Vor Champions-League-Hit gegen Bayern

Erneuter Wirbel um Atlético-Trainer Simeone

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Smarter Typ, aber Schlitzohr: Simeone saß am Samstag auf der Tribüne – gab er von dort aus Anweisungen?

München - Atlético siegt vor dem Champions-League-Kracher gegen die Bayern in der Liga – im Fokus steht aber der Coach, dessen Weg von Skandalen gepflastert ist.

Erregt, euphorisch, das war Diego Simeone auch am vergangenen Mittwoch, keine Frage. Allerdings blieb der FC Bayern zumindest verschont von einer der zahlreichen unsportlichen Handlungen, für die der Trainer von Atlético Madrid bekannt ist. Der schlimmste Vorfall beim 0:1 des Rekordmeisters im Hinspiel des Champions League-Halbfinals: Simeones Handy fiel im Eifer des Gefechts aus der Tasche. Ansonsten aber blieb der 46-Jährige brav – ganz anders als zuletzt in der spanischen Liga.

1:0-Arbeitssieg gegen Rayo Vallecano

Vorab zum Sportlichen: Durch den 1:0-Arbeitssieg gegen Rayo Vallecano blieb Atlético gleichauf mit Titelverteidiger und Tabellenführer FC Barcelona (je 85) und nur einen Zähler vor Real Madrid weiter auf der Lauer. Schlagzeilen jedoch machte der Klub am Samstag (mal wieder) nicht auf dem Platz, sondern daneben. Denn Simeone – derzeit gesperrt, weil er in der vergangenen Woche einen Balljungen dazu animierte, das laufende Spiel zu unterbrechen – soll von seinem Platz von der Tribüne aus (verbotene) Anweisungen an seine Spieler gegeben haben. Im spanischen TV war zu sehen, wie neben Simeone Torwarttrainer Pablo Vercellone saß, der genau wie Kapitän Gabi auf der Reservebank ein Headset trug. Auffällig oft hielten sich die beiden die Hände vor dem Mund – um in ihre Mikrofone zu sprechen?

Skandale pflastern seinen Weg

Natürlich folgte das Dementi prompt – allerdings war die Aktion doch offensichtlich. Sie passt zu gut zum Verhalten Simeones, einem Mann, von dem man sagt, dass Skandale seinen Weg pflastern. Immer wieder hat er sich nicht im Griff, rennt aufs Feld, schimpft wüst, wird gesperrt. Das allerdings macht ihm wenig aus. „Er ist halt so“, sagen sie in Spanien über den Argentinier. Und immerhin: der Erfolg in den letzten Jahren gibt ihm recht.

Sportlich gab der Sieg gegen Vallecano wenig her, Simeone sah ein durchschnittliches Spiel seiner B-Elf, die allerdings die beeindruckende Serie der letzten Wochen weiter ausgebaut hat: Keeper Jan Oblak ist nun schon seit 601 Pflichtspielminuten ohne Gegentor (obwohl Vallecano zeitweise anstürmte wie Bayern im Hinspiel). „Die Aussicht auf das Champions League-Halbfinale beflügelt uns“, sagte Torschütze Antoine Griezmann, der heute um 13.05 Uhr mit seinen Mitspielern in München landen wird. Auch mit dabei: Abwehrchef Diego Godin, der letzte Woche gefehlt hatte.

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