VfL muss um neues Europa-Ticket bangen: 0:1 in Hoffenheim

Hoffenheim besiegt im eigenen Stadion den VfL Wolfsburg. Foto: Uwe Anspach
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Hoffenheim besiegt im eigenen Stadion den VfL Wolfsburg. Foto: Uwe Anspach

1899 Hoffenheim schöpft dank Trainer Nagelsmann wieder große Hoffnung im Abstiegskampf. Für Wolfsburg wird es nach der 0:1-Pleite im Kampf um Europa dagegen immer enger.

Sinsheim (dpa) - 1899 Hoffenheim hat seine beeindruckende Heimserie unter Trainer Julian Nagelsmann ausgebaut und den internationalen Hoffnungen des VfL Wolfsburg einen herben Dämpfer verpasst.

Die Kraichgauer besiegten den VfL mit 1:0 (1:0) und gewannen damit auch das dritte Heimspiel unter dem jüngsten Coach in der Geschichte der Fußball-Bundesliga.

Stürmer Andrej Kramaric erzielte vor 25 231 Zuschauern schon nach drei Minuten den entscheidenden Treffer. Kevin Volland verpasste das zweite Tor, er verschoss einen Foulelfmeter (57. Minute). Dennoch holte sein Team den Sieg und zog mit nun 24 Zählern punktemäßig mit Eintracht Frankfurt auf dem Relegationsrang gleich. Champions-League-Viertelfinalist Wolfsburg muss dagegen immer mehr um die erneute Qualifikation für den Europapokal bangen.

"Im Stile einer Champions-League-Mannschaft haben wir heute keinen Moment gespielt", sagte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs. "Wir sind einfach gar nicht ins Spiel gekommen."

Die erste schlechte Nachricht hatte VfL-Coach Dieter Hecking schon vor dem Anpfiff bekommen. Weltmeister Julian Draxler hatte sich zwar noch mit dem Team aufgewärmt, auf Grund von Schmerzen im Knie- und Oberschenkelbereich reichte es aber nicht für einen Einsatz. Ohne den Mittelfeldspieler agierten die Niedersachsen in der Offensive ideenlos und kamen kaum zu gefährlichen Aktionen.

Was zum einen an mangelnder Kreativität lag, lag zum anderen an einer im Vergleich zur Vorwoche deutlich stabileren Hoffenheimer Abwehr. Nach dem 1:5 in Stuttgart setzte Nagelsmann nun auf eine Viererkette, gegen die der VfL zunächst keine Mittel fand.

Im Angriff präsentierten die Kraichgauer schon kurz nach dem Anpfiff effektiv. Nach einem Ballverlust der Wolfsburger passte Volland gedankenschnell in die Spitze auf Kramaric, der Robin Knoche verlud und das Leder anschließend in die lange Ecke schlenzte. "Die frühe Führung für uns, die hat dann auch ein bisschen den Kopf frei gemacht nach der letzten Woche", sagte Nagelsmann. Für den Winter-Neuzugang war es bereits der dritte Treffer im 1899-Trikot.

Nach dem erstmaligen Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse wirkte die Mannschaft von Hecking fahrig und müde. "Aber das mit der Kraft lasse ich nicht gelten, weil wir diesen Rhythmus, denke ich, auch wollen. Das ist kein Alibi für mich", meinte Hecking. Nationalspieler André Schürrle spielte deutlich unter Normalform, auch Max Kruse agierte harmlos. Die einzige Chance des Angreifers war ein Kopfball kurz vor der Pause (43.), hinter den er aber zu wenig Druck brachte.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Wolfsburg wirkte nun engagierter, Hoffenheim aber blieb gefährlicher. Beim Herauskommen erwischte VfL-Torwart Koen Casteels (56.) den starken Kramaric mit einer Grätsche am Fuß und verursachte einen Elfmeter. Anschließend machte der Belgier seinen Fehler aber wieder gut und wehrte den Strafstoß von Volland mit einem Reflex einhändig ab.

Wolfsburg drängte in der Schlussphase zwar auf den Ausgleich, fand aber gegen die immer tiefer stehenden Gastgeber kaum Mittel. Erst in der Nachspielzeit wurde es für 1899 noch einmal brenzlig - Schürrle scheiterte aber aus kurzer Distanz an Baumann.#

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 35 - 65

Torschüsse: 11 - 15

gew. Zweikämpfe in %: 56,5 - 43,5

Fouls: 8 - 18

Ecken: 3 - 5

Quelle: optasports.com

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