Debüt in der Nationalmannschaft

Trotz Sieg motzt Bundestrainerin Steffi Jones

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Die neue Bundestrainerin Steffi Jones

Moskau/Frankfurt - Trotz eines 4:0-Erfolges im vorletzten EM-Qualifikationsspiel ihrer Mannschaft, war Bundestrainerin Steffi Jones nach der Partie nicht ganz so gut gelaunt. Der Grund:

Als der Tross die etwas umständliche Reise von Moskau über Wien nach Ungarn hinter sich gebracht hatte, war Steffi Jones schon wieder viel besser gelaunt. "Grundsätzlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden - und damit auch mit meinem Auftakt", sagte die neue Bundestrainerin mit etwas Abstand zum 4:0 (3:0) der deutschen Fußballerinnen im vorletzten EM-Qualifikationsspiel in Russland.

Direkt nach ihrem Debüt war die Frankfurter Frohnatur nicht ganz so gut drauf - und das obwohl ihr die letzten Überbleibsel der "Golden Girls" eigentlich einen perfekten Einstand beschert hatten. "In der zweiten Hälfte haben wir den Faden verloren. Da haben wir uns selbst mit Hektik und Fehlpässen unter Druck gebracht. Damit bin ich nicht so zufrieden", motzte die 43-Jährige aufgrund des etwas fahrigen Auftritts ihrer neuen Schützlinge im zweiten Durchgang.

Dabei hätte die Trainer-Novizin, die seit dem Herbst des vergangenen Jahres als Assistentin ihrer Vorgängerin Silvia Neid erste Praxiserfahrung gesammelt hat, ruhig etwas besser gelaunt sein können. Schließlich standen 28 Tage nach dem Olympiasieg von Rio nur vier Spielerinnen in der Startelf, die auch im Olympia-Finale gegen Schweden (2:1) mit von der Partie waren. Dennoch trafen Leonie Maier (14.), Kathrin Hendrich mit ihrem ersten Länderspiel-Tor (25.) und Lena Petermann (78.) für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Dazu kam ein Eigentor von Xenia Tsybutowitsch (7.).

In der Partie ging es ohnehin um nichts mehr. Die zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisterinnen hatten sich schon lange vor ihrem Triumph im Maracana für die Endrunde in den Niederlanden (16. Juli bis 6. August 2017) qualifiziert. Bereits im April war das EM-Ticket gelöst, nach dem Erfolg von Moskau können die Titelverteidigerinnen sieben Siege in sieben Partien und 34:0 (!) Tore vorweisen.

Zum Quali-Abschluss treten die Deutschen am Dienstag in Ungarn (16.00 Uhr/ZDF) an - das Hinspiel endete 12:0. Auch bei den Ungarinnen wird es also keine große Rolle spielen, dass Jones ("Wir haben viele Erkenntnisse gesammelt") bei ihrer Debütanten-Reise nur ein Rumpfteam zur Verfügung hat.

Trotz der Rücktritte von Spielführerin Saskia Bartusiak, Melanie Behringer und Annike Krahn werden die Olympiasiegerinnen Laura Benkarth, Sara Däbritz, Melanie Leupolz und Alexandra Popp derzeit geschont. Allesamt wurden gar nicht erst nominiert. Außerdem fehlen Dzsenifer Marozsan, Simone Laudehr, Pauline Bremer, Felicitas Rauch, Lina Magull, Mandy Islacker und Meike Kämper (alle verletzt oder krank). Für drei weitere Goldmedaillengewinnerinnen (Meier, Lena Goeßling und Isabel Kerschowski) ging es am Samstag nach Hause anstatt nach Ungarn. Dafür stieß Sara Doorsoun von der SGS Essen zum Team.

Trotz des Personal-Karussells zog die Übergangs-Kapitänin Anja Mittag ein positives Fazit des Jones-Debüts. "Das war okay. Natürlich ist das alles noch ausbaufähig, aber der erste Sieg für Steffi ist doch toll", sagte die 31-Jährige. Ob Mittag die DFB-Auswahl auch weiterhin auf den Platz führen wird, wollen Jones und der Mannschaftsrat im Oktober entscheiden.

SID

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