Löws Erkenntnisse

Slowakei-Test: Kein Muster ohne Wert

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Bayerns Jerome Boateng ist für den Bundestrainer unverzichtbar.

Augsburg/München - Der EM-Test der deutschen gegen die Slowakei fiel sprichwörtlich ins Wasser. Dennoch kann Jogi Löw daraus Erkenntnisse gewinnen. Die tz zeigt sie auf.

Nur 18 seiner 27 Spieler hatte Jogi Löw mit nach Augsburg genommen, Topstars wie Manuel Neuer, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos oder Mesut Özil waren gar nicht dabei. Die zweite Reihe sollte im Vordergrund stehen. Aber dennoch konnte der Bundestrainer das Freundschaftsspiel gegen die Slowakei nur bedingt zum Testen nutzen, denn die zweite Halbzeit in der Augsburger Arena stand nach den sintflutartigen Regenfällen eher unter dem Motto Wasserschlacht statt Fußballspiel. Ein Muster ohne Wert war der Kick dennoch nicht, zumindest die erste Halbzeit lieferte dem 56-Jährigen einige Erkenntnisse. Die tz zeigt sie auf.

Die Dreierkette: In Pflichtspielen – mit Ausnahme der Qualispiele gegen Fußball-Zwerg Gibraltar – verzichtete er auf dieses Experiment, denn ganz wackelfest präsentiert sich die Dreierkette noch nicht. Vor dem 1:1 hatte Marek Hamsik zu viel Platz, keiner der Verteidiger attackierte ihn. Als Boateng rausrückte, war es schon zu spät. Der Weltmeister dirigierte im Zentrum zwar viel, doch stabil wirkte die Dreierkette mit Kimmich und Rüdiger nicht. Wenn Löw auf diese Variante setzt, ist der noch verletzte Mats Hummels ebenso wie Boateng unverzichtbar.

Die Kreativität von Kroos: In Abwesenheit des CL-Siegers agierte Sami Khedira am Sonntag als einziger Mittelfeldspieler vor der Abwehr. Als Kapitän war der 29-Jährige sehr präsent, forderte viele Bälle und sorgte auch für das ein oder andere gute Zuspiel in die Spitze. Doch Khedira ist eher für seine gute Defensivarbeit bekannt als für Kreativität. Die gibt Toni Kroos dem Spiel der deutschen Elf, die Übersicht des 26-Jährigen fehlte dem DFB gegen die Slowakei. Auch das Umschaltspiel funktionierte nicht wie gewünscht, Khedira und Draxler, später auch Kimmich und Weigl, hielten den Ball zu lange.

Die Attacke über außen: Thomas Müller und Karim Bellarabi fehlten auf rechts ebenso wie Marco Reus auf links. In der ersten Hälfte wichen Zehner Draxler und Stürmer Sane immer wieder auf die Flügel aus, wobei der Ex-Schalker deutlich mehr Akzente setzte als der aktuelle Schalker. In der zweiten Hälfte stellte Löw auf das klassische 4-2-3-1-System um, Sane (rechts) und Brandt (links) sollten auf den Außen für Schwung sorgen. Das gelang beiden nur bedingt – was vor allem auf die widrigen Platzverhältnisse zurückzuführen war. Dennoch: Auf den Flügeln ist Löw auf seine etablierten Kräfte angewiesen.

sw

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