Europameister in Frankfurt empfangen

U19-Champions hoffen auf goldene Zukunft

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Die U19-Europameister sind wieder zuhause in Deutschland.

Budapest - Deutschlands U19-Europameister waren bei der nächtlichen Feier in WM-Form. Davie Selke oder Julian Brandt, aber auch Trainer Marcus Sorg dürfen auf eine große Zukunft hoffen.

Schlagerstar Helene Fischer durfte bei der rauschenden Feier natürlich nicht fehlen. „Atemlos“ war nach dem EM-Triumph der deutschen U19-Junioren in Budapest der Hit der Stunde - ganz so wie vor drei Wochen bei den Weltmeistern in Brasilien. „Der Song ist auch in unserer Mannschaft Kult. Die Spieler lieben das Lied, jeder kann es auswendig“, sagte Mittelfeldspieler Julian Brandt mit heiserer Stimme und dem Pokal in der Hand über die Feier nach dem 1:0 (1:0) im Finale gegen Portugal.

Kaum Zeit zum Luft holen hatte auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach angesichts von zwei Titeln in nur drei Wochen. „Viel mehr war im Juli nicht zu gewinnen“, sagte Niersbach, der „wunderschöne Parallelen“ zwischen den beiden Triumphen des Sommers ausgemacht hatte. „Die Spieler sind in Ungarn als Einheit aufgetreten. So, wie es die Mannschaft in Brasilien vorgemacht hat“, sagte der DFB-Chef dem SID über den goldenen Juli.

In der Tat: Gegenwart und Zukunft des deutschen Fußballs sehen nach den Triumphen in Rio und Budapest so rosig aus wie selten zuvor. Zumal die deutschen Junioren nun mehr wollen. „Wir freuen uns, dass wir Deutschland den zweiten Titel in diesem Sommer schenken durften“, sagte EM-Torschützenkönig Davie Selke und fügte im Überschwang der Gefühle hinzu: „Wenn es in vier Jahren der goldene Pokal ist, dann habe ich auch nichts dagegen.“

Ob dem Team von Trainer Marcus Sorg tatsächlich der ganz große Durchbruch gelingen wird, bleibt aber abzuwarten. Von den U19-Europameistern von 2008 schafften es später nur die Zwillinge Lars und Sven Bender sowie Torhüter Ron-Robert Zieler ins A-Team. „Ich bin mir sicher, dass auch aus diesem Jahrgang wieder einige den Weg schaffen werden“, sagte Niersbach dennoch optimistisch. Auch Bundestrainer Joachim Löw frohlockte: „Die EM hat gezeigt, dass sich der deutsche Fußball auf neue große Talente freuen kann.“

Auf eine große Zukunft hoffen darf indes auch Trainer Sorg. Die Chancen des 48-Jährigen, den freien Platz als Assistent von Löw zu übernehmen, dürften nach dem EM-Titel nicht gerade kleiner geworden sein. „Das ist eine Entscheidung, die der Bundestrainer trifft. Da muss er die beste Lösung finden“, sagte Sorg dem SID vorsichtig. Ein heißer Kandidat bleibt Sorg aber. „Das kann sein, das haben wir schon oft genug gesagt“, sagte Niersbach. Das Vorschlagsrecht habe weiter Löw.

Erst einmal wollte Sorg ohnehin genießen. „Dieser Pokal bleibt uns ewig, und er verbindet uns ewig“, sagte Sorg der Mannschaft vor der Heimreise nach Frankfurt. Dort wurde das Team am Mittag von DFB-Vertretern und zahlreichen Journalisten empfangen. „Wir sind stolz auf euch“, sagte Niersbach zum Abschied und mahnte: „Lasst nicht nach. Wir vom DFB werden euch weiter fördern, aber auch fordern.“

Am Abend zuvor war es der Treffer des Herthaners Hany Mukhtar (39.) gewesen, der im Szusza Ferenc Stadion den Titel sicherte. „Ich bin einfach auf den ersten Pfosten gelaufen. Da hatte ich das Quäntchen Glück. Ich danke meiner Familie, die immer hinter mir steht“, sagte der Matchwinner über die entscheidende Szene. Anschließend bat Mukhtar zur großen Party: „Keiner darf im Zimmer bleiben, alle müssen mitkommen.“

Daran hielt sich das Team in der kurzen Nacht von Budapest nur allzu gerne. Mit viel Energie, großem Teamgeist - und natürlich Helene Fischer.

SID

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