Start der Frauenfußball-WM im ZDF

TV-Kritik: Die höchste Frisur seit Marge Simpson

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Expertin Kim Kulig mit ZDF-Moderator Sven Voss.

München - Kolumnist Jörg Heinrich betrachtet für uns die Frauenfußball-WM in Kanada. Zum Auftakt war er geschockt von der Kommentatorin im ZDF. Expertin Kim Kulig dagegen hat Potenzial.

Update vom 11. Juni 2016: Sie ist die erste TV-Kommentatorin in derEM-Geschichte: Wir haben bereits zusammengefasst, was Sie zu ZDF-Reporterin Claudia Neumann wissen müssen.

Meldung

Neid, los! Unter diesem Motto startete im ZDF die Frauen-WM in Kanada. Nach Blauenfußball mit den Löwen hält uns nun also Frauenfußball in Atem. Allerdings war die Übertragung vom deutschen Auftakt mit Kommentatorin Claudia Neumann so mäßig, dass man eher an Grauenfußball dachte. Frage des Abends: Umschalten auf Eurosport? Dort sitzt mit Marco Hagemann zwar ein Topkommentator am Mikro, das Unscharf-bild ohne HD macht aber auch keine Freude. Ohren aua, oder Augen aua – das hat der Frauenfußball nicht verdient!

Neumann kommentierte dermaßen hölzern – man dachte unwillkürlich an den Bayerischen Wald vor dem Baumsterben. Bei den Hymnen schnarrte sie, strammstehend: „Vorfreude und Entschlossenheit lese ich aus diesen Gesichtern.“ Danach enthüllte die ZDF-Frau – für die später hinzugekommenen Zuseher an den Schwarz-Weiß-Geräten, die seltener Fußball gucken – die letzten Geheimnisse dieser sonst so schönen Sportart: „Der sogenannte kurze Pfosten ist natürlich nicht kürzer.“ Weil das ja klar ist.

Claudia Neumann kann bestimmt viele Sachen toll, womöglich auch Origami, Kontaktschweißen oder Hebräisch. Ein Fußballspiel kurzweilig kommentieren kann sie nicht. Gegen sie wirkt selbst der sprachlich gehandicapte ZDF-Kollege Oliver Schmidt wortgewandt wie Reich-Ranicki in seinen besten Jahren. Da gewinnen die deutschen Frauen 10:0, und Frau Prof. Dr. Neumann hält eine Vorlesung über signifikant fehlende Effizienz und Stringenz. Es gab ja mal die Meinungsforscherin Noelle-Neumann. Hier dagegen ist eher von Hölle-Neumann zu sprechen.

Zweites großes Thema war die nagelneue „Fachberaterin“ (O-Ton ZDF) Kim Kulig, die mit ihrem hoch aufgetürmten Robin-Dutt subtil die schwäbische Heimat grüßte und manchen Breitbildfernseher nach oben durchbrach. Ihr grellroter Lippenstift war dagegen eine Hommage an Meister FC Bayern, auch sehr schön. Mühsam hat das ZDF die sympathische, aber leider seit zwei Jahren verletzte Nationalspielerin entschwäbelt. Nun kann sie alles, sogar Hochdeutsch – aber vor lauter Konzentration auf Mundartvermeidung bleibt die Natürlichkeit auf der Strecke. Kim startete nervös, hat aber Potenzial. Und die höchste Frisur seit Marge Simpson. Viele Bayern-Fans machten vor dem Fernseher begeistert „Dutt Dutt Dutt Dutt!“

So sehen Sie die Frauen-WM im Free-TV und Live-Stream

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