Länderspiel in der ARD

TV-Kritik zur U21-EM: Simon, mach mal Urlaub...

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ARD-Mann Opdenhövel (l.) mit Hrubesch (M.) und Freund.

München - Der Auftakt der deutschen U21-Nationalmannschaft bei der EM in Tschechien war genauso mäßig wie die Performance von ARD-Kommentator Steffen Simon, findet unser TV-Kritiker. Doch es gab auch Lichtblicke.

Wo ist das Jugendamt, wenn man es braucht? Oder die Unicef? Kann Familienministerin Schwesig denn gar nichts tun? Aber der Reihe nach: Das Erste übertrug am Mittwochabend das Länderspiel unserer U21-Buben gegen Serbien zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr. Das war eine tolle Idee. Weniger toll: Als Kommentator ließ man Steffen Simon auf die jungen Menschen los, deren Persönlichkeiten doch noch längst nicht ausgereift sind. Bettina Wegner sang einst zurecht: „Sind so kleine Füße, mit so kleinen Zeh’n. Darf man nie drauf treten, könn’ sie sonst nicht geh’n.“ Und dann ausgerechnet Simon, der Mittwoch so depressiv klang, als hätte er die 50-Euro-Frage bei Jauch verhauen. Pfui, ARD!

Zunächst meldete sich allerdings Matthias Opdenhövel – nicht mit dem üblichen Scholl an seiner Seite, sondern mit Europameister Steffen Freund. Freund arbeitet jetzt als vagabundierender Experte, saß noch am Samstag bei RTL neben Heiko Waßer. Dieses schlimme Erlebnis hat er aber heile überstanden, und hinterließ einen fabelhaften Eindruck. Sachlich, seriös, aufgeweckt, pfiffige Fragen an Horst Hrubesch – der Mann ist unser Freund! Um so schmerzlicher, dass er samstags nicht mehr bei Sky sitzt, und dass wir dort stattdessen den irren Hobby-Wahrsager Hamann ertragen müssen.

"Horst Hrubesch hat keine Nägel – der hat Schrauben"

Der großartige Horst Hrubesch schaute vor dem Spiel auch vorbei. Er schnackte wunderbar mit Freund, Opdi war überflüssig. Als der knorrige U21-Trainer gehen wollte, brummte er: „Hörn wa mal auf zu erzählen, die Wahrheit liegt aufm Platz.“ Und alle fragten sich: Würde sich auch Hotte auf der Trainerbank die Nägel machen? Doch Twitter war sich einig: „Horst Hrubesch hat keine Nägel – der hat Schrauben!“ Und wenn, filetiert er höchstens einen Dorsch.

Steffen Simon ist nicht unser Freund. Der Sportschau-Chef kommentierte die deutsche Crème de la Crème 21 gewohnt eigenwillig. Er machte Ter Stegen zum „Champions-League-Säger“ und erkannte früh die Taktik von Hrubesch: „Die Vorstellung im deutschen Team war die eines eigenen frühen Gegentores.“ Das hat dann ja auch funktioniert. Insgesamt wirkte Simon übellaunig bis beleidigt, weil er lieber im Sommerurlaub wäre. Ach Steffen, geh doch in die Ferien! Urlaubsantrag bis Juni 2029 hiermit genehmigt.

Jörg Heinrich

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