UEFA will sich auf FIFA-Kandidaten einigen

Gianni Infantino erhält viel Unterstützung der UEFA 

Gianni Infantino, UEFA, FIFA
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Gianni Infantino ist einer der Kandidaten für das Amt des FIFA-Präsidenten.

Nyon - Alle für den General? Angeführt vom Weltmeister-Verband schwört sich die UEFA am Donnerstag und Freitag auf ihren FIFA-Kandidaten Gianni Infantino ein.

Alle für einen - und Europa gegen den Rest der Welt: Angeführt vom deutschen Weltmeister-Verband schwören sich die europäischen Fußball-Nationen gut einen Monat vor der Präsidentschaftswahl beim Weltverband FIFA auf ihren „General“ Gianni Infantino ein. Oder sie versuchen es zumindest. Denn auch wenn sich die Europäische Fußball-Union (UEFA) bei ihrer Vollversammlung am Freitag in Nyon offiziell auf den Ersatzkandidaten für den gefallenen Michel Platini verständigt, werden bei der geheimen Wahl Ende Februar längst nicht alle für den Schweizer stimmen.

DFB steht hinter Infantino

Der Deutsche Fussball-Bund (DFB), der ordentlich Stimmung für den Schweizer machen will, hofft dennoch auf so wenige Abweichler wie möglich. „Er ist so vernetzt wie kaum ein Zweiter und in der Lage, dann auch diejenigen zusammenzuführen, die im Moment vielleicht anderer Meinung sind und andere wählen“, sagte DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball (69): „Nach der Wahl ist es umso wichtiger, dass er diese Blöcke vereint und die Reformbestrebungen, die auch am 26. Februar beschlossen werden sollen, 1:1 in die Tat umsetzt.“

Infantino (45), der am Dienstag sein Wahlprogramm mit etlichen, drastischen Reformen (40 statt 32 WM-Teilnehmer, kontinentale Turniere) veröffentlicht hatte, haftet jedoch weiter das „Plan B“-Image an. Ohne den Skandal um Platini wäre der UEFA-Generalsekretär niemals angetreten. Dass diverse (Ost-)Verbände der UEFA zudem nicht konform gehen mit den Empfehlungen des Exekutivkomitees, das bereits ab Donnerstag tagt, ist ein offenes Geheimnis.

So könnten auch viele Europa-Verbände dem Favoriten Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (50/Bahrain) ihre Stimme schenken. Das Machtgefüge im internationalen Fußball ist hochkompliziert, gewinnen wird am Ende der Kandidat, der in den Hinterzimmern die besten Deals eingefädelt hat. Prinz Ali bin Al Hussein (40/Jordanien), der Franzose Jerome Champagne (57/Frankreich) und Tokyo Sexwale (62/Südafrika) sind deshalb die Außenseiter. Und Infantino? Am Ende ist es eine Rechenaufgabe.

In Zürich, wo im vergangenen Jahr etliche Funktionäre verhaftet worden sind, stimmen - wenn denn die Justiz alle kommen lässt - 53 UEFA-Verbände ab, 54 aus Afrika (CAF), 46 aus Asien (AFC), 35 aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (CONCACAF), 11 ozeanische Verbände (OFC) und 10 aus Südamerika (CONMEBOL). Der Sieger, der dann den gesperrten Joseph S. Blatter (79) beerbt, benötigt ab dem zweiten Wahlgang die einfache Mehrheit (über 50 Prozent) der 209 Stimmen. Zwischen dem afrikanischen und dem asiatischen Verband scheint sich eine Absprache anzudeuten - für Scheich Salman.

Torlinientechnik bei der EM 2016

Deutlich weniger kompliziert wird eine andere Entscheidung des UEFA-Exekutivkomitees: Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Einsatz einer Torlinientechnik für die EM 2016 abgesegnet. „Wir glauben, dass die bevorstehende Europameisterschaft eine gute Gelegenheit für die UEFA ist, die Torlinientechnik bei einem großen Turnier einzuführen“, sagte UEFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina. Der deutsche Hersteller GoalControl hielt sich im Vorfeld der Entscheidung bedeckt, die Bundesliga baut seit der laufenden Saison auf das britische „Hawk-Eye“-System.

sid

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