Verrücktes Duell: Wolfsburg gewinnt 5:4 bei Bayer

Der Wolfsburger Bas Dost erzielte in der Nachspielzeit das 5:4 gegen Leverkusen. Sein vierter Treffer in der Partie. Foto: Marius Becker
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Der Wolfsburger Bas Dost erzielte in der Nachspielzeit das 5:4 gegen Leverkusen. Sein vierter Treffer in der Partie. Foto: Marius Becker

Leverkusen (dpa) - Fassungslos verharrten die Spieler von Bayer Leverkusen nach der verrückten Last-Minute-Niederlage im Duell der der Bundesliga-Werksclubs mit dem VfL Wolfsburg auf dem Rasen.

"So grausam kann Fußball sein", sagte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade mit bitterer Miene nach der 4:5 (0:3)-Niederlage. VfL-Trainer Dieter Hecking sprach dagegen nach der kuriosen Partie mit zwei komplett verschiedenen Halbzeiten von einem "riesigen Nachmittag".

"Mann des Tages" war der vierfache Torschütze Bas Dost, der kurz vor dem Schlusspfiff den ersten Sieg der Wolfsburger im 18. Gastspiel am Rhein sicherte. Damit ist der Tabellenzweite dem Champions-League-Konkurrenten aus Leverkusen nun schon zwölf Punkte enteilt.

Vor 29 227 Zuschauer waren die Gäste durch Tore von Dost (6./29. Minute) und Naldo 3:0 (17.) mit 3:0 in Führung gegangen und sahen schon wie die sicheren Sieger aus - zumal die Platzherren desolat und völlig verunsichert auftraten. Die Leverkusener kamen aber nach der Pause wie verwandelt aus der Kabine und begannen eine furiose Aufholjagd. Nach einem Dreierpack von Heung-Min Son (57./62./67.) sowie Karim Bellarabi (72.) bei einem Gegentor von Dost (63.) schien die erste Heimniederlage der Leverkusener abgewendet - bis der überragende Dost mit seinem vierten Tor doch noch den glücklichen Sieg schaffte. Die Wolfsburger setzten damit ihre Erfolgsserie mit neun Partien ohne Niederlage fort.

"Die erste Halbzeit war von uns überragend, die zweite eine Katastrophe, zum Vergessen", resümierte der Niederländer Dost. Aus Bayer-Sicht war es umgekehrt. Die Leverkusener Fans quittierten die in der ersten Halbzeit alles andere als Königsklassen-reife Darbietung ihres Teams mit gellenden Pfiffen. "Was da passiert ist, darf nicht passieren", schimpfte Bayer-Chefcoach Roger Schmidt.

Von dem begeisterten Offensivfußball, mit dem sein Team am Anfang der Saison die Liga beeindruckte, war vor der Pause gar nichts zu sehen. In der ersten Hälfte erspielten sich die Gastgeber nur eine Chance: In der 3. Minute schoss Karim Bellarabi aus 18 Metern, doch VfL-Keeper Diego Benaglio konnte den Ball mit den Fingerspitzen noch abwehren.

Drei Minuten später konterten die Wolfsburger eiskalt. Nach einer Hereingabe von Vieirinha köpfte Dost zum 1:0 ein. In der 17. Minute folgte der zweite Schock: Aus mehr als 30 Metern verwandelte Naldo einen Freistoß zum 2:0. 04-Torwart Bernd Leno sah dabei nicht gut aus. Ein Debakel für die Rheinländer schien sich anzukündigen, als Dost nach einer Hereingabe des bei seiner ersten Rückkehr nach Leverkusen ausgepfiffenen André Schürrle sogar noch das 3:0 gelang.

Doch nach dem Wiederanpfiff kam das auf drei Positionen veränderte Bayer-Team wie verwandelt auf den Rasen zurück und profitierte vor allem von der One-Man-Show des Südkoreaners Son, der zunächst mit zwei Treffern binnen fünf Minuten die Leverkusener auf 2:3 heranbrachte. Allerdings mussten die nun wie entfesselt nach vorne stürmenden Platzherren einen Dämpfer hinnehmen, als Dost das 4:2 (64.) gelang. Erneut konterte der Südkoreaner Son (67.) zum 4:3.

Die Leverkusener ließen weiterhin nicht nach und konnten durch eine Soloaktion von Bellarabi noch zum 4:4 ausgleichen. In der am Ende sehr hektischen Partie verloren die Gastgeber nicht nur Innenverteidiger Emir Spahic durch eine Gelb-Rote-Karte, sondern in der Nachspielzeit auch noch die Partie durch den vierten Treffer von Dost.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 44,9 - 55,1

Torschüsse: 15 - 13

gew. Zweikämpfe in %: 43,8 - 56,2

Fouls: 23 - 12

Ecken: 5 - 1

Quelle: optasports.com

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