Paukenschlag bei den Schwaben

Armin Veh erklärt Rücktritt beim VfB Stuttgart

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Armin Veh ist nicht mehr Trainer des VfB Stuttgart.

Stuttgart - Armin Veh ist nach dem 0:1 gegen den FC Augsburg beim Bundesliga-Tabellenletzten VfB Stuttgart völlig überraschend zurückgetreten.

Erst regte er sich noch vehement über einen Handelfmeter gegen sein Team auf, dann sorgte Armin Veh für einen Paukenschlag beim ohnehin krisengeplagten VfB Stuttgart: Am Montag warf der 53-Jährige völlig überraschend nach nur 146 Tagen im Amt die Brocken beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga hin und stürzte die Schwaben noch mehr ins Chaos. Aktuell steht der VfB ohne Trainer und ohne Sportchef da.

„Armin Veh hat uns in einem persönlichen Gespräch über seine Entscheidung informiert. Er ist der Überzeugung, dass ein Wechsel auf der Trainerposition notwendig ist, um in die Erfolgsspur zurückzufinden“, sagte ein konsternierter Präsident Bernd Wahler. Man sei trotz des 0:1 (0:0) am Sonntag im schwäbischen Derby gegen den FC Augsburg eigentlich weiter von Veh und dessen Arbeit „überzeugt“ gewesen.

Doch Veh war angesichts der Talfahrt mit nur neun Punkten aus zwölf Bundesligaspielen und dem frühen Pokalaus nicht mehr umzustimmen gewesen. „Dieser Schritt ist mir sehr schwer gefallen, weil mir der Verein und die Mannschaft am Herzen liegen. Letztlich musste ich aber so handeln, weil ich von der Richtigkeit dieses Schritts überzeugt bin“, teilte Veh, 2007 noch gefeierter Meistertrainer in Stuttgart, via Presseerklärung mit.

Er sei für die prekäre Situation „verantwortlich. Uns und mir fehlte einfach auch das notwendige Quäntchen Glück in vielen knappen Spielen. Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft schon bald wieder punkten wird“, ergänzte Veh, der den VfB am 1. Juli übernommen hatte. Zuvor war er drei Jahre in Frankfurt tätig gewesen.

Seit der Entlassung von Bruno Labbadia am 25. August 2013 war Veh bereits der dritte Trainer. Zuvor scheiterte Thomas Schneider, inzwischen Assistent von Bundestrainer Joachim Löw, an den hohen Erwartungen bei den Schwaben. Huub Stevens hatte den VfB in der vergangenen Saison immerhin vor dem Abstieg bewahrt. Als dessen Mission erfüllt war, übernahm Veh - bis Montag.

Bereits im September musste Sportvorstand Fredi Bobic gehen. Einen Nachfolger gibt es noch nicht. Derzeit ist Geschäftsführer Jochen Schneider als Interims-Manager verantwortlich. Es gebe „keinen dringenden Handlungsbedarf“, sagte Wahler am Sonntag noch bei Sky.

Die unglückliche Niederlage mit zwei umstrittenen Entscheidungen von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer geriet angesichts des Veh-Rücktritts derweil ganz schnell zur Nebensache. Einmal mehr hatte die Auslegung der umstrittenen Handspiel-Regel die Gemüter erhitzt.

Adam Hlousek bekam in der 72. Minute eine Flanke von Raul Bobadilla an die Hand und Kinhöfer (Herne) entschied auf Elfmeter, den Paul Verhaegh souverän verwandelte. Bereits in der 27. Minute hatte Kinhöfer Daniel Schwaab wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gezeigt.

Das habe den VfB „aus dem Konzept gebracht und das Spiel komplett verändert“, monierte Torwart Sven Ulreich. Offensichtlich habe man „das Pech gerade gepachtet“, äußerte Wahler völlig bedient.

Doch alleine mit Pech lässt sich die prekäre Situation des VfB schon lange nicht mehr erklären. Auch Veh hatte eingeräumt, dass es dafür „kein anderes Wort als Krise gibt“. Er zog am Montag die Konsequenzen. Man müsse „den Tatsachen ins Auge blicken, es wird von Woche zu Woche schwieriger für uns“, ergänzte Nationalspieler Antonio Rüdiger.

Wahler sprach von einer „extrem brenzligen Situation für uns“. Man müssen überlegen, „wie wir den Kader in der Winterpause weiter verstärken“, sagte er am Sonntag. An einen Rücktritt von Veh hatte er in diesem Moment nicht gedacht.

SID

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