Fußball-Welt bestürzt

Trauer um Cruyff - Beckenbauer: "Er war wie ein Bruder"

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Johan Cruyff ist tot.

Köln - Die Fußball-Welt hat mit tiefer Trauer auf den Tod der niederländischen Legende Johan Cruyff reagiert.

Franz Beckenbauer.

Die Fußball-Welt trauert um eine Ikone: Der große Johan Cruyff, die legendäre Nummer 14, ist tot. Das niederländische Fußball-Idol erlag am Donnerstag im Alter von 68 Jahren in Barcelona einem Krebsleiden. „Ich bin geschockt. Er war nicht nur ein sehr, sehr guter Freund, sondern wie ein Bruder für mich“, sagte „Kaiser“ Franz Beckenbauer zum Tode seines langjährigen Weggefährten und Kontrahenten.

Cruyff sei „friedlich“ und „im Kreise seiner Familie nach einem hartem Kampf gegen den Krebs“ gestorben, hieß es in einer kurzen Mitteilung auf der Homepage von Cruyffs Stiftung. Nach Bekanntwerden der Nachricht unterbrachen große niederländische TV-Sender sofort das laufende Programm und berichteten in Sondersendungen vom Tod ihres „König Johan“.

„In großer Trauer“ teilte der niederländische Fußball-Verband KNVB mit: „Es gibt kaum Worte für diesen großen Verlust. Er war der größte niederländische Fußballer der Geschichte, und einer der besten weltweit.“ Auch der FC Barcelona, den Cruyff wie kaum ein anderer prägte, kondolierte: „Wir werden dich immer lieben, Johan. Ruhe in Frieden.“ Das Spiel beginnt mit einer Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlags in Brüssel. Alle Spieler werden Trauerflor tragen.

Der niederländische König Willem-Alexander bedauerte den Verlust eines „einzigartigen und brillianten Sportsmannes. Er hat unserem Fußball ein neues Gesicht gegeben. Er gab sein Herz und seine Seele. Er war eine Ikone der Niederlande - er war einer von uns.“

Cruyff gehörte zu den Fußballern, die in einem Atemzug mit Pele, Beckenbauer, Michel Platini und Diego Maradona genannt werden. „Ich habe einen Freund verloren, die Welt einen großen Mann. Ich habe ihn bewundert“, kommentierte Platini, während Cruyff für FIFA-Präsident Gianni Infantino „ein Symbol der Eleganz, eine Inspiration, eine Quelle der Bewunderung für die Fans“ war. FC-Bayern-Profi Xabi Alonso, der selbst mit der Nummer 14 spielt, meinte: „Die “14' wird niemals mehr dieselbe sein.„

Zu Ehren jener Nummer wird das Länderspiel der Niederlande gegen Frankreich am Freitag in der 14. Minute für eine Schweigeminute unterbrochen, `zum Gedenken an den größten Fußballspieler, den die Niederlande jemals hervorgebracht haben“, wie Bondscoach Danny Blind sagte.

Cruyff, Europas Fußballer des Jahrhunderts, war jahrzehntelang bekennender Kettenraucher. Die „Fluppe“ gehörte zu dem charismatischen Niederländer wie seine elegante Spielweise. Selbst in der Halbzeitpause paffte der Regisseur seine geliebte Camel ohne Filter. „Der Fußball hat mir in diesem Leben alles gegeben, der Tabak hat mir fast alles weggenommen“, sagte Cruyff einst. Erst 1991 nach einer Herz-Operation schwor er dem Glimmstengel ab und setzte sich sogar mit einem Werbespot gegen das Rauchen ein.

Cruyff war als Spieler der Inbegriff des „Voetbal totaal“, führte Ajax Amsterdam und den FC Barcelona zu zahllosen Titeln. Cruyffs außergewöhnliches Talent und Gespür für den Fußball war stets unbestritten. „Johan war der bessere Spieler, aber ich war Weltmeister“, sagte „Kaiser“ Franz Beckenbauer über seinen Freund. Mit dem „Voetbal totaal“ stürmten Cruyff und die Oranje-Elf 1974 ins WM-Endspiel in München, wo die Elftal an Beckenbauers Deutschland und eigener Arroganz scheiterte (1:2).

