Werden in Kuligs Vogelnest Eier ausgebrütet?

TV-Kritik zur Frauen-WM: Vossi grüßt! - Och nöö!

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Sven Voss mit Kim Kulig.

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich hat sich das Länderspiel der deutschen Frauennationalmannschaft bei der WM gegen Thailand angeschaut. Seine TV-Kritik.

Update vom 11. Juni 2016: Sie ist die erste TV-Kommentatorin in derEM-Geschichte: Wir haben bereits zusammengefasst, was Sie zu ZDF-Reporterin Claudia Neumann wissen müssen.

Meldung

Das Neid Fever geht weiter! Spätabends übertrug das ZDF das WM-Spiel gegen Thailand. Und es stellten sich viele Fragen: Wenn unsere Männer jetzt „Die Mannschaft“ heißen, wie taufen wir dann die Frauen? „Die Mannschaftin“? „Die Frau schafft“, was die Herdprämien-CSU aber ablehnt? Momentan läuft alles auf „Die Nationalelfen“ hinaus.

Auch wichtig: Werden im Vogelnest über dem Kopf von Kim Kulig mittlerweile Eier ausgebrütet?

Die Atmosphäre: Großartig! Nachdem die ARD unser Norwegen-Spiel vom Ende der Welt präsentierte, wo alles los war, nur kein Fußball, standen Sven Voss und seine im Profil nofretetisch wirkende Fachfrau Kulig mitten in der Arena von Winnipeg, wo sich auch die deutsche Elf eingefunden hatte. Dolle Idee! 4:0 fürs ZDF!

Der Moderator: Vossi erwies sich einmal mehr als farblos wie ein weißes Handtuch nach dem Bleichvorgang. Er ferkelte über „Brustlöser“ beim Frauenfußball und wusste über den deutschen Achtelfinalgegner: „Irgendeiner wird’s dann wahrscheinlich sein.“ Er ist weniger als Journalist vor Ort, sondern mehr als embedded Unterhaltungsonkel. Sein Fazit im Interview mit der Bundestrainerin: „Nehmen Sie einen Gruß mit an die Mannschaft!“ Das muss man mal zu Ende denken. Frau Neid kommt in die Kabine, jauchzt: „Mädels, ich soll Euch vom Vossi grüßen!“ Und alle so: „Och nööö! Stöhn! Was will denn der olle Langweiler? Lass stecken, Trainerin!“

Frauen-Fußball-WM 2015: Das ist die deutsche Mannschaft

Die Expertin: Soll man fasziniert hingucken, wegen der Haare? Oder soll man erschüttert hinhören, wegen dem Deutsch, mit dem die Vogelnest-Frau kämpft wie Landsmann Günther Oettinger, nur nicht so erfolgreich? Nofreteten-Kim stolpert sich mühsam von Satz zu Satz. Und immer am Ende gehen ihr die Worte aus. Das klingt dann so: „Ich habe schon gesehen, dass sie sich was vor. Genommen haben.“ Es zwitschert übrigens noch nicht im Geäst, aber das kann ja. Noch kommen.

Der Kommentator: Norbert Galeske, altgedienter Plattitüdier, kommentierte solide und ulkte über das „lange Bein“ der winzigen Asiatinnen. Doll war’s nicht - aber im Sender von Oliver Schmidt und Claudia Neumann muss man froh sein, wenn eine Übertragung nicht an den VHS-Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ erinnert. Wir wollen nach dem Thailand-Spiel noch nicht das Stäbchen über ihn brechen.

WM 2015: Das sind die möglichen Gegner für Deutschland im Achtelfinale

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