Rechtliche Schritte nach ARD-Test

Verbraucherschützer planen Klage gegen Bezahlkarten in Stadien

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Auch in der Allianz Arena in München zahlen Fans mit einer Bezahlkarte anstatt mit Bargeld.

München - Ein ARD-Bericht über die Bezahlkarten in den Bundesliga-Stadien schlägt hohe Wellen. Einigen Vereinen droht Ärger mit den Verbraucherschützern.

Die "Abzocke" mit dem Plastikgeld hat für einige Klubs der Fußball-Bundesliga juristische Konsequenzen. Weil Currywurst, Pommes und Bier teilweise nur mit umständlichen Bezahlkarten gekauft werden können, bereiten die Verbraucherzentralen Abmahnungen gegen die Betreiber vor, die sogar vor Gericht führen könnten. Für die Vereine scheint das bargeldlose System ein lukratives Geschäft zu sein.

Laut eines Berichts der ARD-Radio-Recherche hat Rekordmeister Bayern München im Jahr 2010 durch seine für die Arena-Karte zuständige GmbH rund 2,4 Millionen Euro Erträge durch verfallene Guthaben ausgewiesen - nur, weil die Fans ihre Karte nicht entladen und dann wahrscheinlich irgendwo in der Schublade vergessen haben.

Ins Visier geraten sind auch die Stadien des FC Augsburg und von Schalke 04. Die WM-Arena von Eintracht Frankfurt wurde ebenfalls geprüft. Kritikpunkte gebe es zudem an den Systemen von Borussia Dortmund sowie von Hertha BSC im Berliner Olympiastadion, die allerdings auch Barzahlung erlauben. Insgesamt sieben der 36 Erst- und Zweitligisten bevorzugen Plastikgeld.

"Für die Verbraucher ist das System an sich sehr problematisch - weil es sie davon abhält, sich ihr Guthaben schnellstmöglich wiederzuholen", sagte Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern dem SID. Daran allerdings würden auch die Abmahnungen, die bestenfalls zu Änderungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Betreiber führen, "nur wenig ändern".

Abgemahnt werden nämlich nur einzelne Abschnitte in den AGB - etwa, wenn ein Bezahlkarten-Unternehmen Gebühren für die Überweisung des Restguthabens fordert oder dieses nur innerhalb einer kurzen Frist zurückerstattet.

Schalke verwies am Donnerstag darauf, dass trotz entsprechender Passagen in den AGB "keine Bearbeitungsgebühr erhoben" werde und die Auszahlung des Restguthabens "entweder sofort bei Barauszahlung oder innerhalb weniger Tage bei Überweisung" erfolgen würde. Über einen möglichen Gewinn wie bei den Bayern machte der Klub keine Angaben.

Die Betreiber-Firma der Münchner antwortet auf ARD-Anfrage, dass auch nach Ablauf der Frist auf Kulanz Restbeträge ausgezahlt werden. Auch der FC Augsburg gab an, dass die Rückzahlungen kulant gehandhabt werden. In Frankfurt würden die Missstände demnächst behoben werden, unter anderem mit einer App, die lange Wartezeiten verkürzt.

Die Fans fordern vor allem Auskunft darüber, was mit den "Schlummer-Euro", also dem verfallenen Guthaben passiert. "Das ist ja nichts anderes als ein zinsloses Darlehen, das ich dem Verein gebe. Und da wäre schon mal interessant, wie viel dann letztendlich an Geld den Vereinen zur Verfügung gestellt wird, und womit die dann sofort arbeiten können", sagte Rainer Vollmer von der Fanvereinigung "Unsere Kurve".

SID mj er

SID

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