Spiel gegen Algerien

TV-Kritik: Intelligenzfasten? Nicht mit Béla!

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Béla Rethy bekommt von unserem Kolumnisten eine Note im Mittelfeld.

München - Jogi, Algerien und das ZDF haben den TV-Zuschauern den letzten Schlaf geraubt. Hier sehen Sie die Noten unseres Kolumnisten für die ZDF-Hauptakteure.

In der Residenz haben sie gerade den ältesten Münchner der Welt ausgegraben, 3000 Jahre alt. Viele tz-Leser haben sich allerdings Dienstag-Früh vor dem Spiegel gedacht: Das kann nicht stimmen, ich schau älter aus.

Jogi, Algerien und das ZDF – ihr raubt uns den letzten Schlaf! Grauen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Wir fassen für Sie zusammen, was das Zweite aus Béla Horizonte übertragen hat, Tschulligung, aus Porto Alegre. Sie sehen, wir sind immer noch begeistert, dass ER sein Comeback feierte: Reporterlegende Béla Réthy, der zuletzt von brasilianischen Freischärlern verschleppt worden war, sich dann aber freikommentierte.

Die Ollis: Oase in der ZDF-Wüste. „Jetzt geht’s ums nackte Überleben“, kündigte Prophet Kahn an. „Vorher ging’s ums angezogene Überleben“, spottete Welke. Die beiden konnten erneut ihre beste Leistung abrufen. Stärkste Szene: „Wir brauchen Plan B. Oder Plan A. Oder überhaupt einen Plan.“ Sie hatten es aber schwer gegen mehrstündigen ZDF-Unfug wie einer friseurtechnischen Analyse der Jogi-Haare. Teilweise feierte das Zweite Fernsehramadan, also Intelligenzfasten. Da war viel Schland im Getriebe. Die Ollis mussten der Nation schonend beibringen: Hummels hat Gerippe. Es kann sprechen und heißt Cathy Fischer. Note 2

Béla Réthy: Der Statistik-Guru hatte gegen die USA gefehlt, erstmals bei einem großen deutschen Spiel seit der WM 1963, beim 27. Länderspiel von Uwe Seeler gegen die vom früheren Reichstrainer Otto Nerz trainierten Osterinseln. „Wo ist Béla?“, hatte die Nation gebibbert. Nun war der Altstar, der Mikrofon-Schweinsteiger, plötzlich wieder da. Der Twitter-­Pöbel hetzte 120 Minuten gegen ihn.

 Aber lassen Sie sich vom Fernsehheinrich sagen: Er übertrieb maßlos, der Pöbel. Solide Partie vom Béla, weitaus weniger Fehler als die deutsche Mannschaft. Und dass ihm am Ende des Wahnsinns ein „Deutschland steht im Achtelfinale“ entfuhr – geschenkt. Er fand die richtigen Worte fürs Jogi-Elend: „Man könnte jetzt sagen, die deutsche Elf hat den Faden verloren. Nee, sie hat ihn noch gar nicht gefunden.“ Punktabzug allerdings für seinen „Karl Walentin“ mit „Wogel-W“. Und trotzdem: Wer Béla Réthy zwei Stunden durchs Dorf treibt, wird mit Oliver Schmidt nicht unter 20 Jahren bestraft. Note 3

KMH: Die Palmen-Else hatte sich zu Ehren der Wüstenfüchse die Haare Saharagelb gefärbt und trug patriotischen Schwarz-Rot-Gold-Schal. Thomas Müller musste bei ihr zum Interview antreten. KM Haar fragte sinnfrei: „Haben wir die beste deutsche Mannschaft schon gesehen?“ Da wusste man: Herrschaft, der Schweinschweiger macht alles richtig mit seinem Interview-Boykott. Kätes olle Strandläufer waren diesmal keine Glücksbringer. Motto des Algerien-Abends: Beinahe gingen Schlappe baden, da half auch kein Badeschlappen. Note 4

Poschi: Der nachgemachte Löwen-Sportdirektor irrte durchs Frankreich-Spiel. Einführender Satz über Nigeria: „Keiner weiß.“ Na klar, dachte man sich, sehen wir ja selbst. Alle schwarz. In Wahrheit wollte uns Poschi sagen: „Keiner weiß, was Nigeria kann.“ Aber jeder weiß, was Wolf-Dieter Poschmann nicht kann. Also Namen richtig aussprechen oder ein Spiel lesen. Andererseits: Wir alle ärgern uns ja immer, dass Google alles weiß. Da dürfen wir dann auch nicht schimpfen, wenn Poschi gar nichts weiß. Note 5

Jörg Heinrich

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