Von wegen „Freundschaftsspiel“

Mainzer Test: Massen-Rangelei auf dem Rasen

Berlin - In den Testspielen der Bundesligisten läuft erwartungsgemäß noch nicht alles rund. Doch die jüngste Niederlage des FSV Mainz 05 hatte einen bitteren Beigeschmack.

Der Hamburger SV stolperte mit einer Pleite ins neue Jahr, 1899 Hoffenheim wurde von einem schweren Gewitter gestoppt, und der FSV Mainz 05 schob nach einer Niederlage und Massen-Rangelei gleich doppelt Frust. Zwei Wochen vor dem Beginn der Rückrunde verläuft bei einigen Fußball-Bundesligisten die Vorbereitung noch nicht nach Wunsch.

Vor allem die Mainzer hatten sich das „Freundschaftsspiel“ in Marbella gegen Standard Lüttich ganz anders vorgestellt. Gegen den belgischen Erstligisten setzte es für die Rheinhessen nicht nur eine 0:3-Pleite, die Partie stand in der 81. Minute sogar vor dem Abbruch.

Nach einem überharten Foul des Lüttichers Corentin Fiore an Christoph Moritz waren nahezu alle Spieler auf den Platz gelaufen. Bei der Rudelbildung soll Lüttichs bereits ausgewechselter Reginal Goreux laut des Fachmagazins kicker dem Mainzer Henrique Sereno einen Schlag verpasst haben. Danach drohte die Situation zu eskalieren. „Wir haben uns dann zurückgezogen, weil da plötzlich von hinten in den Rücken geschlagen wurde“, sagte FSV-Trainer Martin Schmidt: „Der Schiedsrichter sagte, er will es beruhigen, und dass er keinen Sinn darin sieht, abzubrechen.“

Nachdem sich die Gemüter nach mehreren Minuten wieder halbwegs beruhigt hatten, wurde das Spiel fortgesetzt. Die Mainzer kassierten dann noch den zweiten und dritten Gegentreffer. Die Erkenntnisse hielten sich für Schmidt aufgrund der harten Gangart des Gegners in Grenzen: „In der letzten halben Stunde ging es nur noch um Zeitspiel und Provokationen.“

Schmidt selbst war an der Seitenlinie immer wieder mit Standard-Trainer Yannick Ferrera verbal aneinandergeraten. „Er hat auf Spanisch, Französisch und was weiß ich welche Sprachen seine Spieler aggressiv gemacht“, sagte Schmidt: „Aber insgesamt muss man sagen, dass beide Mannschaften nicht unschuldig waren.“

Völlig schuldlos am Abbruch ihres Testspiels waren dagegen die Hoffenheimer. Das kurzfristig in Rustenburg/Südafrika angesetzte Spiel gegen die Township Rollers war beim Stande von 1:0 für die TSG aus Sicherheitsgründen bereits nach einer halben Stunde beendet. Ein schweres Gewitter hatte eingesetzt, nachdem Nationalspieler Kevin Volland den Bundesligaletzten in Führung gebracht hatte. 1899-Trainer Huub Stevens ordnete nach dem Abbruch eine Einheit im Kraftraum an.

Viel Arbeit wartet noch auf den HSV. Die Hanseaten verloren ihr erstes Testpiel auf die Rückrunde in Belek gegen den niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam 1:3. Dabei hatte HSV-Trainer Bruno Labbadia seine vermeintlich beste Startelf aufs Feld geschickt. Dass es einige seiner Spieler aufgrund der guten Hinrunde vielleicht etwas zu locker angehen, glaubt HSV-Trainer Bruno Labbadia nicht: „Bei uns ist keine entspannte Stimmung. Wir wiegen uns garantiert nicht in Sicherheit.“

Ligakonkurrent 1. FC Köln tat sich gegen einen deutlich schwächeren Gegner wie zu erwarten leichter. Die Kölner hatten beim 6:0-Sieg über den Zweitligaletzten MSV Duisburg keinerlei Probleme. Stürmer Anthony Modeste konnte zudem mit drei Treffern neues Selbstvertrauen tanken.

SID

Rubriklistenbild: © dpa

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