Bei Testspiel gegen Erzfeind Griechenland

Türkische "Fans" pfeifen bei Schweigeminute für Terror-Opfer

München - Auf vielen Fußballplätzen in Europa wurden am Dienstagabend Schweigeminuten für die Terror-Opfer der Anschläge in Paris abgehalten. Beim Spiel zwischen der Türkei und Griechenland kam es dabei zu hässlichen Szenen.

Während das Testländerspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden am Dienstagabend wegen eines Terror-Alarms abgesagt wurde, fanden europaweit aber einige andere Fußballspiele statt, so zum Beispiel das emotionale Duell zwischen England und Frankreich.

Auch Istanbul war Schauplatz einer Partie: Dort kam es zum brisanten Duell zwischen den beiden Erzrivalen Türkei und Griechenland. Das Spiel endete torlos und bot wenig Spektakel, dafür kam es im Vorfeld der Begegnung zu hässlichen und denkwürdigen Szenen. Teile der Zuschauer störten die Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge in Paris mit wütenden Pfiffen. Laut einem Bericht der "Welt" waren zudem Sprechchöre zu hören: "Die Märtyrer sind unsterblich, das Vaterland unteilbar", wobei es sich um eine bei Nationalisten beliebte Parole gegen die kurdische PKK handelt.

Ob sich das Pfeifkonzert gegen die Opfer des Terrors richtete, oder aber die türkischen Fans mit den nationalistischen Ausrufen den griechischen Gegner provozieren wollten, blieb offen.

Die aufgeheizte Stimmung beruhigte sich erst, als der türkische Kapitän Arda Turan die Zuschauer per Handzeichen zum Schweigen aufforderte.

Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen nach dem Terror in Paris in unserem News-Ticker.

Gregory Straub

Gregory Straub

E-Mail:gregory.straub@tz.de

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