Reuter-Verlängerung als Signal

Trotz Aufschwung: Augsburg bremst Europa-Euphorie

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Augsburg - Eine dynamische Leistung des FC Augsburg gegen den HSV unterstreicht die gute Tabellenplatzierung. Die Reuter-Vertragsverlängerung ist eine weitere Stärkung der erfolgreichen Politik.

So etwas wie eine kleine Ehrenrunde drehten die Profis des FC Augsburg in ihrem Stadion nach dem 3:1-Sieg gegen den abstiegsbedrohten Hamburger SV. Aber eben nur eine kleine, es war noch nicht der große Triumphmarsch in das europäische Fußball-Geschäft. Es war die Freude über den wiedergefundenen Schwung im eigenen Spiel - passend zum 100. Auftritt in der Bundesliga und der Vertragsverlängerung von Manager Stefan Reuter.

Zuletzt hatte der FCA gewirkt, als nehme er sich etwas zurück, nachdem das Saisonziel mehr als erreicht ist - besser platziert als jetzt war Augsburg in der Bundesliga noch nie. Gegen den HSV zeigte das Team am Sonntag aber wieder die Dynamik, das schnelle Umschaltspiel, die es in dieser Saison und der Rückrunde davor ausgemacht haben. Es wurde belohnt durch die zwei Tore von Halil Altintop und die Zugabe von André Hahn. Der HSV konnte nur durch Heiko Westermann verkürzen.

Spieler und Fans der Schwaben feierten die damit erhalten gebliebene Möglichkeit auf einen Europa-League-Platz: Vor den letzten zwei Saisonspielen in Braunschweig und gegen Eintracht Frankfurt hat Augsburg weiter die Chance auf Tabellenplatz sieben, der in diesem Jahr ausreicht als Qualifikation. Augsburg bremst aber die Euphorie: „Was Mainz macht in den nächsten Spielen können wir nicht beeinflussen“, sagte Mittelfeldspieler Daniel Baier. „Wenn wir nach Europa kommen wollen, müssen die Jungs patzen - und wir müssen dann da sein.“ Vier Punkte beträgt der Rückstand.

Reuter: Abstiegskampf statt Europa

Auf einer anderen Ebene hat der FC Augsburg seine Zukunft beeinflusst: Er hat den Vertrag von Manager Stefan Reuter, der bis 2015 lief, vorzeitig um drei Jahre bis 2018 verlängert. Altintop freute sich über die weitere Zusammenarbeit mit Trainer Markus Weinzierl (Vertrag bis 2017) und Reuter: „Die Handschrift von den beiden Herren ist sehr gut. Ich glaube schon, dass da in den nächsten Jahren noch einige Überraschungen kommen.“

Reuter selbst sagte zu seinen Zielen bis 2018: „Für uns ist wichtig, uns in der ersten Liga zu beweisen. Wir spielen eine traumhafte Saison, aber wir wissen auch, dass es immer wieder schwer wird und wir uns immer wieder bestätigen müssen. Wir müssen auch nächste Saison wieder drei Mannschaften finden, die hinter uns stehen.“ Abstiegskampf und nicht Europa bleibt sein Hauptthema.

Der aktuelle Erfolg des FC Augsburg ist stark mit seinem Namen verbunden: Reuter kam im Dezember 2012, als die Mannschaft mit neun Punkten am Tabellenende stand. Er stärkte Weinzierl den Rücken, verpflichtete André Hahn - der Klassenverbleib gelang am letzten Spieltag. Im Sommer holte er einen weiteren aktuellen Leistungsträger nach Augsburg: Halil Altintop, 31. Der kam als ablösefreies Schnäppchen aus der ersten türkischen Liga, inzwischen ist er wichtig als Spielgestalter und Schütze von schon zehn Tore.

Und auch für einen potenziellen Nachfolger von Hahn, der im Sommer zu Borussia Mönchengladbach wechselt, hat Reuter gesorgt: Im Januar hat er Alexander Esswein vom 1. FC Nürnberg unter Vertrag genommen. Der 23-Jährige zeigte auch gegen Hamburg, dass er das Potenzial besitzt, die Zukunft des FCA mitzugestalten.

dpa

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