UEFA: EM-Verschiebung die Ultima Ratio

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Laut dem EM-Beauftragten Martin Kallen hat die UEFA einen Notfallplan für die EM in der Tasche.

München - Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat offenbar auch Notfallpläne für eine Verlegung der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) in der Schublade.

„Solche Fragen haben wir schon ganz generell, nicht auf die Ukraine bezogen, durchdiskutiert“, sagte der EM-Beauftragte der UEFA, Martin Kallen, der Südddeutschen Zeitung. Die Ultima Ratio könnte eine Absage des Turniers sein. „Da gäbe es nur eine Möglichkeit: Dann müsste man an eine Verschiebung des Turniers denken, in ein anderes Jahr“, äußerte der Schweizer.

Eine kurzfristige Verlegung der EM-Spiele in der Ukraine nach Deutschland sei jedoch ausgeschlossen. „Das ist unmöglich. Das bekäme man in so kurzer Zeit gar nicht hin“, erklärte Kallen.

Zurzeit sieht der Eidgenosse allerdings keinen Ansatzpunkt für eine Absage des Turniers. „Wir beobachten die Situation ganz genau, jeden Tag“, sagte der erfahrene UEFA-Funktionär, für Änderungen gebe es „keinen Grund, das ist für uns derzeit kein Thema“. Klar ist aber auch, dass die UEFA gegebenenfalls schnell reagieren würde: „Wenn die Situation zu gefährlich wird, dann würde das nicht durchgeführt. Wir organisieren ein Fußball-Fest, und nichts anderes.

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UEFA-Präsident Michel Platini beobachtet laut Kallen sehr aufmerksam die Entwicklung in der Ukraine: „Platini nimmt das sehr, sehr ernst.“ Der EM-Beauftragte geht davon aus, dass die Anschläge „nichts mit dem EURO-Turnier zu tun und die Behörden die Sicherheitslage unter Kontrolle haben“.

Aufgrund der Anschlagsserie am Freitag in Dnjepropetrowsk und der Behandlung der inhaftierten und schwer erkrankten Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko durch die ukrainischen Behörden hatte es am Wochenende heftige Diskussionen um die EURO und EM-Gastgeber Ukraine gegeben. Von politischer Seite wurde laut eines Berichts im Nachrichtenmagazin Der Spiegel ein Boykott des Turniers durch Fernbleiben des Bundeskabinetts bei EM-Spielen in Erwägung gezogen. Entsprechende Überlegungen soll es bei Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits geben.

SID

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