Einen Tag nach dem Tod der Legende

Die Fußball-Welt ehrt Cruyff: "Himmel hat einen neuen Spielmacher"

Die Welt trauert um Johan Cruyff. Foto: Koen van Weel
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Die Welt trauert um Johan Cruyff. 

Amsterdam - Die Fußball-Legende Johan Cruyff ist tot. Der Niederländer starb mit 68 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Für Fans und Spieler ist die historische Nummer 14 aber unsterblich.

Die Fußball-Welt trauert um ihre Legende Johan Cruyff. Medien und Fans ehrten am Freitag den früheren Spielgestalter, der als einer der besten Fußballer der Geschichte gilt.

Cruyff war am Donnerstag nach "einem harten Kampf mit dem Krebs" im Alter von 68 Jahren in Barcelona im Kreise von Familienangehörigen gestorben. In seiner niederländischen Heimat liefen Sondersendungen im TV, die Zeitungen druckten Sonderbeilagen. "J.C. Superstar" lautete die Schlagzeile des Nrc.next am Karfreitag. "Unsterblich" titelte das Algemeen Dagblad. "Cruyff das Genie", "Cruyff der Fußballkünstler" und "Cruyff der Erlöser" priesen die Blätter den legendarischen Spieler und Trainer unter anderem von Ajax Amsterdam und des FC Barcelona.

Cruyff wurde mit den Niederlanden 1974 Vize-Weltmeister und prägte auch als Trainer des FC Barcelona eine Ära. Er führte die Katalanen 1992 zum Sieg im Europapokal der Landesmeister, den er als Profi bereits dreimal mit Ajax Amsterdam gewonnen hatte.

In Amsterdam errichteten hunderte Fans an seinem Geburtshaus ein Monument aus Blumen, Kerzen und Botschaften. Tausende trugen sich in Kondolenzlisten im Internet ein. Die niederländische Nationalmannschaft wollte ihr Länderspiel gegen Frankreich am Freitagabend in Amsterdam in der 14. Minute für eine Schweigeminute unterbrechen. Auch im Stadion Camp Nou des FC Barcelona wurde ein Gedenkplatz errichtet.

Pele betroffen

Ein Foto von Cruyff im Oranje-Trikot mit der berühmten Nummer 14 prangte auch auf zahlreichen europäischen Zeitungen. Der britische Guardian verglich seinen Status mit dem der Beatles und Rolling Stones. "Der Himmel hat einen neuen Spielmacher", titelte "The Sun". "Er war das Spiel", so erinnerte die französische Sportzeitung "L'Équipe" an den Begründer des modernen Total-Fußball.

Aus aller Welt reagierten Fußball-Größen betroffen. "Johan Cruyff war ein großartiger Spieler und Trainer", erklärte Pelé. "Er hinterlässt ein wichtiges Erbe für unsere Fußballfamilie. Wir haben einen großen Mann verloren." Franz Beckenbauer reagierte geschockt: "Er war nicht nur ein sehr guter Freund, sondern auch ein Bruder für mich."

"Johan gehört in die Reihe Rembrandt und van Gogh" sagte Ajax-Amsterdam Trainer Frank de Boer. Auch für den niederländischen König Willem-Alexander war Cruyff eine Ikone. "Johan Cruyff gehörte uns allen."

"Die Niederlande haben ein Gesicht in der Welt verloren. Er hat unseren Fußball auf die Weltkarte gebracht", kommentierte Hollands früherer Weltklassespieler Ruud Gullit die traurige Nachricht. "Worte können den Verlust, den wir fühlen, nicht beschrieben", hieß es beim niederländischen Fußballverband.

Cruyff war lange Zeit Kettenraucher

Als Spieler wurde Cruyff für seinen Spielwitz und Tordrang verehrt, seinen Heimatverein Ajax Amsterdam führte der geniale Kreativspieler zwischen 1971 und 1973 gleich dreimal zum Gewinn des Landesmeister-Cups. Im November 2015 brach Cruyff nach einem Konflikt mit der Clubspitze mit seinem Heimatverein und gab seine Tätigkeit als Berater auf.

Cruyff, der bis Anfang der 90er Jahre Kettenraucher gewesen war, hatte seine Lungenkrebs-Erkrankung im Herbst öffentlich gemacht. Nach den ersten Chemo-Therapien schrieb er noch Mitte Februar: "Ich habe das Gefühl, mit 2:0 in der ersten Halbzeit eines Spiels vorne zu liegen, das noch nicht zu Ende ist. Aber ich bin mir sicher, dass ich es gewinnen werde."

In den letzten Tagen war es ihm "für alle sehr überraschend" plötzlich sehr viel schlechter gegangen, teilte sein Management im niederländischen Fernsehen mit.

Die große Anteilnahme nach Bekanntwerden seiner Krankheit hatte Cruyff gut getan. Die Reaktionen seien "emotional bewegend und herzerwärmend", schrieb er in einer Kolumne im Oktober. "Ich bin sehr stolz auf die Wertschätzung, die aus allen Reaktionen spricht."

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