Der frühere Barca-Star (1973-78) gewann als Spieler dreimal den Europapokal der Landesmeister (jeweils mit Ajax Amsterdam) und wurde 1971, 1973, 1974 als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet. Bei Barca setzte er später als Trainer die Philosophie seines Lehrmeisters Rinus Michels fort und machte die Katalanen Anfang der 1990er Jahre zum Serienmeister in Spanien und 1992 zum Gewinner des Europapokals der Landesmeister.

In Barcelona prägte er auch die von Michels initiierte Jugendakademie La Masia und gilt damit als Begründer des aktuellen Erfolgs der Katalanen. Auch Bayern-Coach Pep Guardiola, der in Barcas Akademie ausgebildet wurde und seinen Klub noch immer im Herzen trägt, hatte tiefempfundenen Respekt vor dieser Leistung. „Cruyff baute die Kathedrale. Wir halten sie nur instand“, meinte Guardiola einmal.

Im Oktober letzten Jahres hatte Cruyff die niederschmetternde Diagnose erhalten und sich anschließend einer Chemotherapie unterzogen. Noch im Februar hatte er sich voller Zuversicht gegeben und fest an eine Genesung von seiner Lungenkrebs-Erkrankung geglaubt: „Ich habe das Gefühl, dass ich 2:0 in der ersten Halbzeit eines Spiels führe, das noch nicht zu Ende ist. Aber ich bin mir sicher, dass ich am Ende gewinnen werde.“ Doch am Donnerstag verlor „König Johan“ seinen letzten Kampf.

Reaktionen zum Tod von Johan Cruyff

Michael van Praag (KNVB-Präsident): „Wir haben unseren besten Fußballer, unsere Nummer 14 verloren. Wir sind am Boden zerstört. Johan hat den niederländischen Fußball in neue Höhen getragen. Als KNVB sind wir ihm ewig dankbar, ich persönlich werde meinen Freund unheimlich vermissen.“

FC Barcelona: „Wir werden dich immer lieben, Johan. Ruhe in Frieden.“

Ajax Amsterdam: „Johan Cruyff ist in Barcelona im Alter von 68 Jahren gestorben. Der größte Ajax-Spieler der Geschichte litt seit vergangenem Oktober an Lungenkrebs. Es ist ein großer Verlust, wir wünschen seiner Familie viel Kraft.“

Willem-Alexander, König der Niederlande: „Mit dem Tod von Johan Cruyff verlieren wir einen einzigartigen und brillianten Sportsmann. Er hat unseren Fußball bereichert und ein neues Gesicht gegeben. Er gab sein Herz und seine Seele, um jedem den Zugang zu seinem Sport zu ermöglichen. Er war eine Ikone der Niederlande - er war einer von uns. Die Gefühle meiner Frau und mir sind an diesem traurigen Tag bei seiner Familie.“

Franz Beckenbauer (Fußball-Weltmeister 1974): „Ich bin geschockt. Johan Cruyff ist tot. Er war nicht nur ein sehr guter Freund, sondern wie ein Bruder für mich.“

Gianni Infantino (FIFA-Präsident): „Johan Cruyff war ein überragender Spieler, einer der Größten, den die Welt je gesehen hat, ein Symbol der Eleganz, eine Inspiration, eine Quelle der Bewunderung für die Fans. Er hat die Geschichte des Fußballs für immer geprägt. Ich bin sehr traurig über seinen Tod, er wird schrecklich vermisst werden.“

Joseph S. Blatter (ehemaliger FIFA-Präsident, bis 2021 gesperrt): „Johan Cruyff war eine einzigartige Figur im Weltfußball. Er hat dem Fußball einen Touch gegeben, den viele versucht haben zu kopieren. Ich bin tief bewegt. Zusammen mit Rinus Michels hat er den Fußball total verändert. Der Fußball wird Johan Cruyff vermissen.“

Michel Platini (noch amtierender UEFA-Präsident): „Johan Cruyff war der beste Spieler der Geschichte. Ich habe einen Freund verloren, die Welt einen großen Mann. Ich habe ihn bewundert.“

Rainer Koch (DFB-Interimspräsident): „Johan Cruyff war und bleibt für immer eine Legende. Er hat mit seinem außergewöhnlichen Talent den Fußball entscheidend mitgeprägt und mit seiner spielerischen Genialität die Fans weit über die Grenzen der Niederlande hinaus begeistert. Der Weltfußball hat eine seiner größten Persönlichkeiten verloren.“

Toni Kroos (Fußball-Weltmeister): „Der Himmel hat einen neuen Spielmacher. Ruhe in Frieden Fußballgenie Johan Cruyff.“

