren Spekulationen über einen anschließenden Einstieg von Meistertrainer Felix Magath.

Das Ende kam nun abrupt. Stunden vor der Rücktrittsbekanntgabe hatte die nun abgetretene Vereinsführung noch betont, dass man derzeit nicht abschätzen könne, wie lange diese Verhandlungen noch dauern würden. Mit Blick auf den Vorbereitungsstart des Zweitliga-Teams sei "jeder weitere Tag, an dem wir noch verhandeln können, wertvoll und im Sinne der Mannschaft und des Vereins".

Anscheinend hatten die Drähte zwischen München und Abu Dhabi, dem Wohnsitz von Ismaik, geglüht. Der 38 Jahre alte Geschäftsmann hatte vor vier Jahren 60 Prozent der "Löwen"-Anteile erworben (davon 49 Prozent stimmberechtigte). Rund 50 Millionen Euro soll Ismaik bislang in den Traditionsclub gesteckt haben, Ziel bei seinem Antritt war die rasche Rückkehr in die Bundesliga.

Inzwischen soll Ismaik das Geldverbrennen leid sein und ernsthaft einen Verkauf seiner Anteile erwägen. "Ich kann darüber nicht reden", hatte er Anfang der Woche der "Süddeutschen Zeitung" gesagt. Dem Jordanier soll ein Übernahmeangebot von dritter Seite vorliegen. Das Konsortium soll zur Bedingung machen, dass Magath bei 1860 neuer Sportchef wird. Der 61-Jährige, zuletzt in England beim FC Fulham als Trainer tätig, wohnt in der Nachbarschaft des Vereinsgeländes.

Führungsgremien des TSV 1860 München

Absage Mitgliederversammlung

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