Geständnis des Bundestrainers

Weltmeister-Coach Löw: Von Selbstzweifeln geplagt

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Bundestrainer Jogi Löw.

Freiburg - Weltmeister-Coach Joachim Löw ist laut eigener Aussage kein Ausbund an Selbstvertrauen.

 „Ein Trainer muss ja nicht nur reden, sondern überlegen, wie er seine Ziele vermittelt. Wen muss ich dafür mitnehmen? Dieses Selbstbewusstsein hat man dann auch nicht immer. Ich werde auch jetzt noch ab und zu von Selbstzweifeln geplagt, sei es durch Niederlagen oder durch andere Enttäuschungen. Manchmal frage ich mich: Ist das jetzt der richtige Weg?“, sagte der 54 Jahre alte Bundestrainer im Interview mit dem Nachrichten-Magazin Der Spiegel.

Der WM-Triumph von Rio de Janeiro habe laut Löw die Anerkennung im Ausland deutlich gesteigert. „Die Italiener zum Beispiel haben uns vorher belächelt. Wenn ich mich in Italien bewegt habe, riefen die Leute mir zu: Balotelli! Jetzt im Sommer war ich in Italien im Urlaub, und die Menschen riefen: Ihr habt es verdient. Die Menschen schätzen unseren Teamspirit. Sie erkennen, dass unsere Mannschaft für ihr Land, für die Fans gespielt und alles gegeben hat“, betonte der Schwarzwälder.

Seinen langjährigen Nationalspielern fühlt sich Löw besonders verbunden. „Mit Miroslav Klose, Per Mertesacker, Philipp Lahm, die zurückgetreten sind, und auch mit Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski habe ich zehn Jahre lang zusammengearbeitet. Da spüre ich eine Verbundenheit. Und die WM wird uns auch immer verbinden. Aber wenn es wieder losgeht, ist die aktuelle Leistung der Maßstab und nicht der Sommer der schönen Erinnerungen“, sinnierte Löw.

Der Chefcoach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bekundete auch seinen Respekt vor dem Trainerkollegen Armin Veh. Dass dieser kürzlich mit Hinweis auf fehlendes Glück seinen Job beim Bundesligisten VfB Stuttgart aufgab, beeindrucke ihn: „Es zeugt von Stärke, so etwas zu erkennen und so zu entscheiden. Als ich 1999/2000 Trainer beim Karlsruher SC in der zweiten Liga war, hätte ich vielleicht auch so handeln und früher zurücktreten sollen, nicht erst, als der Abstieg quasi besiegelt war.“

sid

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