DFB reagiert gelassen

TÜV verbietet Freistoß-Spray in der Bundesliga!

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München - Eigentlich sollte das Freistoßspray in wenigen Wochen in der Fußball-Bundesliga eingeführt werden. Doch der TÜV verweigert nun dessen Zulassung und somit den Einsatz.

Während der Fußball-WM in Brasilien hat es sich bewährt und fand sogar bei den skeptischen Fans Gefallen. Der Nutzen des Sprays zur Sicherstellung des Abstandes der Spieler zum Freistoßschützen wurde gelobt, sodass es zum 8. Spieltag (18./19. Oktober 2014) auch in der Bundesliga eingeführt werden sollte.

Doch dazu kommt es nun nicht. Wie die Bild berichtet, ist das Spray der Marke "9-15 fair play Limit" (12,95 Euro), das in Argentinien hergestellt wird, in Deutschland verboten. "Es darf in Deutschland und in der EU nicht eingesetzt werden, weil es nicht zugelassen ist", wird Dr. Greta Dau (34), Wissenschaftlerin beim TÜV Rheinland, in dem Blatt zitiert: "In der gegenwärtigen Form kann es auch nicht zugelassen werden." Ferner sagte sie, dass „die festgestellte Treibhaus-Konzentration“ (33 Prozent) um ein Vielfaches höher sei, als bei nicht gekennzeichneten Dosen erlaubt.

Folgende Mängel werden genannt:

  • Das Spray enthält sogenannte Parabene, die im Verdacht stehen, hormonell wirksam zu sein.
  • Es fehlt die Kennzeichnung für hochentzündliche Produkte  (Flamme).
  • Die Angabe der Nettofüllmenge entspricht nicht den europäischen Vorgaben.

Sollte das Spray doch ab Mitte Oktober zum Einsatz kommen, dann sei "mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren und einer Geldbuße zu rechnen. Die weitere Verwendung wird dann untersagt", so Dr. Dau.

Würde das Schiri-Spray trotz aller Mängel verwendet werden, dann droht ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, sowie eine Geldbuße. Kurios: In der Champions League und in der Europa League gehört der Schaum bereits fest zur Schiedsrichter-Ausstattung.

"Dieser Sachverhalt ist uns neu und wird geprüft. Unabhängig davon sind wir bereits seit Wochen mit anderen Anbietern in Gesprächen, um nach Alternativen zu dem kostenintensiven Import aus Argentinien zu schauen", sagte Lutz Michael Fröhlich, DFB-Abteilungsleiter Schiedsrichter, am Freitag in Frankfurt/Main. "Wir sind zuversichtlich eine Lösung ohne Mängel zu finden, schließlich haben wir Schiedsrichter mit der Dekra die besten Sachverständigen an unserer Seite." Die Prüfgesellschaft Dekra ist Sponsor der deutschen Spitzenreferees.

fw/tz/dpa

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