"Wechselorgie" erwartet

Transfersperre für Real bringt Markt in Bewegung

Real Madrid, Zidedine Zidane
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Real Madrids neuer Trainer: Zidedine Zidane.

Madrid - Wenn Real Madrid Zinedine Zidane Top-Stars zur Verfügung stellen will, dann jetzt. Die Transfersperre könnte in den kommenden zwei Wochen viel Bewegung auf dem Markt bringen.

Die einen erwarten „die größte Wechselorgie der Geschichte“ (The Sun), die anderen, dass die Stars jetzt wie Dominosteine fallen. Mario Götze und Robert Lewandowski zu Real Madrid, Toni Kroos von dort auf die Insel, Paul Pogba und Eden Hazard nach Spanien, dazu David de Gea, Sergio Agüero, und, und, und. Die Transfersperren gegen Real und Atletico Madrid haben den bislang eher verschlafenen Wintertransfermarkt in helle Aufregung versetzt. Erwartet wird ein Beben biblischen Ausmaßes.

Die Argumentation der Apokalyptiker geht so: Weil die beiden Renommierklubs aus der spanischen Hauptstadt weder im kommenden Sommer noch im darauf folgenden Winter neue Spieler registrieren dürfen, müssen sie es jetzt tun. Vor allem am königlichen Hofe zu Real regiere Torschlusspanik. „Madrid ist verpflichtet, jetzt Transfers zu tätigen, und muss Dinge vorwegnehmen“, wird Ernesto Bronzetti, ein Vertrauter von Real-Präsident Florentino Perez, in italienischen Medien zitiert.

Manchster United baggert laut BBC an Kroos

Die BBC erwartet, dass Real „drei Transferfenster in einem durchführt“, die ohnehin schon brodelnde Gerüchteküche sei damit „in den Overdrive geraten“. Laut dem englischen Boulevardblatt Sun stehen für Reals Raubzug 250 Millionen Pfund (330 Millionen Euro) zur Verfügung. Geld, das unter anderem über Verkäufe frei gemacht werden soll: Wie die spanische AS berichtet, hat Englands Rekordmeister Manchester United bei Real ein Angebot in Höhe von 53 Millionen Euro für Weltmeister Kroos hinterlegt. Auch der FC Chelsea und Paris St. Germain seien dran, schreibt der Telegraph.

Im Gegenzug, behauptet AS, bemühe sich Real um einen Linksverteidiger, einen Mann fürs Mittelfeld und einen Mittelstürmer. Klar, dass da der Name Lewandowski fällt. Der Bayern-Angreifer scheint leicht verschnupft, weil Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zuletzt Gonzalo Higuain vom SSC Neapel allzu euphorisch umschmeichelte („ein großartiger Spieler, der Bayern gefällt“). Lewandowskis Berater Maik Barthel ließ am Freitag via Bild ausrichten: „Wer eine schöne Braut hat, sollte nicht auf andere Bräute schauen.“

Das Financial Fairplay der Europäischen Fußball-Union stünde der Orgie übrigens nicht im Wege: die UEFA legt ihrem Urteil hier einen Zeitraum von drei Jahren zugrunde. Auch, dass abgebende Klubs sich nicht mitten in der Saison von einem Star trennen wollen, ist kein Hindernis: Denkbar ist, dass Real oder Atletico jetzt kaufen - und den betreffenden Spieler bis Sommer an dessen bisherigen Klub verleihen.

Real Madrid hofft auf Einspruch

So oder so: Nicht nur die Madrider Vereine, auch andere europäische Spitzenklubs müssen ihre Pläne über den Haufen werfen, falls die Sperre des Weltverbandes FIFA Bestand hat. ManUnited etwa hatte vor, Torhüter de Gea im Sommer an Real zu verkaufen - das aber ist nach aktuellem Stand nicht möglich.

In Madrid hofft man derweil, dass der Einspruch gegen die Sperre zumindest zu einer Verzögerung führt und wenigstens die Pläne für Sommer wie vorgesehen umgesetzt werden können. „Wir sind vollkommen überzeugt davon, dass wir damit Erfolg haben werden“, sagte Generaldirektor Jose Angel Sanchez. 

Und wenn nicht? Orgie!

SID

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