Labbadia geknickt

VfB-Profis machen sich zum Affen

VfB
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Die VfB-Profis beim "Affen-Jubel".

Stuttgart - Dem Hamburger SV droht nach dem 1:2 im Kellerduell beim VfB Stuttgart der erste Bundesliga-Abstieg der Vereinshistorie. Die Schwaben haben nach dem „Affentheater“ ihre Ausgangsposition erheblich verbessert.

Die Profis des VfB Stuttgart machten sich nach dem Theater der vergangenen Tage in bester Laune zum Affen, die Stimmung beim Hamburger SV war dagegen komplett am Boden. Das Horrorszenario, dass beim HSV am kommenden Samstag nach 51 Jahren und 272 Tagen in der Bundesliga die berühmte Stadionuhr stehen bleibt, wird nach dem hochverdienten 1:2 (1:2) im Kellerduell beim VfB immer realistischer.

„Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß, vor allem wenn man den Spieltag sieht. Wir müssen jetzt unser Spiel gewinnen und dann abwarten, was auf den anderen Plätzen passiert“, sagte Trainer Bruno Labbadia nach seiner missglückten Stuttgart-Rückkehr völlig geknickt und verbreitete nach dem Absturz auf Rang 17 vor dem dramatischen Saisonfinale am kommenden Samstag gegen Schalke 04 wenig Hoffnung.

Während die Hanseaten auf Schützenhilfe angewiesen sind und sich dies laut Torwart Rene Adler „beschissen genug“ anfühlt, kann sich der VfB in Paderborn nun sogar aus eigener Kraft retten. Und Stuttgart, bislang Tabellenletzter, scheint den Moment auf seiner Seite zu haben. Nachdem Trainer Huub Stevens unter der Woche beim Training mit der Affen-Affäre für reichlich Schlagzeilen gesorgt hatte, münzte die Mannschaft die Unruhe gegen den HSV in positive Energie um.

Selbst der frühe Rückstand durch Gojko Kacar (12.) warf den VfB nicht aus der Bahn. Christian Gentner (27.) und Martin Harnik (35.) drehten das umkämpfte Kellerduell. Nach dem umjubelten 2:1 hüpften dann Harnik, Daniel Didavi, Daniel Ginczek und Antonio Rüdiger spontan mit ausgebreiteten Armen wie Affen um die Eckfahne.

„Das ist doch schön, dass sie das tun. Es muss Spaß machen“, sagte Stevens mit einem Lächeln und war nach dem wichtigen Dreier noch einmal bemüht, die ganze Geschichte zu verharmlosen. „Ich habe es nicht so gesagt“, meinte der 61-Jährige, zudem habe der Ausdruck Affe im Niederländischen „eine ganz andere Bedeutung“ - nämlich eine „verniedlichende“, wie Sportvorstand Robin Dutt anmerkte. Dies sei eben die „ganz eigene Art“ von Stevens, die Mannschaft zu führen, ergänzte er. Das Team habe den Ausbruch des Trainers ohnehin „nicht beleidigend“ aufgefasst, sagte Kapitän Gentner.

Wie auch immer. Die Reaktion war eindeutig - und soll nun auch in Paderborn zu einem versöhnlichen Ende einer verkorksten Saison führen. Auf die Konkurrenz will sich Stevens dabei nicht verlassen. „Wir fokussieren uns auf uns selbst. Nur das können wir beeinflussen“, sagte er. „Jetzt haben wir unser Endspiel. Wir werden da sein“, versprach Dutt.

Allerdings sollte der VfB in Paderborn mit seinen Chancen nicht so fahrlässig umgehen wie gegen den HSV, den ausschließlich Adler mit etlichen Paraden im Spiel hielt. „Das ist der einzige Vorwurf, den du machen kannst“, so Stevens, der dennoch „sehr zufrieden“ war, „dass wir nach dem Rückstand klaren Kopf bewahrt haben“.

Von Hamburg konnte man das nicht sagen. Nach einem kleinen Aufschwung mit sieben Punkten aus drei Spielen wirkte der HSV mit der Situation völlig überfordert. Nur selten habe seine Mannschaft „die richtigen Entscheidungen“ getroffen, „20,25 Minuten haben wir gar nicht funktioniert“, monierte Labbadia, der im August 2013 in Stuttgart entlassen worden war.

Ob er seine Mission als Retter wie einst beim VfB (2010/11) auch in Hamburg vollenden kann, ist nach dem Auftritt vom Samstag sehr ungewiss. „Alles, was zuletzt für uns gelaufen ist, war diesmal gegen uns“, sagte Marcell Jansen mit finsterer Miene und bemühte die üblichen Durchhalteparolen: „Wir müssen alles in das letzte Heimspiel werfen.“ Damit die Uhr weiterläuft.

sid

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