Weltmeisterschaft 2018

FIFA hält an WM-Gastgeber Russland fest

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Fifa-Präsident Sepp Blatter und Russlands Präsident Wladimier Putin beim WM-Finale 2014 in Rio de Janeiro.

Zürich - Der Fußball-Weltverband FIFA hält trotz massiver Kritik an Russland wegen der Rolle im Ukraine-Konflikt weiter am Gastgeber der WM-Endrunde 2018 fest.

Der Sport will keinen Einfluss auf die Politik nehmen: Mit einem deutlichen Statement hat sich der Fußball-Weltverband FIFA am Freitag auf die Seite von WM-Gastgeber Russland gestellt und eine Neuvergabe der Endrunde 2018 praktisch ausgeschlossen. Nach dem Skandal um den Flugzeugabsturz über der Ostukraine hatte es zuletzt auch aus der deutschen Politik massive Forderungen nach einer Ablösung Russlands als Ausrichter der Endrunde gegeben. Dem trat die FIFA nun entgegen.

„Wir haben gesehen, dass die Weltmeisterschaft eine Macht des Guten sein kann, und wir glauben, dass dies auch 2018 in Russland der Fall sein wird“, teilte die FIFA am Freitag mit. Die Vergangenheit habe gezeigt, „dass der Boykott von Sportveranstaltungen oder die Politik der Isolation bzw. der Konfrontation nicht die effektivsten Wege sind, um Probleme zu lösen“, teilte der Weltverband weiter mit.

Dort sei man „überzeugt, dass durch den Fußball und besonders die Weltmeisterschaft ein positiver Wandel erzeugt werden kann“, hieß es weiter. Dennoch könne der Fußball „nicht als Lösung für alle Probleme gesehen werden, besonders die der Weltpolitik“. Damit nahm die FIFA indirekt Bezug auf die seit Monaten herrschende Krise zwischen der Ukraine und Russland.

Auch Steinmeier gegen WM-Neuvergabe

Am Freitag hatte sich auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier trotz der Ukraine-Krise gegen eine Neuvergabe der WM ausgesprochen und die derzeitige Diskussion im Deutschlandfunk als „an den Haaren herbeigezogen“ bezeichnet. Der SPD-Politiker warnte davor, sportliche Großveranstaltungen zu instrumentalisieren, um mit schärfsten politischen Krisen und Konflikten umzugehen. Das sei generell nicht der richtige Weg.

Die FIFA sah sich nun offenbar zu einer Stellungnahme genötigt, nachdem die Kritik am Verhalten Russlands und seines Präsidenten Wladimir Putin nach dem Flugzeug-Absturz von der politischen auf die sportliche Ebene gerutscht war.

„Solange Putin an der Aufklärung dieses entsetzlichen Ereignisses nicht aktiv mitwirkt und gegenüber den Separatisten nicht auf ein sofortiges Ende des Konflikts hinwirkt, ist ein weiteres großes Sportereignis wie die WM 2018 in Russland unvorstellbar“, sagte Peter Beuth, der Vorsitzende der Sportministerkonferenz der Länder und zugleich Innenminister von Hessen.

Auch die Grünen-Politiker Özcan Mutlu (Sprecher für Sportpolitik) und Monika Lazar (Obfrau im Sportausschuss) sprachen sich für Konsequenzen aus. „Wir fordern die FIFA auf, über eine Neuvergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland ernsthaft zu diskutieren“, erklärten die Politiker. Es könne nicht sein, „dass wir einem Land, das Menschen- und Bürgerrechte mit Füßen tritt, erneut eine globale Plattform für Putins Selbstinszenierung bieten.“

Die FIFA warb stattdessen für eine „friedvolle und demokratische Debatte“, man verurteile „jede Form der Gewalt“. Seine Turniere wolle der Verband nutzen, um „den Dialog, das Verständnis und Frieden unter den Völkern voranzutreiben“. Auch in Russland.

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sid

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