Lustig-Lehmann mal wieder "on fire"

TV-Kritik: Fußball bei RTL - seid Ihr noch bei Trost?

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Jens Lehmann (r.) neben Horst Hrubesch.

München - Wenn Mario Götze auf Mario Barth trifft – dann sendet RTL Fußball. Für die Übertragung des Spiels gegen Tschechien hat sich der Kölner Kicher-Kanal den Comedypreis verdient, Kategorie „Unfreiwillig lustig“. Die TV-Kritik von Jörg Heinrich.

Als Großmeister der Fußballkomik, beinahe schon als Strafraum-Loriot, erwies sich dabei Alt-Torwart Jens Lehmann, kennste kennste? Der selbst ernannte verhinderte Löw-Assistent hatte wieder Gags en gros auf Lager – nicht nur, weil er den neuartigen Fußballer „Mösil Özil“ erfand.

Zuletzt hatte der Sommermärchen-Drittplatzierte ja unseren Weltmeister-Jogi für dessen miese Bilanz bei Großturnieren geschmäht. Diesmal fiel der Auftritt des Sachverständigen noch wunderlicher aus. Was Lehmann über das Spiel denkt, falls er denkt, konnte sich vor dem Anpfiff jeder Zuschauer selbst aussuchen. Jens bot jede denkbare Variante an. Version 1 – hoher deutscher Sieg: „2:0, 3:0, da könnten wir noch mehr schießen.“ Version 2 – gute Aussichten für die Tschechen: „Ich erwarte schon bisschen mehr als ihre Chancenlosigkeit. Bei mutiger Ausgangslage können sie hier was schaffen.“ Version 3 – miese Aussichten für den Gegner: „Wenn jeder 100 Prozent gibt, haben die Tschechen keine Chance.“

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Lustig-Lehmanns Höhepunkt: Er erinnerte sich ausschweifend, wie ihn Horst Hrubesch als Braunschweiger Trainer nach einem Fehler mal getröstet hat. Darauf Hrubesch, cool wie gewohnt: „In Braunschweig war ich aber nicht Trainer.“ Doch Lehmann beharrte darauf, von Hrubesch getröstet worden zu sein, menno! Recherchen ergaben: Beim Jens-Tröster handelte es sich entweder um Uwe Reinders oder um Ex-Rennfahrer Alain Trost. Anschließend wollte Lehmann noch mehr von früher erzählen, zum Beispiel über seine Zeit unter Bundestrainer Xaver Unsinn, wurde von RTL aber daran gehindert.

Auch in der Halbzeit kam der Wirrwarr-Experte vorsichtshalber nicht zu Wort. Das war eine gute Idee, sonst hätte er wohl die Chancenverwertung von Mario Gomez kritisiert, und dessen Auswechslung durch Jupp Derwall gefordert. Kommentator Marco Hagemann ließ sich anstecken, lehmannte mit, erfand die Stadt Wolfsaugsburg, und verzweifelte an sich selbst: „Was ist denn los heute?“

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren: So ganz bei Trost sind sie nicht mehr beim RTL.

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