Waldi zum Sommermärchen

Hartmann über WM 2006: "Bin eingeweiht gewesen" 

Waldemar Hartmann, Karneval
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Ist für jeden Spaß zu haben: Waldemar Hartmann präsentiert sich gern weltoffen.

München – Seit Tagen rätselt Fußball-Deutschland: Hat sich der DFB die WM 2006 erkauft? Die Beweislage ist äußerst dünn. Nun meldet sich Sportreporter Waldemar Hartmann zu Wort.

Das Sommermärchen soll gekauft gewesen sein. Diese Meldung des Spiegel sorgt in ganz Fußball-Deutschland seit einigen Tagen für Aufsehen. Doch während viele Fans geschockt auf die Enthüllungen des Nachrichtenmagazins reagieren, bleibt Waldemar Hartmann völlig gelassen. Grund: Der langjährige ARD-Moderator will alles schon lange gewusst haben, wie er in einem Interview mit dem Franken Fernsehen verriet.

Wie bitte? Waldi wusste was? Oder besser: alles? „Ich habe 1997 am Tag vor dem Champions-League-Finale in München, Borussia Dortmund gegen Juventus Turin, mit Franz Beckenbauer zusammen die Bewerbung des DFB für diese WM moderiert“, erklärt der gebürtige Nürnberger: „Und ich bin von der ersten Sekunde an, kann man sagen, eingeweiht gewesen.“

Oha, da redet sich aber jemand um Kopf und Kragen, dürfte sich so mancher Zuschauer gedacht haben. Doch das wurde Hartmann offensichtlich nicht ganz so schnell klar. „Sie haben's bekommen wie viele andere auch“, ließ er zum Schluss noch wissen.

Hartmann weiß nichts von schwarzen Kassen

Nach dem aufsehenerregenden Interview fragten sich wohl nicht nur die Fußball-Fans, ob der 67-Jährige tatsächlich Licht ins WM-Dunkel bringen könnte. Hartmann schien ja geradezu um eine Vernehmung zu den Vorkommnissen rund um die Vergabe der WM 2006 zu betteln.

So weit wird es aber wohl nicht kommen. Mittlerweile hat der bekannte Sportreporter mit dem ausufernden Redebedürfnis anscheinend kalte Füße bekommen. Gegenüber den Kollegen der Welt ruderte er nun zurück. Um schwarze Kassen und Co. sei es in den Gesprächen mit den DFB-Bossen nie gegangen: „Von möglichen Geldzahlungen war nie die Rede.“

"Stimmen mit Arbeit und viel Einsatz besorgen"

Stattdessen habe Beckenbauer ihm nur gesagt: „Um die WM zu bekommen, brauchen wir 13 Stimmen. Neun kriege ich aus Europa. Und die anderen vier werde ich uns mit harter Arbeit, viel Einsatz und großer Überzeugungskraft besorgen.“ Ja gut, das hätten wir uns auch ohne die Hilfe von Hartmann zusammenreimen können. Aber schön, dass wir mal wieder von dir gehört haben, Waldi!

Ernüchterndes Fazit: Im Bezug auf das vermeintlich gekaufte Sommermärchen sind wir nach Hartmanns Aufstand so klug wie zuvor.

Marcus Giebel

Marcus Giebel

E-Mail:info@merkur.de

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