Der Weg der Nationalmannschaft zur WM 2018

Nach der Europameisterschaft ist bekanntlich vor der Weltmeisterschaft. Doch für diese muss sich auch der amtierende Weltmeister aus Deutschland erst noch qualifizieren.

Sollte aber kein Problem sein, zumal die deutsche Gruppe C alles andere als schwer ist. Wer die Gegner sind und mit welchen Erwartungen und neuen Spielern die DFB-Auswahl in die Quali gehen kann, beleuchten wir im Folgenden.

Es hätte wirklich härter kommen können, aber Deutschland war Fortuna bei der Auslosung der Gruppen der WM 2018 Qualifikation mal wieder wohl gesonnen. Schließlich heißen die Gegner in der Gruppe C: Tschechien, Nordirland, Norwegen, Aserbaidschan und San Marino! Keine Frage, der Gruppensieg ist für die DFB-Elf absolute Pflicht. Auch wenn es gerade in der Qualifikation immer mal wieder Ausrutscher geben kann, sollte es am Ende locker reichen.

Tschechien als ärgster Konkurrent

Ärgster Konkurrent der Löw-Truppe im Kampf um das direkte WM-Ticket, das lediglich die neun Gruppensieger aller Quali-Gruppen bekommen, ist Tschechien. Diese scheiterten bei der EM 2016 zwar in der Vorrunde, doch diese war mit Spanien (0:1), Kroatien (1:1) und der Türkei (0:2) auch sehr stark besetzt. Unterschätzen darf man die Tschechen keinesfalls und sie sind zugleich heißester Anwärter auf den 2. Platz, wobei sich die acht besten Gruppenzweiten noch über die Playoff-Runde für die WM 2018 qualifizieren können.

Auch Norwegen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, wenngleich es der Mannschaft an individueller Klasse fehlt – mit Ausnahme des jungen Ausnahmetalentes Martin Ödegaard, der aber bei Real Madrid weiterhin auf den Durchbruch wartet. Zudem wird es für Deutschland ein Wiedersehen mit Nordirland geben, mit denen man es schon in der Gruppenphase der EM 2016 zu tun bekam. Die 'Green and White Army', die sich in Frankreich immerhin ins Achtelfinale mauern konnte, wird in den Spielen gegen Deutschland wohl wieder ein Abwehrbollwerk aufziehen. Aber in Normalform sollte die deutsche Elf zwei Siege einfahren, gleiches gilt natürlich auch für die Duelle gegen die Fußballzwerge Aserbaidschan und San Marino. Allen voran gegen Letztere sind zwei Schützenfeste sehr wahrscheinlich.

WM 2018 Qualifikation: Termine der deutschen Spiele

In der folgenden Übersicht sind die Termine der insgesamt zehn Quali-Spiele von Deutschland zusammengefasst:

  • Sonntag, 04.09.2016: Norwegen - Deutschland
  • Samstag, 08.10.2016: Deutschland - Tschechien
  • Dienstag, 11.10.2016: Deutschland - Nordirland
  • Freitag, 11.11.2016: San Marino - Deutschland
  • Sonntag, 26.03.2017: Aserbaidschan -Deutschland
  • Samstag, 10.06.2017: Deutschland - San Marino
  • Freitag, 01.09.2017: Tschechien - Deutschland
  • Montag, 04.09.2017: Deutschland - Norwegen
  • Donnerstag, 05.10.2017: Nordirland - Deutschland
  • Sonntag, 08.10.2017: Deutschland - Aserbaidschan

Deutschland ohne Schweinsteiger & Podolski

Am 4. September 2016 geht für Deutschland die Punktejagd um das WM-Ticket los, wobei der Weltmeister zum Auftakt in Oslo gegen Norwegen antreten muss. Verzichten muss Bundestrainer Jogi Löw dann auf zwei arrivierte Kräfte. Denn nach der EM 2016, bei der Deutschland im Halbfinale an Frankreich scheiterte, haben bekanntlich DFB-Kapitän Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski ihre Karriere in der deutschen Nationalmannschaft beendet. Damit gehen zwar zwei absolute Führungsspieler und starke Charaktere von Bord, aber sportlich sollte die DFB-Auswahl den Verlust ohne größere Probleme kompensieren. Zumal Flügelflitzer Podolski in der jüngeren Vergangenheit ohnehin meist nur die Rolle des Edeljokers blieb, während Löw gerade im defensiven Mittelfeld fast schon ein Überangebot an überragenden Spielern hat. Angefangen von Sami Khedira über Toni Kroos bis hin zu Ilkay Gündogan oder BVB-Youngster Julian Weigl. Auch Shootingstar Julian Kimmich fühlt sich defensiven Mittelfeld wohl, hat sich aber bei der EM als die langgesuchte Lösung für den Rechtsverteidigerposten empfohlen.

Insgesamt ist die deutsche Nationalmannschaft sehr gefestigt und selbstbewusst und wenn man bedenkt, dass mit Marco Reus und auch Gündogan zwei starke Spieler verletzungsbedingt bei den letzten zwei Turnieren gefehlt haben, dann kann ruhigen Gewissens auf die WM-Qualifikation blicken. Zudem besteht die Hoffnung, dass Mario Götze bei Borussia Dortmund wieder zur alten Stärke findet.

Silber-Helden von Rio in der Pipeline

Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro haben sich außerdem aus der deutschen Mannschaft durchaus einige Silber-Helden für eine Nominierung im A-Team empfohlen. Allen voran Julian Brandt. Aber auch das Hoffenheimer Verteidiger-Duo Niklas Süle und Jeremy Toljan rührte ordentlich die Werbetrommel, wobei Süle als Backup für die Innenverteidigung in Frage kommt, während Toljan eine interessante Alternative für die ewige Baustelle der Außenverteidiger ist. Das gleiche gilt übrigens auch für Rechtsverteidiger Lukas Klostermann von RB Leipzig, der zudem auf links und im Zentrum verteidigen kann.

Deutschland bei Confed Cup 2017 vertreten

Auf dem Weg zur WM 2018 wird Löw sicher das ein oder andere Quali-Spiel für das ein oder andere Experiment nutzen. Eine gute Möglichkeit hierfür bieten auch der Confed Cup 2017. Dieser findet zwischen dem 17. Juni und 2. Juli in Russland statt, genießt aber bei weitem nicht so einen hohen Stellenwert wie eine EM oder WM.

Neben Gastgeber Russland ist auch Deutschland als Weltmeister automatisch gesetzt. Zudem mischen auch Portugal als Europameister 2016, Australien (Asienmeister 2015), Chile (Sieger Copa America 2015), Mexiko (Sieger Concacaf-Cup 2015) und Neuseeland (Sieger Ozeanien-Meisterschaft 2016) mit. Der achte und letzte Teilnehmer muss erst noch ermittelt werden, wobei es sich dabei um den künftigen Afrikameister 2017 handelt. Die Auslosung der zwei Vierergruppen erfolgt am 26. November 2016 in Kasan, wobei Deutschland als Weltmeister als Kopf der Gruppe B gesetzt ist, während Gastgeber Russland die Gruppe A anführt. Somit stehen auch schon die Termine fest, wann die DFB-Elf ihre Confed Cup Gruppenspiele bestreitet:

  • 18.06.2017 in Moskau
  • 22.06.2017 in St. Petersburg
  • 25.06.2017 in Sotschi

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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