Englischer Fußball-Verband FA: „Wir sind tief betroffen vom Tod Johan Cruyffs. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und Freunden. `

Jürgen Klinsmann (Fußball-Weltmeister 1990): `Der Tod von Johan Cruyff ist eine sehr traurige Nachricht. Er war ein fantastischer Spieler, Trainer, Lehrer und Mensch.“

Diego Maradona (argentinische Fußball-Legende, Weltmeister 1986): „Wer werden dich nicht vergessen, Dünner!“

Lionel Messi (fünfmaliger Weltfußballer): „Eine Legende hat uns verlassen.“

Gary Lineker (englisches Fußball-Idol): „Traurig zu hören, dass Johan Cruyff gestorben ist. Der Fußball hat einen Mann verloren, der mehr dafür getan hat, diesen schönen Sport noch schöner zu machen, als jeder andere in der Geschichte.“

Bobby Charlton (englischer Fußball-Weltmeister von 1966): „Ich bin stolz, dass ich Johan gekannt habe. Er war einer dieser großartigen Fußballer, die immer für Furore gesorgt haben. Er liebte das Spiel, er liebte den Sport, und er liebte das Leben. Er war einer der größten Fußballer, die ich jemals gesehen habe. Auf einer Stufe mit Pele, Di Stefano und Maradona. Er hat den Fußball bis heute geprägt.“

Patrick Kluivert (ehemaliger niederländischer Nationalspieler): „Du warst zu groß, um jemals vergessen zu werden. Mein Beileid der Familie Cruyff.“

Xabi Alonso (spanischer Fußball-Weltmeister 2010): „Die “14' wird niemals mehr dieselbe sein.„

Sergio Ramos (spanischer Fußball-Weltmeister 2010): `Auf Wiedersehen an einen der großen Legenden. Als Spieler und Trainer war er seiner Zeit weit voraus.“

Paul Verhaegh (niederländischer Nationalspieler vom FC Augsburg): „Das ist ein schwarzer Tag für den niederländischen Fußball. Es macht mich sehr traurig und ich bin sehr betroffen.“

Ruud Gullit (niederländischer Europameister 1988): „Ich bin sehr traurig. Die Niederlande haben ein Gesicht in dieser Welt verloren“

Bert van Marwijk (ehemaliger niederländischer Nationaltrainer): „Ich habe Cruyff immer sehr bewundert. Ich bin zutiefst bestürzt.“

Arrigo Sacchi (ehemaliger italienischer Nationaltrainer): „Heute ist ein trauriger Tag für den Fußball. Wir haben einen der großartigsten Spieler aller Zeiten verloren, mit dem ich die selben Spielkonzepte teilte. Als Spieler hat er den Fußball geändert: Vor ihm kannten wir Stars, die wenig Teamgeist hatten. Cruyff war dagegen nicht nur ein großer Athlet, er konnte ein wahres Mannschaftsspiel aufbauen.“

Massimiliano Allegri (Trainer Juventus Turin): „Cruyff hat mit seinem Einfluss für immer den Fußball geändert. Sowohl als Spieler, als auch als Trainer.“

Sandro Mazzola (Italienischer Europameister 1968): „Mit Cruyffs Ableben verlieren wir einen der größten Fußballer der Geschichte. Er war ein phänomenaler Spieler, der auf dem Rasen alles leisten konnte. Er war ein Fußballer einer höheren Kategorie, die eine ganze Epoche prägen.“

Inter Mailand: „Von jedem Gesichtspunkt aus zählte Cruyffs Karriere zu den glanzvollsten im Fußball. Cruyff wird ewig ein Champion bleiben!“

Boris Becker (dreimaliger Wimbledonsieger): „Ruhe in Frieden Johan Cruyff. Meine Gedanken und Gebete gelten seiner Familie.“

Wolfgang Overath (Fußball-Weltmeister 1974, im Express): „Cruyff gehörte zu den allergrößten Spielern, die es je gegeben hat. Er war ein Spieler, der von seiner Art kaum einzuordnen war. Er hat es verstanden, dass die Mannschaft um ihn herum funktionierte. In der damaligen Zeit hatte er sicher den Stellenwert, den Leo Messi heute hat. Wer es auch ohne WM-Pokal schafft, dass die ganze Welt von einem redet, der gehört in diese Liga eines Pele.“

sid

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